WM 2023: Deutschland nach Niederlage gegen Kolumbien plötzlich mit dem Rücken zur Wand - "Finale" gegen Südkorea

Die Niederlage gegen Kolumbien hat die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2023 in Australien und Neuseeland in eine ungewohnte Situation gebracht. Nach dem 6:0-Auftaktsieg über Marokko sind die anfänglichen Lobeshymnen schnell verstummt, am letzten Spieltag geht es im Duell mit Südkorea nun um das Achtelfinalticket. Alexandra Popp und Co. stehen mit dem Rücken zur Wand.

Alexandra Popp und Co. kämpfen gegen Südkorea ums Weiterkommen

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Am Morgen nach dem heftigen WM-Nackenschlag musste Martina Voss-Tecklenburg gleich die nächste kalte Dusche ertragen.
Mitten in der Einheit sprühte der Rasensprenger auf dem Trainingsplatz los, hinterrücks erschreckt vom kühlen Nass rief die erst empörte und dann lachende Bundestrainerin: "Sagt doch vorher was! Mann, Mann, Mann. Ich bin doch schon wach!"
Dabei hatte noch am späten Sonntagabend die Aufarbeitung des bitteren 1:2 (0:0) im zweiten WM-Spiel gegen Kolumbien begonnen. Gleich morgens mussten die deutschen Fußballerinnen zur Videoanalyse antreten.
"Wir wollten das schnell aufarbeiten. Unsere klare Ansage ist die Analyse", äußerte Co-Trainerin Britta Carlson. Die Zeit drängt schließlich. Am Donnerstag geht es gegen Südkorea (12:00 Uhr MESZ) in Brisbane ums Achtelfinale.

Duell mit Südkorea wird zur Kopfsache

Ein Sieg ist Pflicht, betonte Joti Chatzialexiou als Sportlicher Leiter Nationalteams im DFB, nur so hat der zweimalige Weltmeister das Weiterkommen in der eigenen Hand: "Jetzt stehen wir etwas mit dem Rücken zur Wand. Aber wir bleiben bei uns und werden weiterhin keine Zweifel aufkommen lassen, dass wir das Spiel gegen Südkorea gewinnen werden." Am Ende werde das "für die gesamte Mannschaft eine Kopfsache sein".
Da kommt die Rückkehr der erfahrenen Abwehrchefin Marina Hegering nach überstandender Fersenprellung wie gerufen. Dafür aber fällt nun ihr Backup Sara Doorsoun (Muskelverletzung im Oberschenkel) aus. Immerhin ist auch Sydney Lohmann (Adduktorenzerrung) wieder fit und eine starke zusätzliche Option im Mittelfeld.
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Marina Hegering

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Für den Blick nach vorne sei die ausgewogene Analyse zwischen "Klartext" und Erinnern an die eigenen Stärken hilfreich gewesen, berichtete Innenverteidigerin Kathrin Hendrich. Bei der Last-Minute-Pleite sei nicht alles schlecht gewesen: "Jetzt nur draufzuhauen und alles wieder schlechtzureden, da bin ich auch kein Freund von."
Zwei Erkenntnisse laut Carlson: Bei der entscheidende Ecke in der Nachspielzeit stand die Raumverteidigung "zu tief in der Box", zudem brauche es bessere Positionierung. Es gehe darum, "mehr in den Strafraum zu kommen, eine höhere Präsenz in der Offensive zu haben und das dann auch durchzuziehen" - genau das werde im Training forciert.

Chatzialexiou warnt vor "Hammerspiel"

Schließlich warnte Chatzialexiou vor einem "Hammerspiel. Die Südkoreanerinnen wollen sicher nicht mit null Punkten nach Hause fahren." Angst vor einem blamablen Vorrunden-K.o. wie jüngst bei den DFB-Männern sei aber kein guter Ratgeber, befand Nationaltorhüterin Merle Frohms: "Wenn wir nicht daran glauben würden, dann könnten wir jetzt auch schon zurückfliegen."
An der Unterstützung der Fußballfans in der weit entfernten Heimat mangelt es jedenfalls nicht. 10,36 Millionen Menschen schalteten am Sonntagmittag in der ARD ein (Marktanteil 61,6 Prozent). Die Traumquote weit jenseits des jüngsten Männer-Länderspiels (6,35 Mio.) belegt aber eben auch, was für die Vize-Europameisterinnen nach dem Sommermärchen des Vorjahres auf dem Spiel steht.
Womöglich schwerer macht diese Aufgabe Colin Bell, der Nationaltrainer der Südkoreanerinnen. Der Engländer hat große Teile seiner Karriere in Deutschland verbracht, den 1. FFC Frankfurt (heute Eintracht) hatte er 2015 als Coach zum Gewinn der Frauen-Champions-League geführt.
Das Duell mit dem DFB-Team sei deshalb "für ihn etwas ganz Besonderes", vermutete Hendrich, die beim Triumph in der Königsklasse dabei war: "Ich weiß, dass er seine Mannschaft total einheizen wird."
(SID)
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Özcan kritisch trotz Sieg: BVB "braucht noch ein bisschen"

Quelle: Perform

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