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Hans-Joachim Watzke kritisiert DFB-Kinderfußball-Reform scharf: "Demnächst spielen wir dann ohne Ball"
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Publiziert 07/09/2023 um 21:32 GMT+2 Uhr
Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hat den bisherigen Plänen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hinsichtlich der Abschaffung des Leistungsprinzips im Kinderbereich eine Absage erteilt und eine Reform der Reform angekündigt. Watzke bezeichnete die geplanten Änderungen beim DUP-Unternehmertag in Essen als "unfassbar" sowie "für mich nicht nachvollziehbar".
Hans-Joachim Watzke
Fotocredit: Getty Images
Watzke sprach von einem "grundsätzlich falschen Ansatz".
"Wenn du als Sechs-, Acht- oder Neunjähriger nie das Gefühl hast, was es ist, zu verlieren, dann wirst du auch nie die große Kraft finden, um auch mal zu gewinnen", sagte Watzke in Essen.
"Wenn wir Angst haben, dass ein Achtjähriger komplett aus dem Lebensgleichgewicht geworfen wird, weil er mal 5:0 mit seiner Mannschaft verliert, dann sagt das auch sehr viel über die deutsche Gesellschaft aus."
"Es gab ja auch die Diskussion, nicht mehr auf Tore zu spielen", äußerte der 64-Jährige: "Demnächst spielen wir dann noch ohne Ball. Oder wir machen den eckig, damit er den etwas langsameren Jugendlichen nicht mehr wegläuft. Ich glaube, dass das grundsätzlich der falsche Ansatz ist."
Watzke: Problem liegt gesamtgesellschaftlich
Damit beließ es Watzke nicht.
Laut des Multifunktionärs, der auch Spitzenpositionen bei Borussia Dortmund, der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) inne hat, gebe es "im DFB und in der Gesamtgesellschaft viele Leute, die sagen: Wir müssen weniger Leistungsdruck und Stress am Arbeitsplatz und lieber ein bisschen mehr Home-Office haben. Wir müssen alle fröhlich und friedlich sein und uns alle gut vertragen und am Ende gucken, dass wir noch einen finden, der das Ganze bezahlt". Dass dies nun auch "weit in den Jugendfußball eingedrungen" sei, halte er für "völlig falsch".
Laut Watzke werde die Reform reformiert. Es sei bereits beschlossen worden, dass der neue DFB-Direktor Hannes Wolf versuchen solle, "uns in den nächsten ein, zwei Jahren Handlungsalternativen aufzeigen". Das überrascht, da Wolf die Neuerungen zuletzt verteidigt hatte.
Ursprünglich wollte der DFB ab 2024 neue Spielformen im Nachwuchsbereich umsetzen. Damit sollte in den Altersklassen von der U6 bis zur U11 der Leistungsdruck minimiert und die sportliche Entwicklung der Kinder stärker in den Vordergrund gerückt werden.
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(SID)
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Quelle: SID
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