Deutschland gegen Spanien: Poldi-Stutzen, Spanien-Zauber und Glücklos-Werner

Holprig begonnen, stark zurückgekämpft. Das 1:1 gegen Spanien in Düsseldorf brachte Bundestrainer Joachim Löw wichtige Erkenntnisse. Eine davon war, dass man gegen ein technisch starkes Team wie Spanien nicht immer mithalten kann, wenn nicht alle in der Abwehr mitziehen. Zum Glück hat Deutschland aber Thomas Müller, der mit Poldi-Stutzen spielte. Timo Werner hatte etwas Pech. Was uns auffiel.

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1. Poldi-Stutzen

Thomas Müller riss die Augen weit auf, als er im "ARD"-Interview nach dem Spiel gefragt wurde, ob ihm die Stutzen von Lukas Podolski bei seinem Tor (35.) gegen Spanien Glück gebracht hätten.
Der Bayern-Profi antwortete:
Wahrscheinlich lag es nicht daran, dass Müller zum Retter des DFB-Teams gegen einen technisch unfassbar starken Gegner wurde und er mit seinem unkonventionellen Flatterball aus 20 Metern zum Ausgleich traf.
Woher er die Stutzen hat?
Poldi-Stutzen hin oder her - Müller gehörte beim Spiel gegen Spanien wieder mal zu den Besten, wirbelte die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander und war nicht in den Griff zu bekommen.
Zur Belohnung machte Müller seinen 38. Treffer im Nationaltrikot. Damit überholte er den früheren DFB-Mittelstürmer und heutigen Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff (37). Hinzu kommt, dass er mit seinem 90. Länderspiel langsam selbst zur Legende wird. Nur noch zehn Spiele bis zur magischen 100, aber mit Rudi Völler (90) ist er schon mal gleichgezogen.
Klare Sache: Die Poldi-Stutzen bleiben auch beim nächsten Spiel wieder dran.

2. Spanien-Zauber

Was die Spanier in den ersten 15 Minuten mit Deutschland veranstalteten, war Fußball vom Allerfeinsten. Auf engstem Raum spielten sich Iniesta, Isco, Koke und Alba in der Nähe des deutschen Strafraums den Ball im Quadrat zu - die Zuschauer applaudierten vor Entzücken.
Selbst Mats Hummels war begeistert. In der "ARD" sagte der Innenverteidiger:
Dass die Spanier alle Fußball spielen können, ist hinlänglich bekannt, aber einer stach besonders heraus. Andrés Iniesta war Dreh- und Angelpunkt, Regisseur und Taktgeber des Teams von Trainer Julen Lopetegui.
Wenn der 33-Jährige den Ball am Fuß hatte, wurde es brandgefährlich. Wie in der 6. Spielminute, als Sami Khedira nach einem Einwurf von Jordi Alba drei Meter zu weit weg von Iniesta stand. Der Mittelfeldmann erkannte sofort, dass Khedira ihn am Ball nicht mehr stören kann und spielte einen Traumpass zum 1:0 durch Rodrigo Moreno (6.) direkt in den Rücken von Hummels.
Das Kombinationsspiel der Spanier machte Deutschland extrem zu schaffen. Der Weltmeister brauchte bis zur Mitte der ersten Halbzeit, um sich wieder zu fangen.
Im Gegensatz zu Hummels war Löw aber keineswegs überrascht:
Der Bundestrainer nannte zwar keine Namen, aber Kapitän Khedira hatte einen Moment gepennt. Das wird gegen eine Mannschaft wie Spanien sofort bestraft.
Zum Glück - aus deutscher Sicht - nahm Lopetegui seinen besten Mann in der Halbzeitpause vom Feld.

3. Glücklos-Werner

Gerackert, gerannt, gekämpft. Timo Werner zeigte gegen Spanien, warum er als Stürmer in der Nationalmannschaft gesetzt ist. Aber ihm fehlte die wichtigste Essenz zum Glück - ein eigener Treffer.
Günstige Gelegenheiten hatte Werner zur Genüge, aber es sollte gegen Spanien einfach nicht klappen. Den Ball knapp mit dem Kopf (9.) verpasst, rechts neben den Pfosten (23.) gesetzt oder wieder mal an David de Gea (64.) gescheitert.
Die Kugel wollte einfach nicht reingehen. Hinzu kommt, dass Werner zwar viele Räume riss, den Ball aber teilweise im Niemandsland versenkte (30./79.). An diesem Punkt muss Werner arbeiten, um die Bälle besser an den Mann bringen.
Aber alles in allem hinterließ der Glücklose einen spritzigen, einen willigen Eindruck. Werner war immer wieder anspielbereit, wechselte die Seiten und sorgte vorne immer wieder für Gefahr.
Werner macht "Bock" auf mehr. Wie in der 50. Minute, als er Mesut Özil mit einem tollen Zuspiel perfekt in Szene setzte, der aber knapp an de Gea scheiterte.
Löw nahm ihn zwar in der 84. Minute vom Platz, für ihn kam Mario Gomez. Aber wenn das Gefühl wieder zurückkehrt, den Ball im richtigen Moment in den Raum zu spielen, führt kein Weg an ihm vorbei.
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