Deutschland siegt gegen Tschechien: Waldschmidt trifft

Im neuen Lieblingsspielort Leipzig hat sich die Nationalmannschaft auch ohne Manuel Neuer und Co. Schwung für die entscheidenden Nations-League-Duelle geholt. Das Not-Team von Bundestrainer Joachim Löw mit zwei Debütanten gewann am Mittwoch das Test-Länderspiel gegen das ebenfalls stark ersatzgeschwächte Tschechien mit 1:0 (1:0). Luca Waldschmidt erzielte bereits in der 13. Minute den Siegtreffer.

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Bundestrainer Joachim Löw schickte eine stark ersatzgeschwächte Elf ins letzte Testspiel 2020. Zahlreiche Leistungsträger wurden für die anstehenden Nations-League-Spiele geschont. So kamen der Wolfsburger Ridle Baku und Philipp Max von der PSV Eindhoven zu ihrem Debüt im Nationaldress. Im Vergleich zum 3:3 gegen die Schweiz gab es stolze zehn Änderungen.
Trotz der zahlreichen Umstellungen auf beiden Seiten entwickelte sich eine muntere Partie, in der sich die Gäste keineswegs versteckten und früh attackierten. Mit der ersten guten Chance für die Deutschen schoss Luca Waldschmidt das 1:0 aus kurzer Distanz (13.).
Die frühe Führung sollte den Deutschen allerdings keine Sicherheit geben. Aufgrund vieler Ballverluste kamen die Tschechen immer wieder zu gefährlichen Aktionen und waren meist einen Schritt schneller am Ball.
Auf der Gegenseite fand die deutsche Nationalmannschaft immer wieder Lücken in der tschechischen Defensive und kreierte gute Umschaltaktionen. Doch oft wählten die Spieler die falsche Option und machten einige vielversprechende Möglichkeiten zunichte. So vergaben Julian Brandt (32.) und der eingewechselte Nadiem Amiri (43.) sehr kläglich.
Nach einem anfänglichen hektischen und nervösen Auftritt bekam die deutsche B-Elf, die schon nach 20 Minuten den verletzungsbedingten Ausfall von Jonas Hofmann verkraften musste, das Spiel immer besser in den Griff. Auch defensiv ließ sich nichts mehr zu.
Der zweite Durchgang gehörte klar den Tschechen. Die Gäste investierten deutlich mehr für das Testspiel, hatten viel mehr Abschlüsse, konnten sich jedoch kaum klare Chancen herausspielen. Vydra hatte mit seinem Kopfballaufsetzer die mit Abstand beste Möglichkeit (82.).
Da auch Deutschland teilweise sehr verschwenderisch mit den zahlreichen Umschaltaktionen umging, spielte sich die Partie weitestgehend zwischen den Strafräumen ab. Der auffällige Florian Neuhaus hatte mit einem Alu-Kracher das 2:0 auf dem Fuß (77.). So verpassten es die Deutschen, frühzeitig den Deckel auf eine enge Partie zu machen und mussten so bis zum Ende zittern.
Aufgrund der Vielzahl an Chancen ist der Sieg für Deutschland verdient, das Ergebnis hätte jedoch ein bis zwei Tore höher ausfallen müssen. Der Erfolg im letzten Freundschaftsspiel war zugleich das erste Spiel zu Null in 2020.

Stimmen zum Spiel

Florian Neuhaus: "Wichtig war heute der Sieg. Die erste Halbzeit war ganz gut, wir haben es dann verpasst, das 2:0 nachzulegen und haben es teilweise zu kompliziert gespielt. Aber am Ende steht der Sieg und darauf können wir aufbauen. Schade, dass mein Schuss nicht reinging."
Joachim Löw: "In dieser Konstellation werden wir wohl nicht mehr zusammenspielen. Trotzdem muss man sagen, dass sich die Jungs reingehängt haben und wirklich ein intensives Spiel gezeigt haben. In der ersten Halbzeit hatten wir mehr gute Aktionen, mehr Angriffe und auch mehr Torchancen. Hier haben wir das 2:0 versäumt. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann mehr Fehler. Insgesamt haben wir das 1:0 verteidigt und man spürte, dass wir diesen Sieg wollten. Von daher können wir zufrieden sein."

Tweet zum Spiel

Diese Nationalmannschaft wird man in dieser Konstellation wohl nie wieder sehen. Aufgrund der Belastungsteuerung verzichtete Joachim Löw auf beinahe alle Leistungsträger und gab vielen jungen Akteuren eine Chance sich zu beweisen.

Das fiel auf: Starke Debütanten

Aufgrund ihrer starken Auftritte in ihren Vereinen kamen Ridle Baku (Wolfsburg) und Philipp Max (Eindhoven) zu ihrem Debüt im Nationaldress. Vor allem der Ex-Augsburger wartete schon seit Jahren auf seine Chance. Die beiden Außenverteidiger gehörten von Anfang an zu den Aktivposten, vor allem Max überzeugte mit starken Flanken und bereitete so auch das 1:0 durch Waldschmidt vor. Auch defensiv machten die Debütanten ihre Sache gut. Somit hat Joachim Löw auf den defensiven Außenbahnen zwei weitere ernsthafte Alternativen. Vor allem Max dürfte den etablierten Kräften Halstenberg, Schulz und Gosens Konkurrenz machen. Auch der Bundestrainer war mit den Debütanten sehr zufrieden.

Die Statistik: 145

Die deutsche B-Elf war gespickt mit jungen Spielern. Lediglich 145 Einsätze im Nationaltrikot konnten die elf Startspieler vorweisen. Dabei fielen alleine schon 110 Länderspiele auf Ilkay Gündogan (40 Spiele), Antonio Rüdiger (36) und Julian Brandt (34).
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Quelle: Perform

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