Deutschland mit Remis im Kracher gegen die Niederlande - Thomas Müllers Tor reicht nicht zum Sieg

Die deutsche Nationalmannschaft hat einen Sieg im Härtetest gegen die Niederlande verpasst. Das Team von Bundestrainer Hansi Flick musste sich in einer intensiven Partie in Amsterdam mit einem 1:1 (1:0)-Remis begnügen. Thomas Müller brachte die DFB-Elf mit seinem 43. Länderspieltreffer - womit er mit Uwe Seeler gleichzog - mit dem Pausenpfiff in Front (45.+1). Steven Bergwijn glich aus (68.).

Thomas Müller (Deutschland) trifft zur Führung gegen die Niederlande

Fotocredit: Getty Images

Das insgesamt 45. Länderspielklassiker zwischen Deutschland und den Niederlanden begann in der Johan-Cruyff-Arena in Amsterdam mit einer ausgeglichenen Anfangsphase mit Chancen auf beiden Seiten. Teun Koopmeiners unbedrängter Kopfball nach einer Ecke landete genau in den Händen von Manuel Neuer (7.), kurz darauf verbucht auf die DFB-Elf durch Leroy Sanés Abschluss ans Außennetz die erste gute Chance (12.).
Und die Flick-Elf zeigte sich weiterhin spielfreudig: Nach Flanke des umtriebigen David Raum traf Timo Werner mit einem sehenswerten Kopfball nur die Unterkante – der Treffer hätte aufgrund einer Abseitsposition aber wohl ohnehin nicht gezählt (22.).
Weil auch BVB-Angreifer Donyell Malen nach tollem Zuspiel von Sturmpartner Memphis Depay aus kurzer Distanz verzog, roch es nach einem torlosem Remis zur Pause – bis Thomas Müller kam. Nach einem schönen Angriff über links gelangte der Ball nach Jamal Musialas Querpass von der Grundlinie über Umwege zum lauernden Müller, der den Ball aus 13 Metern mit links und großer Überzeugung halbhoch ins linke Eck jagte (45.+1).
Nach dem Seitenwechsel ließ Raum die große Chance auf die Führung freistehend vor dem niederländischen Tor liegen (48.), was sich 20 Minuten später rächen sollte. Nach einem langen Ball von Frenkie de Jong gewann Denzel Dumfries an der Grundlinie das Kopfballduell gegen Raum und bediente Steven Bergwijn, der den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen jagte (68.).
Deutschland geriet in der Phase nach dem Ausgleich ins Schwimmen und hatte Glück, dass Kehrers elfmeterwürdiges Foul an Depay nach Ansicht der Bilder am Seitenrand vom Unparteiischen doch nicht als strafwürdig gewertet und der Strafstoß somit zurückgenommen wurde (73.).
Kurz vor Schluss vergab der eingewechselte Lukas Nmecha mit einem harmlosen Abschluss die letzte große Chance des Spiels (88.), sodass es im Klassiker beim am Ende leistungsgerechten Remis blieb. Nach acht Siegen in Folge in der Ära Flick riss damit auch die Siegesserie der DFB-Elf.

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer Deutschland): "Für den Zuschauer war das ein Topspiel mit hoher Intensität von beiden Seiten. Wir hatten den Gegner in den ersten 60 Minuten gut im Griff und können das 2:0 machen. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie Fußball spielt."
Manuel Neuer (Deutschland): "Auf dem Weg zur WM müssen wir jeden Test nutzen. Holland war die erste große Mannschaft, gegen die wir gespielt haben und das war über weite Strecken ordentlich."
Thomas Müller (Deutschland): "Wir müssen in der zweiten Hälfte früh das 2:0 machen. Danach haben wir etwas die Kontrolle verloren. Das ist ein bisschen ärgerlich, aber auch logisch auf dem Weg dahin, wo wir hinwollen. Vor allem die erste Halbzeit war aber schon richtig gut. Die Richtung stimmt."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Musiala und Schlotterbeck empfehlen sich

Bundestrainer Hansi Flick vertraute gegen die Niederlande auf eine auf dem Papier extrem offensiv ausgerichtete aus Ilkay Gündogan und Jamal Musiala im Mittelfeldzentrum. Abgesehen von ein paar kleineren Stellungsfehlern lieferte Youngster Musiala eine starke Partie ab und zog im Mittelfeld dank seiner enormen Ballsicherheit schon wie ein Routinier die Fäden.
Ebenfalls weitere Pluspunkte im Rennen um einen Stammplatz konnte Nico Schlotterbeck im Abwehrzentrum sammeln. Im Kopfballspiel kaum zu bezwingen bestach der Freiburger besonders im Spielaufbau mit klugen Kurzpässen ins Mittelfeldzentrum sowie starken Verlagerungen auf die immer wieder verwaisten Flügel.

Die Statistik: 50

Innenverteidiger Antonio Rüdiger absolvierte gegen die Niederlande sein 50. Spiel im DFB-Trikot. Für den 29-Jährigen stehen bislang zwei Länderspieltreffer zu Buche.
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Emotion pur - so lief Eriksens Comeback im Nationaltrikot

Quelle: Eurosport

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