Niclas Füllkrug schießt Deutschland zu Test-Sieg gegen Peru - Kai Havertz schießt Elfmeter an den Pfosten

Deutschland hat das Unternehmen Heim-EM 2024 mit einem 2:0 (2:0)-Sieg gegen Peru in Mainz erfolgreich gestartet. Niclas Füllkrug (12./33.) traf doppelt für das im 4-4-2-System spielende DFB-Team von Bundestrainer Hans-Dieter Flick. Der Stürmer von Werder Bremen steht damit bei fünf Toren in fünf Länderspielen. Kai Havertz schoss einen Elfmeter nach Foul an Nico Schlotterbeck an den Pfosten (68.).

DFB-Team glücklich über gelungenen Auftakt: "Hat Spaß gemacht"

Quelle: SID

Flick hatte auf Korsettstangen wie Antonio Rüdiger, Thomas Müller oder Ilkay Gündogan verzichtet und sechs Neulinge berufen, die nicht jeder auf dem Zettel hatte. Der Dortmunder Spätstarter Marius Wolf (27) wurde jedoch als einziger von Beginn an aufgeboten.
Die erstmals unter dem Bundestrainer Flick aufgebotene Doppelspitze bildeten Niclas Füllkrug und der bei der WM verletzte Timo Werner. Im defensiven Mittelfeld kam der wiedererstarkte Emre Can neben Kimmich zum Zug, weiter vorn gab Florian Wirtz nach Kreuzbandriss sein DFB-Comeback.
Überhaupt standen in Kimmich und Linksverteidiger David Raum nur zwei Spieler in der Startformation, die im letzten WM-Gruppenspiel gegen Costa Rica (4:2) von Beginn an dabei waren.
Beim vielfach ausgerufenen deutschen Neustart nach der verkorksten Katar-WM tastete sich die DFB-Elf gegen von Beginn an defensiv eingestellte Peruaner in Person von Wolf das erste Mal vors Tor - der Distanzschuss des Rechtsverteidigers strich aber noch zwei Meter vorbei (10.).
Besser machte es zwei Minuten später Bundesliga-Toptorjäger Füllkrug: Kai Havertz nahm einen langen Pass von Nico Schlotterbeck mit der Brust runter und legte die Kugel eher unfreiwillig für den Bremer Angreifer auf, der aus sieben Metern per Aufsetzer zur Führung einnetzte (12.).
Peru-Keeper Pedro Gallese verhinderte mit einer starken Doppelparade gegen Wirtz und Werner zunächst noch den zweiten Gegentreffer (21.), nach etwas mehr als einer halben Stunde musste der Torhüter aber erneut hinter sich greifen.
Wolf nutzte seine großen Freiheiten auf dem Flügel für eine präzise Hereingabe in den Fünfmeterraum, wo Füllkrug aus kurzer Distanz zur 2:0-Pausenführung vollendete (34.). Es war für ihn das fünfte Tor im fünften Länderspiel.
Nach dem Seitenwechsel sorgte der zur Pause eingewechselte Serge Gnabry mit einem Seitfallzieher an die Oberkante der Latte für das erste offensive Ausrufezeichen der DFB-Elf (60.). Kurz darauf fasste sich Nico Schlotterbeck bei einem Dribbling bis in den Strafraum ein Herz und wurde von Luis Abram zu Fall gebracht.
Havertz setzte den folgerichtigen Strafstoß aber an den Pfosten - sein direkter Abstauber ins Tor zählte nicht, da zwischen beiden Kontakten kein anderer Spieler den Ball berührt hatte (68.). Weil auch Gnabrys Lupferversuch aus aussichtsreicher Position in der Schlussphase geblockt wurde (83.), blieb es beim ungefährdeten 2:0 zum Auftakt ins neue Länderspieljahr.
Die Debütanten Kevin Schade und Mergim Berisha (beide 75.) waren zuvor noch eingewechselt worden.

Die Stimmen zum Spiel:

Hansi Flick (Bundestrainer): "Man konnte erkennen, dass die Mannschaft mit sehr viel Dynamik gespielt hat. Vieles war gut, die Mannschaft hat so noch nicht zusammengespielt. Trotzdem haben wir zwei schöne Tore gemacht und waren hinten zu Null. Das war uns ein Anliegen. Wir werden uns gut vorbereiten auf die EM in Deutschland. Es ist eine große Verantwortung. Heute hat man gesehen: Jeder einzelne ist bereit, diesen Extrameter zu gehen."
Joshua Kimmich (Deutschland): "Wir sind gut in die erste Halbzeit gestartet, hatten Chancen auf mehr Tore. Die zweite war zerfahren, da müssen wir weniger Fehler machen und mehr Kontrolle über das Spiel bekommen. Wenn die Spitzen auch noch treffen, ist es umso besser. Es hat uns heute gut getan, dass wir die Box besetzt hatten."
Niclas Füllkrug (Deutschland): "Es ging darum, einen guten Start zu haben. Ich bekomme hier meine Situationen im Strafraum. Toll, dass ich hier schon so eingebunden bin."
Marc-André ter Stegen (Deutschland): "Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht und waren überlegen. Nach der WM gut ins neue Kalenderjahr reinzukommen, tut uns gut."
Leon Goretzka (Deutschland): "Gewonnen und kein Gegentor. Es ist noch nicht alles perfekt, eigentlich noch gar nichts perfekt. Aber wir wollten hier Schwung aufnehmen, das haben wir getan."
Nico Schlotterbeck (Deutschland): "Unsere Leistung war gut. Wir hätten vielleicht noch zwei, drei Tore mehr erzielen können, dann hätten wir noch mehr Feuer entfacht."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Neues System überzeugt

Die deutsche Nationalmannschaft hat mit einer taktischen Veränderung die lange Vorbereitungsphase auf die Heim-Europameisterschaft 2024 eröffnet. Bundestrainer Hansi Flick ließ wie angekündigt im 4-4-2-System spielen, in dem Füllkrug und der schnelle Werner die Doppelspitze bildeten. Havertz und Wirtz besetzten dahinter die Halbpositionen im offensiven Mittelfeld, abgesichert wurde das Kreativ-Duo von Can und Kimmich auf der Doppelsechs.
Besonders im ersten Durchgang zeigte die DFB-Elf einen enorm engagierten Auftritt und suchte immer wieder Zielspieler Füllkrug mit Hereingaben der hoch aufgerückten Außenverteidiger. Diese hatten auf den Flügeln große Räume, da Havertz und Wirtz gerne und oft im Zentrum zu finden waren. Auch wenn es früh in der EM-Vorbereitung ist: Das 4-4-2 hat das Potential, auch langfristig die bevorzugte Lösung von Bundestrainer Flick zu werden.

Die Statistik: 75

DFB-Kapitän Joshua Kimmich absolvierte gegen Peru sein 75. Länderspiel. Damit hat der Bayern-Profi in der ewigen Rangliste Matthias Sammer hinter sich gelassen und liegt auf Rang 36. Rekordnationalspieler ist Lothar Matthäus mit 150 Einsätzen für Deutschland.
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