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Iran lässt Frauen in die Stadien - Verbandspräsident kündigt Veränderungen für neue Saison an
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Publiziert 10/07/2023 um 14:41 GMT+2 Uhr
Seit 1979 dürfen Frauen im Iran nur selten Liga-Spiele der Männer besuchen. In der neuen Saison soll dies regulär möglich sein - doch es bleiben Zweifel. "In diesem Jahr ist eines der herausragenden Merkmale dieser Liga, dass Frauen in die Stadien einziehen werden", hieß es am Sonntag seitens des Verbandes. Wie das vergangene Jahr zeigte, müssen den Worten aber nicht immer Taten folgen.
In der neuen Saison sollen iranische Frauen regelmäßig Stadien besuchen dürfen
Fotocredit: Getty Images
Falsche Bärte, Perücken, tiefe Mützen: Um als Frau bei einem Fußball-Spiel der iranischen Männer-Liga ins Stadion zu gelangen, war bislang Kreativität gefragt, vor allem aber großer Mut.
Seit der islamischen Revolution 1979 sind weibliche Zuschauer in Teheran und Co. weitgehend von Sportstadien ausgeschlossen - doch nun gibt es Hoffnung.
"In diesem Jahr ist eines der herausragenden Merkmale dieser Liga, dass Frauen in die Stadien einziehen werden", sagte der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch, am Sonntag. Die Arenen in den Städten Isfahan, Kerman und Ahwas seien für den Besuch von Frauen "bereit".
Tadsch sprach während einer Live-Übertragung der Spielplan-Auslosung für die neue Saison der höchsten iranischen Liga. Die Spielzeit beginnt am 3. August - dann müssen den großen, im ganzen Land gehörten Worten Taten folgen.
Iran wurde PR-Show vorgeworfen
"Bereit" für Frauen ist ein Stadion im Iran vor allem, wenn es einen separaten Eingang und einen eigenen Block gibt. In der Hauptstadt Teheran durften auf diese Art schon vor einem Jahr etwa 500 Frauen dem Topklub Esteghlal Teheran zujubeln - doch das Heimspiel gegen Mes Kerman im Nationalstadion blieb eine Ausnahme. Als im April das Derby zwischen Esteghlal und Persepolis anstand, waren Frauen wieder ausgesperrt.
Die Organisation Open Stadiums, die seit Jahren für die Zulassung von Frauen in iranischen Stadien kämpft, sprach daher im Frühjahr von einer bisherigen "PR-Show", um die FIFA zu beruhigen.
Tatsächlich hatte der Weltverband zuvor durchaus Druck auf den WM-Teilnehmer ausgeübt. Open Stadiums monierte zudem, dass ein Ticket-Kauf nur online unter Angabe der Ausweisnummer möglich gewesen sei, so habe eine "Vorauswahl" stattfinden können.
Druck auf Machthaber wachsen
Frauen sind in iranischen Stadien mit Verweis auf die vulgären Parolen der Männer und den Anblick nur teilweise bekleideter Spieler ausgeschlossen, obwohl es kein entsprechendes Gesetz gibt. Vereinzelt aber waren weibliche Fans immer wieder zu Länderspielen zugelassen worden.
Der Druck auf die Machthaber war seit dem Tod von Sahar Khodayari im September 2019 enorm gestiegen. Die als "Blue Girl" bekannt gewordene Esteghlal-Anhängerin hatte als Mann verkleidet ein Spiel besucht, wurde verhaftet und zündete sich vor ihrem Prozess an. Khodayari starb eine Woche später.
Nun scheint es, als ob solche Verkleidungen bald der Vergangenheit angehören könnten. Der Realitätscheck folgt ab August - in Isfahan, Kerman und Ahwas.
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(SID)
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