James Rodríguez plötzlich vereinslos: Der beispiellose Niedergang eines einstigen Weltstars von Real Madrid
Olympiakos Piräus setzt James Rodriguez vor die Tür. Einst als Weltstar gefeiert, trug er die Trikots von Real Madrid und FC Bayern. Die hohen Erwartungen erfüllte der Kolumbianer aber nur selten. Beim griechischen Topklub wollte er seiner ins Stocken geratenen Karriere neuen Schwung verleihen. Ein Vorhaben, das krachend scheiterte - womöglich nicht nur aus sportlichen Gründen.
James Rodríguez 2019 im Trikot des FC Bayern München
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Wer erinnert sich?
Im Sommer 2019 beherrschte die Frage nach der Zukunft von James Rodríguez die deutschen Sportmedien. Eine Kaufoption in Höhe von kolportierten 42 Millionen Euro hätte es dem FC Bayern ermöglicht, den ausgeliehenen Weltstar von Real Madrid fest zu verpflichten.
Die Münchner entschieden sich gegen den hochveranlagten Kolumbianer, der nach zwei Jahren mit Licht und Schatten an der Isar den "Heimweg" nach Madrid antrat - und dort nie wieder Fuß fassen sollte.
Knapp vier Jahre später taucht der Name James Rodríguez nur noch äußerst selten in den hiesigen Medien auf. Beim griechischen Traditionsklub Olympiakos Piräus hatte der Kolumbianer zuletzt versucht, seiner ins Stocken geratenen Karriere neuen Schwung zu verleihen.
Olympiakos und James gehen getrennte Wege
Beide Seiten hätten "beschlossen, ihre Zusammenarbeit zu beenden. James wird immer ein Teil unseres Vereins und ein Mitglied der 'rot-weißen' Familie sein", twitterte Olympiakos am Donnerstag: "Wir danken ihm für seinen Einsatz und wünschen ihm für die Zukunft viel Erfolg." Relativ kühle Worte und der vorläufige Tiefpunkt einer Karriere, die ganz anders hätte verlaufen sollen.
James' Stern ging einst bei der WM 2014 in Brasilien auf, als er Kolumbien im Alter von 23 Jahren mit sechs Treffern bis ins Viertelfinale und sich selbst zur Torjägerkanone schoss. James wechselte anschließend unter großem Getöse für rund 80 Millionen Euro von der AS Monaco zu Real Madrid, sollte dort das Herzstück im Mittelfeld bilden.
Unter Carlo Ancelotti, damals wie heute Coach der Königlichen, schlug er zunächst voll ein, erfüllte die Erwartungen in seinem Premierenjahr komplett. James traf wettbewerbsübergreifend in 46 Spielen 17 Mal, bereitete 18 Tore vor. Traumwerte, die er fortan aber nie mehr wiederholen sollte.
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Carlo Ancelotti, James Rodriguez
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Schon in seiner zweiten Saison sorgten Verletzungen und damit einhergehende Formschwankungen für weniger Spielzeit. Spätestens als im Januar 2016 Zinédine Zidane das Kommando in der spanischen Hauptstadt übernahm, war der Kolumbianer nur noch Ergänzungsspieler und flüchtete schließlich im Sommer 2017 auf Leihbasis nach München.
Der Rest ist Geschichte.
Everton, Katar, Piräus: James auf Abwegen
Schon vor seinem Engagement bei Olympiakos hatte James Versuche eines Neustarts im europäischen Fußball unternommen. Im Sommer 2020 wechselte er ablösefrei von Real Madrid zum FC Everton, wo mit Ancelotti sein einstiger Förderer an der Seitenlinie stand - was James spürbar guttat.
"Er war brillant ... aber nur sechs Spiele lang", erinnert sich Ben Snowball von Eurosport UK in London. In der Tat hatte James erheblichen Anteil daran, dass die Toffees nach sechs Spieltagen von der Tabellenspitze der Premier League grüßten. Der Edeltechniker glänzte etwa beim Auswärtssieg in Tottenham (1:0), oder im Heimspiel gegen Brighton (4:2) mit zwei Toren und einer Vorlage, zeigte seine Klasse insgesamt aber zu selten.
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Everton manager Carlo Ancelotti and new signing James Rodriguez
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Als Everton im Spätherbst und Winter anfing, reihenweise Spiele zu verlieren, war James nicht in der Lage, dem Team zu helfen, ging stattdessen im dunkelblauen Einheitsbrei unter. Zudem verpasste er aufgrund einer Wadenverletzung reihenweise Spiele, stand in der Liga nur in 24 von 38 Duellen auf dem Feld. Zu wenig für die Bosse, die James für acht Millionen Euro zu Al-Rayyan SC nach Katar weiterverschifften.
Dass es der heute 31-Jährige zwar aus der Wüste nach Griechenland schaffte, dort aber nach nur sieben Monaten vor die Tür gesetzt wurde, verdeutlicht aber auch ein weiteres Problem, das dem Mittelfeldstar Zeit seiner Karriere anhaftet.
James Rodríguez: Ein schwieriger Charakter
Zeit seiner Karriere gilt der Kapitän der kolumbianischen Nationalmannschaft als komplizierter Charakter. Rafael Benitez, der James für zwei Monate in Everton trainierte, sprach James nach Bekanntwerden des Wechsels nach Katar jegliche Arbeitsmoral als Fußballer ab.
"James präferiert Geld und ein komfortables Leben. Das ist ihm wichtiger als der Wettkampf und der Erfolg im Fußball", sagte der Spanier auf einer Pressekonferenz im Sommer 2021 und fügte an: "Er hat sich im Training nie bemüht, aber immer Ansprüche auf einen Startelfplatz gestellt. Das war unfair gegenüber allen anderen Spielern, die im Training ihr Maximum gaben, dann aber dennoch auf der Bank saßen."
Im Zuge seines Abschieds vom FC Bayern München zwei Jahre zuvor soll er die Bayern-Bosse darum gebeten haben, die Kaufoption für ihn nicht zu ziehen und beklagte sich unter anderem über die deutsche Mentalität und das Wetter.
Die Gründe für das abrupte Ende seiner Zeit in Piräus sind noch nicht bekannt. Es liegt jedoch nahe, dass nicht nur sportliche Aspekte (18 Spiele, fünf Tore, fünf Assists) den Ausschlag gegeben haben.
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James Rodriguez kann's noch: Erster Treffer in Katar
Quelle: SNTV
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