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Jens Lehmann beim FC Augsburg: Chance mit Risiken und Nebenwirkungen
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Publiziert 29/01/2019 um 12:50 GMT+1 Uhr
Jens Lehmann wird neuer Co-Trainer von Manuel Baum beim FC Augsburg. Diese Meldung kommt ziemlich überraschend, der 49-jährige Ex-Nationaltorhüter arbeitet zum ersten Mal als Coach in der Bundesliga. Augsburgs Situation ist kritisch, in akuter Abstiegsgefahr wurde Chef Baum aus Spielerkreisen angezählt. Es gibt jetzt zwei Fragen: Warum macht der Klub das? Und geht das gut?
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Schon ein Zufall, dass Jens Lehmann beim FC Augsburg just dann als Co-Trainer installiert wurde, nachdem Chefcoach Manuel Baum scharfe Kritik aus Spielerkreisen entgegengeschlagen war.
"Nichts Negatives", aber halt auch "nichts Positives" könne Martin Hinteregger über Baum sagen, berichtete der Verteidiger zuletzt im "Bayerischen Rundfunk". Die Augsburger Abwärtsspirale "geht jetzt ein Jahr, das ist keine Entwicklung". Hinteregger wagte es sogar, Baums Strategie zu hinterfragen, abhängig vom Umstand, dass er keine Strategie erkannte:
Kurz darauf wurde der überraschende Lehmann-Deal verkündet, Vertrag bis 2020, als Unterstützung für Baum nebst der Assistenten Tobias Zellner, Michael Wimmer und Jonas Scheuermann.
Lehmann sieht eine "tolle Chance", sich in der Bundesliga zu versuchen "und mitzuhelfen, dass die Spieler als Team ihre bestmöglichen Leistungen auf den Platz bringen können". Samstags gegen Mainz sitzt er erstmals auf der Bank.
Lehmann strahlt automatisch auf Baum aus
Spannender als der Branchensprech (Baum über Lehmann: "Absoluter Fachmann, viel Erfahrung") sind die Zeilenzwischenräume. Seit 2013 besitzt Lehmann die Trainerlizenz, in der Vorsaison arbeitete er Arsène Wenger beim FC Arsenal zu. "Lehmann hat diese fordernde Art und kann den unbedingten Wunsch zu gewinnen den Spielern vermitteln", meinte der Franzose.
Folgefragen der Lehmann/Augsburg-Liaison: Warum macht der Klub das? Und geht das gut?
"Uns hat bisher der Profi-Erfahrungswert im Trainerteam gefehlt", sagte Baum, der nie oberklassig spielte, bei Lehmanns Vorstellung am Dienstagvormittag. Umgekehrt räumte der Ex-Nationalkeeper "fehlende Trainer-Erfahrung" ein; alles geschehe in Absprache.
FCA-Manager Stefan Reuter, von 1999 und 2003 gemeinsam mit Lehmann bei Borussia Dortmund aktiv, erklärte die Promi-Verpflichtung so:
Augsburg ist auf Rang 15 in Abstiegsgefahr und Baum nach zehn sieglosen Spielen, Caiubys Disziplinlosigkeiten sowie Hintereggers Affront angeschlagen (laut Verein erhielt der Österreicher eine "drastische Geldstrafe" plus Einzeltraining).
Lehmann wollte nicht unter No Name arbeiten
Und dann Lehmann: 61 Länderspiele, Schalke, Dortmund, Milan, Arsenal, Stuttgart, "Mad Jens", eine eigenwillige Institution des deutschen Fußballs - so einer verändert die Gesetzmäßigkeiten im überschaubaren Augsburg ganz automatisch. Was wiederum auf Baum ausstrahlt.
Interessant, was Lehmann (heute 49) mal in einer "Sky"-Runde andeutete: Dass er nicht unter einem Chef ohne großen Namen arbeiten könne. Oder wolle. "Ich würde alle Aufmerksamkeit auf mich ziehen, das wäre nicht gut."
In Augsburg haben sie sich diese Situation geschaffen, freiwillig. Es ist dem Kaliber Lehmann zuzutrauen, dieses Binnengefüge durch bloße Präsenz zu stimulieren, Augsburgs Profis werden zuhören, absorbieren und idealerweise lernen. "Ich sehe mich als Unterstützer des Trainerteams", sagte Lehmann, und Reuter ergänzte:
Nur: Was passiert eigentlich, wenn Baum weiter verliert? Steht der Nachfolger in spe dann bereits an der Linie und untergräbt die Autorität seines Vorgesetzten alleine deshalb, weil er Jens Lehmann heißt?
Es ist, wie es immer ist bei diesem streitbaren Typen: Risiken und Nebenwirkungen inbegriffen.
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