Kommentar zum Löw-Rücktritt beim DFB: Chapeau, Jogi - aber halt drei Jahre zu spät

Joachim Löw hört im Sommer als Bundestrainer auf. Das ist gut so, weil es dem Deutschen Fußball-Bund die Möglichkeit gibt, sich neu aufzustellen. Rückblickend muss man aber sagen, dass Löws Entscheidung überfällig war, ja ganze drei Jahre zu spät kommt – drei verlorene Jahre für den DFB. Ein Kommentar von Florian Bogner.

Joachim Löw

Fotocredit: Getty Images

457 Wörter beinhaltet die DFB-Mitteilung zum Rücktritt von Joachim Löw nach der Europameisterschaft im Sommer – keines davon beschäftigt sich mit der Zukunft über die EM hinaus.
Dabei ist diese Zukunft doch so wichtig für den mitgliederstärksten nationalen Sportverband der Welt, dessen Image in den letzten Jahren so gelitten hat.
Joachim Löw hat also die Entscheidung getroffen, als Bundestrainer aufzuhören. Diese Entscheidung verdient Respekt. Chapeau, Jogi.
Sie kommt nur leider drei Jahre zu spät. Das Kapitel Löw hätte nach der blamablen WM 2018 enden müssen. So hat man drei Jahre verschenkt.
Für Löws Demission, ob nun wirklich selbst beschlossen oder dazu gedrängt, mussten erst das schlechteste WM-Abschneiden seit 1938, der unrühmliche Abschied von Mesut Özil, eine lauwarme WM-Analyse, ein (sportlicher) Abstieg aus der Nations League, eine Führungskrise im DFB, schrillende Alarmsignale aus dem DFB-Nachwuchsbereich und die höchste Länderspielniederlage seit 1931 zusammenkommen.
Das und ein fehlgeschlagener personeller Umbruch, veranschaulicht durch die 180-Grad-Kehre des Bundestrainers in Sachen Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels, verdeutlichen, dass die Nationalmannschaft in dieser Zeit komplett auf der Stelle trat.
Dass sich Löw solange am Sockel seines eigenen Denkmals festhielt, ist sogar irgendwie nachvollziehbar. Zu lange hieß es beim DFB in Sachen Nationalmannschaft: löwt schon irgendwie. Jetzt löwt es nicht mehr.
Bleibt zu hoffen, dass man an der Otto-Fleck-Schneise nun wirklich auch mal an die Zukunft denkt.
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Quelle: SID

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