Die Gründe für den Absturz von Real Madrid: Meistertitel rückt in weite Ferne

Real Madrid steckt in der Krise. Die Königlichen verloren am 18. Spieltag im heimischen Bernabeu 0:2 gegen San Sebastian. Damit rückt die Meisterschaft in immer weitere Ferne. Die Mannschaft von Trainer Santiago Solari muss jetzt sogar um die Champions-League-Plätze bangen. Der Frust sitzt tief, denn Real Madrid ist mit zehn Punkten Rückstand auf den FC Barcelona nur noch Tabellenfünfter.

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Vor dem Spiel präsentierte Real Madrid seinen Anhängern noch stolz den Pokal der Klub-WM. Nach der 0:2-Niederlage gegen San Sebastian herrschte Frust pur.
Im heimischen Bernabeu kassierte das Team von Trainer Santiago Solari wenige Tage nach dem 2:2 in Villarreal den nächsten Rückschlag - und somit die sechste Niederlage in dieser Saison.
Luka Modric schimpfte nach der 0:2-Pleite:
Die Gründe für die Real-Krise liegen auf der Hand. Der Angriff der Madrilenen ist nur noch ein laues Lüftchen, die Abwehr lediglich Mittelmaß. Hinzu kommt eine Menge Pech wie beim Spiel gegen San Sebastian.

Real scheitert an glänzendem Keeper

Keine andere Mannschaft - außer Barcelona (21) - traf in dieser Saison in allen Pflichtspielen öfters Aluminium (21 Mal) als Real Madrid, das gegen San Sebastian einen denkbar schlechten Start erwischten.
Nach einem unglücklichen Strafraumkontakt von Casemiro gegen den Ex-Dortmunder Merino zeigte Schiedsrichter Jose Luis Munuera Montero auf den Elfmeterpunkt. Willian José (3.) knallte den Ball eiskalt zum 1:0 für die Gäste unter die Latte.
Obwohl Real Madrid total überlegen war, fehlte vor dem gegnerischen Kasten die nötige Effektivität. Die erste Riesenchance hatte Karim Benzema (10.) auf dem Fuß, der den Ball mit einem Linksschuss knapp am rechten Pfosten vorbeisetzte.
Kurze Zeit später scheiterte Modric (22.) mit seinem Fernschuss am glänzend aufgelegten argentinischen Schlussmann Geronimo Rulli. Hinzu kam das Pech - wie kurz vor der Pause, als Lucas Vazquez mit seiner verunglückten Flanke nur den langen Pfosten traf.
Einziger echter Lichtblick bei Real Madrid war Vinicius Junior, der immer wieder gefährlich nach vorne spielte und seinen Lupfer in Minute 51 nur knapp am linken Pfosten vorbeisetzte. Mit insgesamt zwölf Dribblings (sechs davon erfolgreich) sorgte Vinicius Junior für den Bestwert aller Real-Spieler in dieser Saison.

Fälliger Elfmeterpfiff für Real bleibt aus

Danach machte sich Schiedsrichter Munuera Montero bei den ohnehin frustrierten Real-Fans noch unbeliebter, als er den Königlichen in der 65. Minute einen fälligen Strafstoß verweigerte, obwohl Keeper Rulli Real-Youngster Vinicius Junior regelwidrig von den Beinen holte. Aber der Pfiff fiel aus.
Real-Keeper Solari erklärte:
Kurz zuvor hatte der Referee Lucas Vazquez (61.) die Gelb-Rote Karte gezeigt, sodass Real die letzte halbe Stunde in Unterzahl spielen musste. Als den Königlichen am Ende die Kraft ausging, machte Ruben Pardo (83.) mit 2:0 den Deckel drauf.
Für San Sebastian war es der erste Sieg seit 2004 in Madrid, weil sich die Real-Abwehr einmal mehr nicht sattelfest präsentierte. Vor allem Außenverteidiger Marcelo erwischte einen schwarzen Tag. Vor dem Elfmeterpfiff zum 0:1 stand er schlecht und überzeugte auch im weiteren Spiel nicht mit gutem Stellungsspiel.

Courtois nur sechs Mal ohne Gegentor

Die 0:2-Niederlage schmerzte vor allem auch Real-Keeper Thibaut Courtois. Der Belgier kassierte in 16 Ligaspielen bereits 22 Gegentore. Nur sechs Mal konnte Courtois in dieser Saison seinen Kasten sauber halten.
Die Zuschauer quittieren die schlechten Leistungen der Real-Stars mit dem Fernbleiben im Stadion. Das Spiel gegen San Sebastian sahen nur 53.412 Zuschauer. Einzig gegen Getafe und ZSKA Moskau waren weniger Fans im Bernabeu.
Mit 30 Punkten in der Liga und Platz fünf in der Tabelle muss Real Madrid nun um die direkte Champions-League-Qualifikation bangen. Vor den Königlichen stehen Barcelona (30), Atlético Madrid (35), Sevilla (33) und Alaves (31).
Obwohl Real-Trainer Solari heftig in die Kritik geraten ist, sieht Modric die Probleme nicht einzig und allein bei seinem Coach:
Bereits am Mittwoch empfängt Real Madrid im Achtelfinale der Copa del Rey ab 21:30 Uhr CD Leganes. Dann haben die Königlichen die Chance, den Negativtrend zu stoppen - oder noch tiefer in die Krise zu rutschen.
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