Eurosport
FC Barcelona: Anssumane "Ansu" Fati debütiert mit 16: Wer ist dieser Teenager?
Von
Publiziert 27/08/2019 um 23:06 GMT+2 Uhr
Am Wochenende feierte Anssumane "Ansu" Fati im Alter von 16 Jahren und 298 Tagen als zweitjüngster Spieler der Vereinsgeschichte sein Profidebüt beim FC Barcelona. Der Flügelstürmer hatte kein einziges Spiel für Barças B-Team bestritten, aber dann von mehreren Verletzungen profitiert - und gleich Eindruck gemacht. Wer ist dieser Fati? Wir haben bei unseren Kollegen in Spanien nachgefragt.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Eine Grundsatzentscheidung stand an. Weil das Spiel des FC Barcelona gegen Betis Sevilla erst um 21 Uhr angepfiffen wurde, sahen die Regularien der spanischen Liga vor, dass Minderjährige eine Einwilligung ihrer Erziehungsberechtigten brauchen, um nicht ins Bett gehen zu müssen, wenn es auch möglich war, zeitgleich von 80.000 Zuschauern im Camp Nou gefeiert zu werden.
Das Gute für Anssumane "Ansu" Fati: Er hat nette Eltern.
Sie waren sogar im Stadion, das für viele eine Metropole ist, als ihr 16 Jahre und 298 Tage alter Sohn zum zweitjüngsten Debütanten in Barcelonas Klub-Historie wurde. Eine 78. Minute fürs Familienalbum. Vater Bori Fati weinte Tränen voller Stolz, dann sagte er zu "RAC1" pathetische Sätze:
Ja, die Story war wirklich groß am Sonntagabend, als Barcelona mit 5:2 (1:1) gegen Betis gewann. Groß und kitschig.
Ansu Fati wird zweitjüngster Barça-Debütant
Lionel Messi, Luis Suárez, Ousmane Dembélé fehlten verletzt, Antoine Griezmann war dienstfähig und schoss zwei Tore, was aber verblasste, weil sich die Welt auf Fati stürzte. Nur ein gewisser Vincente Martínez war noch jünger bei seinem ersten Einsatz für Barça, 16 Jahre und 280 Tage - anno 1941.
Bemerkenswert allein, mit welchen Granden sich Fati die Ersatzbank teilte: Arturo Vidal, Samuel Umtiti, Arthur, Ivan Rakitic. Letzterer blieb Reservist, während Fati gleich aufdrehte, ein Schuss zischte knapp vorbei, und hätte Griezmann nicht verzogen, wäre ihm prompt ein Assist gelungen.
Barça-Trainer Ernesto Valverde lobte:
Fati stammt aus Guinea-Bissau, als Zehnjähriger kam er vom FC Sevilla in Barcelonas Jugendabteilung; gemeinsam mit Bruder Braima (heute 21), momentan an Drittligist CD Calahorra verliehen.
Warum Fati nicht zu Real Madrid wechselte
"Er ist ein schneller Flügelspieler mit superben technischen Fähigkeiten", sagt unser spanischer Eurosport-Kollege José Arronis über den schlaksigen Kerl von 1,78 Metern.
Victor Valdes, früher Keeper der Katalanen, seit Sommer neuer U19-Trainer, bezeichnet Fati als Typ, der sich "wie ein Raubtier" auf dem Platz bewege. Ohne ein einziges Spiel für Barcelonas B-Team war der Teenager von Valdes' Mannschaft in den Profikader gerutscht, im Vorjahr hatte er sich erste Lorbeeren in der Youth League verdient mit vier Toren und drei Vorlagen in neun Partien.
Dabei hätte der Fati-Clan einst woanders andocken können. "Als wir noch in Sevilla waren, machte uns Real ein besseres Angebot für unseren Sohn", sagte Fati senior zu "Cope". Allerdings fiel Barcelonas Bemühen intensiver aus, "sie haben uns besucht und überzeugt". Letzter Trumpf war die Jugendschmiede La Masia.
Valdes kann Schlüsselfigur für Fati werden
Messi kennt das. Bevor der Argentinier zum Fußballidol aufstieg, entsprang er der hauseigenen Akademie; bei seinem Profi-Debüt im Oktober 2004 war er sechs Monate älter als Fati, den er via Instagram mit warmen Worten bedachte:
Damit meinte Messi auch den 21-jährigen Carles Pérez, der gegen Betis erstmals in der Startelf auftauchte und das 3:1 erzielte. Schließlich wurde Fati eingewechselt, ließ die prickelnde Atmosphäre wie Aroma wirken, ehe er aufgelöst zum Klub-TV sprach:
In Barcelona besitzt Fati bereits einen Vertrag bis 2022. "Ansu ist ein spezieller Fall, aber er muss sich logischerweise im physischen Bereich entwickeln", sagt Eurosport-Journalist Arronis. "Vorteil: Valdes kennt die La-Masia-Methoden und wird ein toller Trainer für ihn. Fati hat eine große Zukunft vor sich, sofern er die richtigen Schritte unternimmt."
Wir dürften von ihm hören.
Werbung
Werbung