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Real Madrid feuert Trainer Julen Lopetegui
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Publiziert 29/10/2018 um 21:03 GMT+1 Uhr
Champions-League-Sieger Real Madrid hat sich am Montag erwartungsgemäß von Trainer Julen Lopetegui getrennt. Der 52-Jährige, ehemaliger spanischer Nationalcoach, war erst seit Saisonbeginn bei den Königlichen tätig gewesen. Am Sonntag hatte Real den Clásico beim Meister FC Barcelona mit 1:5 verloren. Der frühere Real-Profi Santiago Solari tritt interimsmäßig die Nachfolge Lopeteguis an.
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Zur allgemeinen Überraschung präsentierte der kriselnde Champions-League-Sieger allerdings nicht den ehemaligen italienischen Nationaltrainer Antonio Conte als neuen Trainer.
Stattdessen soll zunächst Reservecoach Santiago Solari die Königlichen als Interimscoach zurück in die Erfolgsspur führen. Am Dienstag wird der 42-Jährige erstmals das Training leiten.
Mit der Entlassung Lopeteguis, der erst im Sommer das Erbe des überaus erfolgreichen Zinedine Zidane antrat, wolle man "die Dynamik der ersten Mannschaft verändern, da alle Saisonziele noch erreichbar sind", teilte der spanische Rekordmeister mit und führte aus:
Pérez hat auf Kabinenbesuch verzichtet
Lopetegui, berichteten spanische Medien, habe sich noch am Sonntagabend im Camp Nou von der Mannschaft verabschiedet. Der allmächtige Klubpräsident Florentino Pérez hatte den Schauplatz des Debakels derart verärgert verlassen, dass er auf den obligatorischen Kabinenbesuch verzichtete.
Dass Lopetegui tags darauf zum "Abschiedstraining" ("Marca") erschien, änderte nichts daran, dass seine Tage bei Real gezählt waren. Sein Aus und das Engagement Antonio Contes sollten am Montagabend beim Direktorentreffen beschlossen werden. Doch lediglich einer dieser Pläne wurde in die Tat umgesetzt.
Am Nachmittag nämlich stellte sich Conte nach übereinstimmenden Angaben der gut informierten Sportblättern "AS" und "Marca" quer. Demnach habe der 49-Jährige den Königlichen in letzter Minute abgesagt.
Dem stolzen Disziplinfanatiker habe missfallen, wie seine nahende Berufung von einflussreichen Teilen der Real-Mannschaft aufgenommen worden sei.
"Respekt verdient man sich, man kann ihn nicht erzwingen", hatte Kapitän Sergio Ramos erklärt: "Die Art, wie ein Trainer mit der Kabine umgeht, ist wichtiger als sein Fachwissen." Auch der Klubheilige Jorge Valdano kritisierte den autoritären Ansatz Contes. Nun wird wohl ein anderer den Champions-League-Sieger zurück zu alter Stärke führen müssen.
1:5-Pleite für Pérez nicht hinnehmbar
Fünf Niederlagen in den vergangenen sieben Spielen, Platz neun in der Liga hinter Klubs wie Alaves, Levante, Valladolid oder Getafe, und sieben Punkte Rückstand auf Barça waren für den stolzen Perez nicht hinnehmbar.
Der Clásico war "die letzte Schaufel Erde" auf Lopeteguis Grab, schrieb die "AS". "Madrid war ein Desaster", gab Mittelfeldmann Casemiro zu. "Die Lage ist beschissen", sagte Ramos: "Wir unterstützen den Trainer bis zum Tod, aber die Entscheidungen werden oben getroffen."
Isco sagte:
Lopetegui war nicht Pérez' erste Wahl auf die Nachfolge von Erfolgscoach Zidane. Mauricio Pochettino, Massimiliano Allegri, Conte, Jürgen Klopp, Julian Nagelsmann - sie alle wurden vergeblich kontaktiert, ehe er Spaniens Nationalmannschaft deren Erfolgscoach entriss.
Pérez, ätzten Kritiker, habe binnen vier Monaten die Seleccion und Real zerstört.
Auf Ronaldo verzichten zu können war ein Irrglaube
"Es ist nicht nur Julens Schuld", titelte das Real-Hausblatt Marca am Montag - ein klarer Verweis auf den Präsidenten. Der saß dem Irrglauben auf, auf Tormaschine Cristiano Ronaldo verzichten zu können.
Während CR7 für Juventus Turin trifft und trifft, erzielte Real nur vier Tore in den jüngsten sieben Spielen, insgesamt 21 in 14 - acht weniger als in der vergangenen Saison. "Meinem Sohn wurden 50 Tore gestohlen", klagte Lopeteguis Vater Jose Antonio mit Blick auf den Ronaldo-Verkauf.
Am Mittwoch im Hinspiel des Sechzehntelfinales der Copa del Rey bei Drittligist UD Melilla wird Solari sein Debüt feiern. Gemäß der Regularien in Spanien darf ein Interimstrainer maximal 14 Tage die Verantwortung tragen. Danach muss er durch eine Dauerlösung ersetzt - oder selbst zum Chef befördert werden.
Real Madrid zeigt Interesse an Manchester-United-Trainer José Mourinho und dem belgische Nationaltrainer Roberto Matinez, doch bei beiden könnte es sich schwierig gestalten sie zu verpflichten.
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