Real Madrid in der Krise: Welche Spieler den Königlichen jetzt helfen würden

Zehn Punkte Rückstand auf den Erzrivalen FC Barcelona, Frust bei den Fans und Feuer unter Dach: Real Madrid und Trainer Santiago Solari stecken in der Krise. Umso wichtiger, dass sich die Königlichen im Winter-Transferfenster personell verstärken. Mit Brahim Diaz wurde ein erster Spieler verpflichtet. Der 19-Jährige kommt von Manchester City, doch das spanische Talent alleine wird nicht genügen.

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Dennoch ist Präsident Florentino Perez begeistert von Diaz und sagte bei dessen Präsentation:
Perez betonte, dass Real daran arbeite, sich für die Gegenwart und Zukunft mit Talenten von höchster Qualität zu verstärken. Ein weiterer solch talentierter Spieler scheint im Sommer zu kommen: Die Königlichen sind sich angeblich mit dem argentinischen Mittelfeldspieler Exequiel Palacios einig.

Problemzone Sturm und Linksverteidigung

Diese Transfers sind zwar perspektivisch gut, helfen aber diese Saison wohl nur bedingt. Vor allem auf zwei Positionen besteht laut Jose Arronis, Fußballexperte bei Eurosport Spanien in Madrid, Nachholbedarf:
Vor allem im Sturm gibt es seit Cristiano Ronaldos Abgang im Sommer ein riesiges Loch. Real hat in 18 Ligaspielen erst 26 Tore erzielt, so wenige wie zuletzt in der Saison 1993/94. Zudem schossen die Madrilenen bisher schon sieben Mal gar kein Tor, in der letzten Saison blieben sie nur sechs Mal torlos. Besonders schmerzt in Madrid auch, dass Lionel Messi und Luis Suarez für Barca zusammen bereits 28 Tore erzielt haben - mehr also als das gesamte Team von Real.
Die Real-Bilanz hingegen ist dürftig: Karim Benzema steht bei sieben Treffern. Mariano Diaz, der im Sommer als eine Art Ronaldo-Ersatz geholt wurde, wegen Verletzungen bei nur zehn Spielen und nur einem Tor. Gareth Bale hat ebenfalls erst sieben Treffer erzielt und wurde von spanischen Medien erwischt, wie er noch vor dem Ende des Spiels gegen Real Sociedad in der 78. Minute mit seinem Auto das Bernabeu verließ.
Linksverteidiger Marcelo schwächelt schon die ganze Saison und zeigte besonders in den letzten zwei Spielen eine miserable Leistung. Er beging Fehler im Stellungsspiel, einerseits zum Ausgleich im Spiel gegen Villarreal, andererseits vor dem Elfmeter für Real Sociedad. Dazu ist er auch in der Offensive nicht mehr so stark wie einst und wurde von den Fans bei jeder Ballberührung ausgepfiffen.
Um sich noch im Januar entscheidend zu verstärken, hat Real Madrid nun folgende Optionen:

Stürmer-Star kaufen: 3 Kandidaten

Edinson Cavani: Der Stürmer von PSG ist auch auf dem Transferradar von Chelsea und könnte der torarmen Offensive Reals sicherlich helfen. Der 31-Jährige hat diese Saison wettbewerbsübergreifend schon 13 Treffer erzielt. Bei einem Marktwert von über 50 Millionen Euro dürfte ein Transfer relativ kostspielig sein.
Mauro Icardi: Hinter dem Kapitän von Inter Mailand sind die Königlichen schon lange her. Fast in jedem Transferfenster gibt es Gerüchte über einen möglichen Wechsel des Argentiniers in die spanische Hauptstadt. Er steht bei dreizehn Toren in 22 Spielen, ist bei einem Marktwert von 100 Millionen Euro aber höchstwahrscheinlich mehr als doppelt so teuer wie Cavani.
Nicolas Pépé: Hinter dem Flügelstürmer von Lille sind fast alle Topklubs aus Europa her. Er ist erst 23 Jahre alt und hat diese Saison in 20 Spielen zwölf Tore erzielt. Er wird mit einem Marktwert von 40 Millionen Euro gehandelt, wäre deshalb wohl nicht so teuer wie Cavani oder Icardi. Allerdings hat er wiederholt erwähnt, dass er den Ligue-1-Klub diese Saison nicht verlassen will.

Abwehr stabilisieren: 3 Kandidaten

Marcos Alonso: Der Spanier von Chelsea ist sowohl in der Defensive als auch in der Offensive stark und schießt gute Standards. Der 28-Jährige spielte diese Saison fast jede Partie, hat allerdings im Oktober seinen Vertrag verlängert und einen Marktwert von 45 Millionen Euro.
José Gaya: Der spanische Nationalspieler von Valencia ist erst 23 und einer der besten Linksverteidiger in Spanien. Das Problem ist, dass er im vergangenen Mai einen neuen Vertrag unterschrieben hat und seine neue Ausstiegsklausel bei 100 Millionen Euro liegt.
Junior Firpo: Der 22-Jährige von Betis Sevilla ist einer der Aufsteiger der bisherigen Saison. Er bestritt vor einer Oberschenkelverletzung 18 Partien für Betis und wird laut mehreren spanischen Medien schon länger mit Real in Verbindung gebracht. Seine Ausstiegsklausel beträgt, da er einen Vertrag bis 2023 besitzt, bei 50 Millionen Euro.

Auf Jugendabteilung und Isco setzen

Kurz nach Solaris Amtsantritt setzte dieser, auch wegen Verletzungen der Stars, vermehrt auf junge Spieler. Verteidiger Sergio Reguilon kam so auf sieben Einsätze, unter anderem spielte er bei Siegen gegen Valencia und Real Valladolid die gesamte Partie auf der Linksverteidiger-Position. Auch der bereits 23-jährige Marcos Llorente startete neun Partien im defensiven Mittelfeld. Als die routinierten Spieler von Verletzungen zurückkamen, blieb für die jungen Spieler allerdings nur der Platz auf der Bank oder auf der Tribüne. Zuletzt fielen beide auch mit kleineren Blessuren aus.
Isco spielte in der letzten Saison unter Zinédine Zidane eine wichtige Rolle - doch seit Solari Trainer ist, stand er nicht mehr in der Startaufstellung (außer Ende Oktober beim Clásico). Für ihn spielt vermehrt Vinicius Junior, der seine Sache sehr gut macht, oder Lucas Vasquez, der gegen Sociedad vom Platz flog.

Trainerfrage: Löst Mourinho jetzt Solari ab?

Fußballexperte Arronis betont allerdings, dass es sehr schwer für Real werde, Topspieler in diesem Transferfenster zu verpflichten.
Ein anderer wichtiger Punkt ist zudem die Frage, ob bzw. wie lange Real an Trainer Solari festhält. Die "Marca" schreibt zum Beispiel, dass der Coach bereits entlassen worden wäre, aber weil zuvor schon Julen Lopetegui gehen musste, er mehr Schonfrist genieße. Dennoch: "Er muss etwas ändern und Entscheidungen treffen, um Real aus dieser Krise zu führen und ein Statement zu machen. Er muss diese Entscheidungen treffen, tut er dies nicht wird sie der Klub für ihn übernehmen."
Arronis sagt zum Thema Solari:
Viel Zeit für Verbesserungen bleibt nicht. Diese Woche folgt das Pokalhinspiel gegen Leganés und danach die schwierigen Ligaspiele gegen die direkten Konkurrenten Betis Sevilla und Sevilla.
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