El Clásico | Toni Kroos blüht bei Real Madrid wieder auf, Leo Messi verblasst

Real Madrid ist zurück an der Tabellenspitze in La Liga. Der 2:0-Sieg im Clásico gegen den FC Barcelona im heimischen Estadio Santiago Bernabéu war vollkommen verdient. Vor allem Toni Kroos setzte mit seinem Pass zum 1:0 von Vinícius Júnior einen entscheidenden Akzent. Die "Königlichen" sind zurück in der Spur. Auf Leo Messi und Barça kommen schwierige Zeiten zu. Drei Dinge, die auffielen.

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1. Kroos war, ist und bleibt Gold wert

Viele Augen waren vor dem Clásico auf Toni Kroos gerichtet. Der deutsche Nationalspieler war unter der Woche von Zinédine Zidane ausgerechnet in der Champions League gegen Manchester City (1:2) auf die Bank verbannt worden. Der Blätterwald in Madrid rauschte danach gehörig - und Zidane bekam ordentlich Gegenwind.
Beim 2:0-Erfolg im Clásico ließ er Luka Modric draußen und setzte im zentralen Mittelfeld wieder auf Kroos. Der 30-Jährige zahlte das Vertrauen zurück und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass er für die "Königlichen" Gold wert war, ist und bleibt. Kroos war Dreh- und Angelpunkt des Real-Spiels: Wenn auch mit leichten Schwächen in der Defensivbewegung, präsentierte er sich gewohnt ballsicher und präzise.
Am Ende kam er auf eine Passquote von überragenden 98 Prozent! Der Höhepunkt: In der 71. Minute bekam er in halblinker Position den Ball, wurde nicht angegriffen, gab Vinícius Júnior ein Kommando per Fingerzeig, der sprintete in die Lücke, bekam den Pass und schloss zum 1:0 ab. "Wir haben das im Training einstudiert - es war eine wunderschöne Vorlage", erklärte der Torschütze später. Es war die Entscheidung, danach war Barça komplett k.o. - und Kroos der Gewinner.

2. Real findet seinen Stil, Barça sucht ihn noch

Zidane war klar, dass er in dieser Saison etwas ändern musste, damit der FC Barcelona wieder vom Thron gestoßen werden kann. Der Real-Coach richtete sein Team aggressiver aus, es wird höher gepresst - und das mit Leidenschaft. Es klappt und bringt Erfolg. Real ist wieder Spitzenreiter, der Triumph im Clásico könnte der entscheidende Schub im Meisterrennen gewesen sein. "In der zweiten Halbzeit sind wir überhaupt nicht mehr hinten rausgekommen", musste auch FCB-Akteur Sergio Busquets einräumen.
Es ist erstaunlich, stand doch gerade Barça dafür, sich aus jeder Situation spielerisch befreien zu können. Unter dem neuen Trainer Quique Setién ist zwar einiges besser geworden, das Team ist insgesamt stabiler und spielt wieder mehr auf Ballbesitz und Kurzpässe, präsentiert sich aber in der Defensive dennoch weiter anfällig. Vorne fehlt es indes durch die Verletzungen von Ousmane Dembélé und Luis Suárez extrem an Tempo. Wenn dann auch noch beste Chancen wie die von Messi vergeben werden, der sich frei vor dem Tor den Ball noch von Marcelo abnehmen ließ (75.), reicht es nicht mehr zu einem Punktgewinn im Bernabéu.

3. No Messi, no party

Es war nicht der Abend des Leo Messi. Noch immer - beziehungsweise gerade jetzt - hängt in der Offensive alles von der Leistung des Argentiniers ab. Oft ist die weltklasse, doch im Clásico war sie ausnahmsweise mau. Nur 21 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er. 86 Ballaktionen, drei Torschüsse und eine Passquote von 95 Prozent mögen sich gut anhören, waren für einen Ausnahmespieler wie ihn in solch einem wichtigen Spiel aber zu wenig. Ob es Setiéns taktische Anweisung oder die Initiative des 32-Jährigen selbst war, wurde nicht bekannt, offensichtlich war an diesem Abend jedoch, dass Messi sehr tief stand und eher kraftlos wirkte.
Symptomatisch war die bereits beschriebene Szene in der 75. Minute, als er frei vor dem Real-Tor auftauchte, ihn Marcelo aber noch einholte und das Spielgerät vom Fuß spitzelte. Die Fans rieben sich die Augen, solch eine Chance lässt sich Messi sonst eigentlich nicht entgehen. Setién spielte nach der Partie die Bedeutung der Niederlage herunter: "Wir dürfen nicht glauben, dass nur Leo Tore schießen kann. Es gibt noch viele Spiele, es kann noch viel passieren", blickte er kämpferisch nach vorne.
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