Der FC Barcelona musste für das Spiel gegen Außenseiter Elche ohne Superstar Lionel Messi, der nach einer roten Karte gesperrt fehlte, auskommen und hatte zudem drei Pokalpartien über 120 Minuten in den vergangenen zehn Tagen in den Knochen.
Die Voraussetzungen waren also nicht optimal für die Katalanen, die sich schon mehrfach in dieser Saison gegen die kleinen Gegner schwergetan, sich aber in den letzten Wochen wieder in die Spitzengruppe in La Liga geschoben hatten.
Die Gäste aus Barcelona ließen es nach den kräftezehrenden Spielen der vergangenen Woche zunächst verhalten angehen. Das Pressing begann häufig erst ab der Mittellinie und so konnte auch Elche (44% Ballbesitz in den ersten 20 Minuten) den Ball durch die eigenen Reihen laufen lassen.
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Auch im Spiel nach vorne fehlten Barça das Tempo und die Dynamik. So ergaben sich nur wenige Torraumszenen. Den ersten Abschluss verzeichnete die Blaugrana nach einem Freistoß von Ousmane Dembélé aus dem Halbfeld. Frenkie de Jong brachte den Ball im Fallen mit dem Kopf auf das Tor, Elche-Keeper Edgar Badia stellte das aber vor keine Probleme (12.).
Später verfehlten sowohl Jordi Alba (29.) als auch Pedri (36.) nach abgefälschten Flanken per Nachschuss das Tor. Als Elche mal etwas aufrückte, ließen sich Dembélé und Pedri zu viel Zeit, sodass nur ein Distanzschuss durch Sergio Busquets heraussprang (34.).
Elche zog sich mit zunehmender Spieldauer immer weiter zurück und beschränkte sich fast ausschließlich auf die Verteidigung. Bei einem der seltenen Ausflüge nach vorne köpfte Raúl Guti nach einer Flanke von Johan Mojica über das Tor (20.).
Fast logischerweise half Elche dann beim erlösenden Barça-Treffer kräftig mit. Eine halbhohe Flanke von Martin Braithwaite bugsierte Diego González beim Klärungsversuch in Richtung des eigenen Kastens. De Jong drückte den Ball, der auch so im Tor gelandet wäre, zur 1:0-Führung über die Linie (39.).
Immerhin weckte der Treffer Elche noch ein wenig auf. Josan prüfte Marc-André ter Stegen mit einem Schuss von der Sechzehnerkante, im Nachfassen hielt der deutsche Keeper den Ball fest (41.).
In der zweiten Halbzeit zeigte sich das gleiche Bild. Barcelona hatte viel Ballbesitz und spielte auf den nächsten Treffer, ohne dabei besonders gefährlich zu werden.
Wie aus dem Nichts bot sich für Elche plötzlich die Gelegenheit zum Ausgleich. Óscar Mingueza verschätzte sich bei der Ballannahme, Emiliano Rigoni schnappte sich die Kugel und zog alleine in Richtung des Tores von ter Stegen. Doch der Argentinier scheiterte am Fuß des stark parierenden deutschen Nationaltorwarts und vergab die hundertprozentige Gelegenheit (56.).
Auf der anderen Seite hatte Dembélé die erste Barça-Chance der zweiten Hälfte. Doch Badia wehrte den Schuss des Franzosen zur Seite ab (57.).
Die Gäste behielten die volle Kontrolle über das Spiel, kamen aber erst in der Schlussphase noch mal zu Chancen. Der eingewechselte Trincão versuchte es erst mit einem Schuss aus halbrechter Position (83.), dann mit einem Kopfball aus kurzer Distanz (87.), scheiterte aber beide Mal am stark reagierenden Badia.
Kurz darauf war Elches guter Schlussmann dann aber geschlagen. De Jong zog ungehindert in den Strafraum und chippte den Ball an den langen Pfosten. Dort köpfte der zwei Minuten zuvor eingewechselte Riqui Puig aus kurzer Distanz zum 2:0-Endstand ein (89.).
Am Ende stand ein hochverdienter Sieg, auch wenn sich Barcelona lange offensiv schwertat. Durch den Dreier schieben sich die Katalanen am FC Sevilla vorbei auf Rang drei.

Die Stimmen zum Spiel:

Frenkie de Jong (FC Barcelona): "Ich denke, dass wir seit Neujahr besser spielen. Wir haben in diesem Jahr alle Partien auswärts gespielt und in der Liga sogar alle Partien gewonnen. Wir haben sie gut unter Druck gesetzt, als sie versucht haben, den Ball hinten herauszuspielen. Wir haben in einer schweren Partie hart gearbeitet. Wir sind glücklich über den Sieg."
Ronald Koeman (Trainer FC Barcelona): "Wir sind mit dem heutigen Spiel zufrieden. Wir haben das ganze Spiel über sehr konzentriert und mit guter Ballbeherrschung gespielt. Wir hatten auch die Geduld, das Tor zu machen und haben gut gepresst."
Gonzalo Verdú (FC Elche): "Wir haben - angefangen bei mir - zu viele individuelle Fehler begangen. Wir müssen konzentrierter sein."

Das fiel auf: Kein Offensivkonzept ohne Messi

Für den neutralen Fußballfan bot sich wahrlich kein Spektakel. Barcelona war zwar feldüberlegen, schaffte es gegen tiefstehende Gastgeber aber fast gar nicht in die Nähe des gegnerischen Tores. Bei den Passkombinationen fehlte fast gänzlich die Tiefe, nur Dembélé versuchte sich ab und zu mit einem Dribbling.
Insgesamt wirkte Barças Offensive recht planlos – ob Messi dieses Problem hätte lösen können, bleibt offen. Dennoch: Bei den Katalanen fehlte jemand, der die Angriffe initiierte. Passenderweise war der erste Treffer auch eher der Kategorie Zufallsprodukt zuzuordnen. Gegen stärkere Gegner als das limitierte Elche reicht das nicht.

Der Tweet zum Spiel:

Für Elche lief in diesem Spiel nur wenig zusammen. Die Gastgeber kamen nur selten gefährlich vor das gegnerische Tor. Und doch hatten sie in 56. Minute die große Chance auf den Ausgleich. Nach einem üblen Patzer von Mingueza tauchte Rigoni frei vor ter Stegen auf. Doch der Keeper baute sich vor dem Argentinier auf und vereitelte den Treffer mit einer tollen Tat mit dem Fuß.

Die Statistik: 1978

Elche verschanzte sich meist tief in der eigenen Hälfte und schien in erster Linie darauf zu hoffen, kein Gegentor zu erhalten. Offensiv passierte dagegen fast gar nichts. Und damit reihte sich Elche an diesem Tag in die historische Serie ein. Denn seit 1978 schaffte es der Klub nicht mehr, ein Tor gegen Barcelona zu erzielen. Die Bilanz in den letzten elf Spielen lautet: neun Barça-Siege, zwei Unentschieden, 33:0 Tore.
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