FC Barcelona ist ratlos: Selbst Koeman weiß nicht mehr weiter

Fünf Siege in der Champions League und das Top-Spiel gegen Juventus Turin sind beim FC Barcelona nur Nebensache, denn in La Liga taumelt der Klub einer historisch schlechten Saison entgegen. Drei Punkte trennen Barça aktuell nur vom Abstiegsrelegationsplatz, die große Ratlosigkeit ist allgegenwärtig. Glaubt man der Statistik, geht es schon längst nicht mehr um den Meistertitel.

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Dass auch Real Madrid am 6. Spieltag beim unangenehmen Aufsteiger FC Cádiz verlor, wird beim FC Barcelona nach der 1:2-Auswärtspleite niemanden trösten.
Große Ratlosigkeit macht sich bei den historisch schlechten Katalanen dieser Tage breit. "Es ist schwer zu erklären", sagte Trainer Ronald Koeman nach der Niederlage. "Wir hatte eine gute Woche. Doch schon wieder hat der Gegner das erste Tor erzielt."
"Es ist besorgniserregend, dass wir so oft verlieren. Je öfter wir versagen, desto weiter entfernen wir uns von den Spitzenpositionen - die unser eigentliches Ziel sind", befand Führungsspieler Sergio Busquets vor dem Champions-League-Match am Dienstagabend gegen Juventus Turin (21:00 Uhr im Liveticker).
Koeman fügte an, man habe "die eigenen Chancen, die Liga zu gewinnen, enorm geschmälert".

FC Barcelona nach zehn Spieltagen: Historisch schlecht

Glaubt man der Statistik, geht es für Barça in der laufenden Spielzeit längst schon nicht mehr um den Meistertitel, sondern nur noch um die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb.
Vier Siege, zwei Unentschieden, vier Niederlagen - die Bilanz des FC Barcelona nach zehn Spieltagen ist erschreckend. Schlechter waren die Katalanen zuletzt in der Saison 1987/88.
Damals gingen fünf der ersten zehn Ligaspiele verloren, mit umgerechnet 13 Punkten (damals noch Zweipunkteregel) rangierte man an Spieltag zehn auf dem 16. Tabellenplatz. Die Saison beendete Barça auf dem sechsten Rang.
Aktuell sieht es rein tabellarisch etwas freundlicher aus. Platz neun mit noch zwei Nachholspielen gegen FC Elche und Athletic Bilbao in der Hinterhand, in denen noch Boden gutgemacht werden kann. Trotzdem: Seit Einführung der Dreipunkte-Regel hat nach so einem Start noch keine Mannschaft die spanische Meisterschaft gewonnen.

Zu viele Nebenkriegsschauplätze

Doch was läuft in Barcelona derzeit so schief? Was sind die Gründe für die sportliche Talfahrt in dieser Saison. So ganz kann sich das niemand wirklich erklären.
Dass neben der fußballerischen Krise auch eine finanzielle aufs katalanische Gemüt drückt, dass mit Lionel Messi das Aushängeschild und der stolz einer ganzen Generation an einen Abschied aus Barcelona denkt, macht es jedoch nicht einfacher, in der Liga die gewohnte Sicherheit zurückzugewinnen.
Auffällig: Barcelona lag in sechs der zehn Ligaspiele zurück, was man als Konzentrationsschwäche interpretieren kann. Das Problem: Noch kein einziges dieser Spiele wurde komplett gedreht (zwei Remis, vier Niederlagen).

Seltsam schwache Offensive

Das wiederum kann durchaus der für Barça-Verhältnisse seltsam schwachen Offensive zugeschrieben werden. 20 Tore nach zehn Spielen, macht statistisch gesehen ein Tor alle 45 Minuten - der schlechteste Wert der Katalanen seit zwölf Jahren.
Auch in Sachen Effizienz gibt die hochkarätig besetzte Sturmreihe des FC Barcelona Rätsel auf.
Die Mannschaft benötigt 3,25 Torschüsse für einen Treffer - ebenfalls der schlechteste Wert seit langem (13 Jahre). Es bedarf also einer ordentlichen Leistungssteigerung vor allem im Angriff.

In der Champions League im Soll

Die erste Chancen zur Rehabilitation gibt es am Dienstag gegen Juventus Turin. Schon ein Punkt reicht Barça sicher zum Gruppensieg in Gruppe G - den direkten Vergleich würde man auch bei einer Niederlage mit einem Tor unterschied gewinnen (2:0 im Hinspiel in Turin).
Auf der Pressekonferenz sagte Trainer Koeman: "Auch wenn wir keine Chance haben, im Training noch Dinge zu trainieren; wir müssen die Balance finden und effektiver werden."
In erster Linie dürfen sich Weltklasse-Spieler wie Antoine Griezmann, Lionel Messi oder Philippe Coutinho angesprochen fühlen.
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Quelle: Perform

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