Am Ende ist alles traurig.
Einige Meldungen in den Medien und dann eine Stellungnahme, die die Schuld der Liga in die Schuhe schob, ein Video mit seinen besten Szenen aus 21 (!) Jahren. Und das war es. Das Ende der Ära Messi beim FC Barcelona. Das kann es doch nicht gewesen sein.
Messi ist nicht irgendein gewöhnlicher Spieler. Und der FC Barcelona kein gewöhnlicher Verein! Barcelona ist der Klub von Cruyff, Ronaldinho, Guardiola. Es ist der Verein, der lange für den perfekten Fußball stand und neue Standards setzte.
La Liga
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05/08/2021 AM 21:29
Herz und Seele in der Zeit voller Erfolge war ein kleines Kind aus Rosario, der möglicherweise größte Fußballer aller Zeiten. Zehn Meister-Titel. Sieben Pokale. Vier Mal Henkelpott. 672 Tore. Sechs Ballon d’Ors. Unzählige Erinnerungen.

Die große Leere beim FC Barcelona

Und diese Tweets sind das Beste, was sein Verein hatte tun können, um Messi zu verabschieden? Es ist erbärmlich. Es fühlt sich einfach so leer an.
Es hieß, dass es eine Vereinbarung zwischen Spieler und Verein gegeben habe und der Vertragsabschluss nur durch die Finanzregeln der Liga blockiert wurde. Doch dahinter steckt mehr.
Messi soll unbeeindruckt von den Neuverpflichtungen des Sommers gewesen sein und regelrecht frustriert, dass es nicht gelang, Cristian Romero von Atalanta Bergamo zu holen.
Ohnehin verhält sich Barcelona auf dem Transfermarkt irgendwie merkwürdig. Gleichzeitig wandern zahlreiche Talente ab. La Masia, einst Vorbild für alle Jugendakademien auf der Welt, gleicht mittlerweile einem Brachland. Finanziell wird der Verein katastrophal geführt - die Spieler sind überbezahlt, selbst die, die kaum eine Rolle spielen. Die interne Finanzkrise ist der Hauptgrund, warum Messi gehen muss.

Lionel Messi

Fotocredit: Getty Images

Doch da ist noch mehr: Nachdem Luis Enrique als Triple-Trainer ging, gelang es der sportlichen Leitung nicht, adäquaten Ersatz zu beschaffen. Das Vorhaben, Legende Xavi zurückzuholen, scheiterte krachend. Das führte dazu, dass Quique Setien geholt wurde. Ein Fehlgriff.
Ein zweiter Versuch bei Xavi wurde gestartet, letztlich kam im Sommer 2020 Ronald Koeman. Xavi ist nicht dumm, deshalb sagte er auch in diesem Sommer "Nein" zu Barcelona. Es rumort im ganzen Verein. Auf allen Ebenen.
Die unglaubliche Fülle von Inkompetenz hat Messi dazu gezwungen, jetzt neue Wege gehen zu müssen. Es wird im Fußball künftig wenig Seltsameres geben als einen Messi in Himmelblau oder in Blau-Weiß-Rot.

Messi inmitten eines Machtkampf

Vielleicht gibt es noch eine klitzekleine Chance, dass Messi bleibt.
Wenn er tatsächlich auf sehr viel Geld verzichten würde. Aber warum sollte er das machen? Nur um sich vernünftig zu verabschieden? In der aktuellen Verfassung spielt Barcelona sicher nicht um den Titel in der Champions League mit.

Lionel Messi

Fotocredit: Getty Images

Vielleicht knickt die Liga doch noch ein und ändert ihre Regeln, wenn nach Cristiano Ronaldo auch noch Messi das Land verlässt? Aber selbst wenn dem so sein sollte, wie weit ist es gekommen, dass der große FC Barcelona auf solch ein Politik-Machtspiel angewiesen ist?
Messi verlässt den FC Barcelona. Das Undenkbare wird real. Und Manchester City bezahlt 120 Millionen Euro für Jack Grealish. Der Fußball ist verrückt.
Am Ende ist alles traurig.
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