"Straight to work", schrieb er nach seinem ersten "echten" Arbeitstag. Direkt zur Arbeit. Vorstellung war gestern, am Donnerstag führte der Weg von David Alaba bei Real Madrid nicht vor die Presse, sondern auf den Trainingsplatz.
Kennenlernen der Kollegen beim Warmlaufen und einige Spielformen standen auf dem Programm von Trainer Carlo Ancelotti.
Dass er und Alaba sich seit gemeinsamen Zeiten beim FC Bayern (Juli 2016 bis September 2017) wertschätzen, ist bekannt. "Ich war traurig, dass Zinedine Zidane gegangen ist, aber ich bin ebenso glücklich, dass Ancelotti übernommen hat", sagte Alaba bei seiner Vorstellung. Ihm wird die Verbindung zum italienischen Coach in der ersten Phase definitiv helfen. Für die Rolle, die für ihn vorgesehen ist, ist die Rückendeckung des Trainers unabdingbar.
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Ancelotti wollte sich zwar nicht konkret dazu äußern, wo er Alaba einplant. Doch alles deutet daraufhin, dass er der legitime Nachfolger von Sergio Ramos wird. Und das nicht nur, weil er dessen Trikotnummer vier bekommen hat. Die Gerüchte um einen Weggang von Raphael Varane (zu Manchester United?) halten sich hartnäckig, im zentralen Mittelfeld haben indes Toni Kroos, Luka Modric und Casemiro das Sagen, links hinten wird auf Ferland Mendy gebaut. Die verbleibenden Innenverteidiger, Eder Militao und Nacho, wollen und müssen geführt werden.

Alaba darf Nummer 27 nicht behalten

Gerne hätte Alaba mit seiner vertrauten Nummer 27 gespielt, doch in Spanien dürfen Spieler einer Profimannschaft eben nur Nummern von eins bis 25 tragen. "Ich weiß, was die Nummer für den Klub bedeutet und das motiviert mich. Sie repräsentiert Stärke und Leadership, ich werde alles für die Nummer geben", kündigte er an.
Es sind Worte, denen er nun schnell Taten folgen lassen muss. Druck ist er aus seiner Zeit beim FC Bayern gewöhnt, doch bei Real ist alles eine Nummer größer, ernster, heftiger. Nach einem Rundumblick im spanischen Pressespiegel wird klar: Respektiert wird Alaba für seine Leistungen und Titel mit Bayern zweifellos. Ob er aber tatsächlich zur dringend benötigten Führungsfigur taugt, als der Erbe von Legende Ramos, wird als große Herausforderung betrachtet. Und zwischen den Zeilen finden sich immer wieder leise Zweifel daran.
"Ebenso wie er beweisen muss, dass er vielseitig einsetzbar ist als Innenverteidiger, Linksverteidiger oder zentraler Mittelfeldspieler, so muss er zeigen, dass er ein Leader ist", schrieb "Marca"-Redakteur Carlos Carpio mit forderndem Unterton.
In München betitelte ihn sein Trainer Hansi Flick klar als "Abwehrchef". In der Mannschaft war er akzeptiert und dirigierte lautstark seine Abwehr- und Vorderleute. Er hatte aber mit Thomas Müller, Manuel Neuer und Joshua Kimmich auch starke Persönlichkeiten neben sich. Es war eine gestandene Hierarchie, geprägt von gegenseitigem Respekt, die das Gerüst für den Erfolg bildeten. Bei Real muss Alaba diese nun neu mitgestalten. Hemmungen vor Sprachbarrieren darf er nicht haben, er muss sofort Leistung bringen und vorangehen, um sich schnell zu akklimatisieren.

Vom "Jungen" zum Mann?

"Ich bin nicht gekommen, um mich mit anderen zu vergleichen. Ich bin David Alaba und werde David Alaba bleiben. Ich bleibe ich selbst", sagte er. Die Herausforderung Real bedeutet für ihn auch, sich selbst noch mehr Profil zu verleihen.
In München war er immer irgendwie "unser Daaavid" (Uli Hoeneß). Der "Junge" aus der eigenen Jugend. Immer dabei, belächelt für seinen Wiener Schmäh, immer zuverlässig, aber am Ende - wie bei Kroos - nicht gut genug, um ihm alle finanziellen Wünsche - wie bei Thomas Müller - zu erfüllen.
Alaba will es sich garantiert auch selbst beweisen, dass er eine echte Führungsrolle bekleiden kann. Die Vorfreude und Perspektive darauf sind groß beziehungsweise vielversprechend. Ob er alle Zweifler verstummen lassen kann, wird sich erst noch zeigen.
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