Real Madrid vergeigt La-Liga-Spiel gegen FC Girona: So wird es nichts mit den Titeln

Real Madrid steht vor den wichtigsten Wochen der Saison. Zwei Titelchancen verbleiben - in der Copa del Rey und Champions League. Doch nach der 2:4 (1:2)-Niederlage gegen den FC Girona in der Liga schrillen leise die Alarmglocken. Vor allem die Deutlichkeit der Pleite und die Art und Weise sind durchaus bedenklich. Verspielt Real die letzten Chancen? Trainer Carlo Ancelotti bleibt (noch) ruhig.

Ancelotti kritisiert Real: "Mannschaft hat sich heute geweigert"

Quelle: Perform

Die Stars von Real Madrid gingen nach der bitteren 2:4 (1:2)-Ligapleite gegen Aufsteiger Girona wortlos an den wartenden Journalisten vorbei.
Kein Kommentar nach einer sehr schwachen Leistung. Einzig Trainer Carlo Ancelotti äußerte sich auf der Pressekonferenz zum Debakel. "Es war ein harter Abend. Wir waren defensiv sehr schlecht, und das hat das Spiel entschieden", analysierte der Italiener nüchtern.
Genau diese schwächelnde Defensive überraschte. Nichts mehr zu sehen von der Stabilität der vergangenen Wochen. Ancelotti brachte es auf den Punkt: "Wir haben in sechs der letzten sieben Spiele kein einziges Tor kassiert und heute haben wir vier bekommen."
Doch war die Niederlage nur ein Ausrutscher? Oder wackelt Real ausgerechnet vor den Wochen der Wahrheit?

Real Madrid hat noch zwei Titelchancen

Bereits am 6. Mai geht es für die Madrilenen um den ersten Titel der Saison. Im Copa-del-Rey-Finale wartet Osasuna auf den Favoriten. Nur drei Tage später kommt es zum Gigantenduell in der Champions League. Im Halbfinal-Hinspiel empfangen die Königlichen Manchester City (21:00 Uhr im Liveticker). Knapp eine Woche später, am 17. Mai, entscheidet sich in Manchester, wer ins Endspiel einzieht.
Für Real bleiben es in dieser Saison die einzigen Titelchancen. In der Liga thront der FC Barcelona an der Tabellenspitze mit elf Punkten Vorsprung bei noch sieben Spielen. Barça hat sogar noch ein Spiel weniger auf dem Konto.
Auch wenn Real den Meistertitel für diese Spielzeit abgehakt hat, kommt die Deutlichkeit der Niederlage gegen Girona überraschend. Seit dem Jahreswechsel verloren die Madrilenen sieben von 29 Spielen. Bis zum Duell mit den Katalanen kassierte Real seit Anfang März nur fünf Gegentore.
Girona wird damit langsam, aber sicher zum Real-Schreck. Die Königlichen, die am Dienstag auf Stammkeeper Thibaut Courtois und Kapitän Karim Benzema verzichten mussten, gewannen nur zwei ihrer sechs Spiele gegen den Liga-Rivalen. Gegen keinen La-Liga-Verein ist die Quote schlechter. Zudem kassierte Real insgesamt 13 Gegentore. Gegen kein anderes Team in Spanien haben sie einen schlechteren Schnitt (2,17 Gegentore pro Spiel).

Ancelotti nimmt seine Mannschaft in die Pflicht

Ancelotti bemängelte vor allem das defensive Engagement seiner Mannschaft. Dieses sei entscheidend für sein Team, so der Real-Coach. "Wenn wir es nicht haben, werden wir Schwierigkeiten haben, Spiele zu gewinnen. Aber wenn wir es zeigen, werden wir Erfolg haben. Das ist der Schlüssel", erklärte Ancelotti: "Wir haben eine unglaubliche Qualität, und die muss durch eine engagierte Defensive unterstützt werden, die wir heute nicht hatten."
"Wir haben versucht, mit Einzelaktionen wieder ins Spiel zu kommen, nicht als Mannschaft. Wir waren individuell schlecht und die Defensive, die in den letzten Spielen sehr gut war, war heute nicht zu sehen", urteilte der Coach, kündigte aber für die kommenden Matches an: "Wir werden für das Copa-Finale und das Champions-League-Halbfinale in guter Verfassung sein." Sonst müsse er es "ihnen jeden Tag eintrichtern".
Einzig Vinicius Junior nahm Ancelotti explizit aus seiner Kritik heraus: "Er hat ein Tor und eine Vorlage gemacht. Er war gut, wie immer, aber der Mannschaft fehlte der Zusammenhalt."
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Vinicius Junior war einer der wenigen Lichtblicke

Fotocredit: Getty Images

Real Madrid muss Schwachstellen schließen

Der spanische Eurosport-Redakteur Felix Martin meinte zur Niederlage: "Madrid war von Anfang an nicht in der Lage, das Spiel zu gestalten, und es fehlte ihnen in allen Aktionen an Intensität." Der Fokus auf Pokal und Champions League sei verständlich, aber: "Real Madrid sollte in jedem Spiel antreten, um den Erwartungen, die der Schriftzug auf dem Trikot weckt, gerecht zu werden."
Zudem habe besonders der eigentlich sattelfeste Abwehrboss Eder Militão ungewohnte Schwächen gezeigt. "Für mich war das Spiel von Militão eine absolute Katastrophe. Seine Saison war brillant und er ist einer der besten Innenverteidiger der Welt, wenn nicht sogar der beste. Trotzdem hat er bei allen vier Toren von Girona praktisch versagt", analysierte der Experte.
Auch Ersatzkeeper Andriy Lunin hatte seinen Anteil an der Pleite. Fünf Schüsse kamen auf seinen Kasten, vier Mal traf Girona. Besonders beim zweiten Tor sah Lunin unglücklich aus, als der Ball durch seine Beine ging.
Taty Castellanos, der als erster Spieler seit Esteban Echevarría im Jahr 1947 vier Tore gegen Real in einem Ligaspiel schoss, deckte die Schwachstellen der Madrilenen schonungslos auf. Schwachstellen, die gegen Osasuna und vor allem Man City wieder geschlossen werden müssen. Denn sonst droht dem amtierenden Königsklassen-Champion ein titelloses Jahr.
Der Weckruf kam vielleicht zum passenden Zeitpunkt.
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Ladehemmung bei Lewandowski: Xavi rückt Verhältnisse gerade

Quelle: Perform

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