FC Barcelona schlittert in die Krise - Lewandowski in der Champions League so schlecht wie seit zwölf Jahren nicht mehr

Der FC Barcelona schlittert langsam aber sicher in eine sportliche Krise. In der Champions League blamierte sich der spanische Gigant in Antwerpen, bereits am vergangenen Wochenende setzte es eine empfindliche Pleite gegen den FC Girona. Neben der schwachen Defensive macht auch der menschelnde Robert Lewandowski Sorgen. Der Druck auf Trainer Xavi wird immer größer.

Robert Lewandowski

Fotocredit: Getty Images

"Es reicht!" Die spanische "Sport" hatte genug gesehen.
Es war nicht das einzige spanische Medium, das am Donnerstag nur wenige nette Worte für den FC Barcelona parat hatte. "Peinlich und inakzeptabel", fand die "Mundo Deportivo" die Leistung der Katalanen in Belgien.
2:3 hatte das große Barça am Mittwochabend in der Champions League beim bis dato punktlosen Schlusslicht Royal Antwerpen verloren. Prügel vom Prügelknaben quasi. Mit 3:15 Toren war das Team von Mark van Bommel in das abschließende Gruppenspiel gegen den schier übermächtigen Gegner gegangen - und triumphierte völlig überraschend.
Klar, zur Wahrheit gehört auch: Barcelona hatte bereits zuvor den Einzug in die K.o.-Runde perfekt gemacht. Auch Platz eins war der Blaugrana nur noch theoretisch zu nehmen, weshalb Trainer Xavi großflächig rotierte. Mit Robert Lewandowski, Ferran Torres, Jules Koundé oder Andreas Christensen standen jedoch genügend namhafte Spieler auf dem Rasen.
Und die blieben erneut weit unter ihren Erwartungen zurück, weshalb in der katalanischen Hauptstadt die Alarmglocken schrillen.

Xavi "besorgt": Kleiner Nachbar führt Barça vor

Seit dem 1:2 im Clásico gegen Real Madrid Ende Oktober befindet sich Barça auf Schlingerfahrt, die am vergangenen Sonntag in einer empfindlichen 2:4-Heimpleite in der Liga gegen den FC Girona gipfelte.
Während der kleine katalonische Nachbar von der Tabellenspitze grüßt, ist der Meister der Vorsaison mittlerweile auf Platz fünf abgerutscht. Eine Niederlage, "die schmerzt“, so Xavi, der eine sportliche Krise nur noch schwer wegdiskutieren kann. In den vergangenen neun Spielen stehen vier Siegen vier Niederlagen und einem Unentschieden gegenüber.
Nach der Antwerpen-Blamage gab der Coach unumwunden zu: "Ich bin besorgt, die Mannschaft fühlt sich nicht wohl." Dennoch wolle er "öffentlich nichts Schlechtes über die Spieler sagen. Sie haben viel mehr drauf als das, was sie zeigen." Nur abrufen können sie es aktuell offenbar nicht.
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Barça-Trainer Xavi

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Barcelona: In der Defensive drückt der Schuh

Sorgen bereitet vor allem die schwache Defensivleistung. "Die Gegner kommen zu vielen Chancen", weiß auch Xavi. Während sein Team in der kompletten vergangenen Saison nur 20 Gegentore kassierte, stehen in der laufenden Spielzeit nach nur 16 Spielen bereits 18 zu Buche.
Schon vier Mal klingelte es bereits in der ersten Halbzeit doppelt. Dass Kapitän Marc-André ter Stegen im Tor verletzungsbedingt fehlt, hilft freilich auch nicht.
Doch die Abwehr allein für die Leistungsdelle verantwortlich zu machen, wäre schlicht falsch. Auch die hochkarätige Offensive, allen voran Frontmann Lewandowski, läuft den eigenen Ansprüchen hinterher.

Barça-Krise auch eine Lewandowski-Krise

Gegen Girona traf der Pole zwar (mal wieder), viel mehr in Erinnerung blieb jedoch sein völlig missratener Abschluss in der dritten Minute der Nachspielzeit, als er sich nach einer perfekt getimten Flanke an die eigene Schulter köpfte, statt den Ausgleich zu markieren. Natürlich war die Häme im Netz groß. Im Gegenzug traf Girona zum 4:2-Endstand.
Nach einer starken Debütsaison mit wettbewerbsübergreifend 33 Toren menschelt der 35-Jährige dieser Tage.
In fünf Champions-League-Partien kommt Lewandowski auf eine mickrige Ausbeute von nur einem Treffer – seine schlechteste Ausbeute in der Gruppenphase der Königsklasse seit der Saison 2011/12.
"Wenn wir 31 Mal aufs Tor schießen, müssen wir effektiver sein", bemängelte Xavi nach der Pleite gegen Girona: "Das spiegelt unsere Saison ein bisschen wider, finde ich. Wir entscheiden die Spiele nicht."

Das Vertrauen in Xavi schwindet

Doch nicht nur der Druck auf die Spieler wächst. Auch der Coach soll laut einem Bericht des Radiosenders "Cadena Ser" nach der Antwerpen-Blamage intern verstärkt auf dem Prüfstand stehen.
Demnach schwinde das Vertrauen der Sportkommission, der unter anderem Präsident Joan Laporta und Sportdirektor Deco angehören, in den 43-jährigen Ex-Profi immer weiter.
Vor dem Gastspiel in Belgien soll Laporta gar in Xavis Hoheitsgebiet eingegriffen haben. Laut "RAC1" habe der Klubboss höchstpersönlich angeordnet, dass Lewandowski, Ilkay Gündogan und Ronald Araújo, denen Xavi ursprünglich eine Pause geben wollte, doch mit nach Antwerpen reisen.
Tatsächlich standen die drei am Mittwoch im Kader, nachdem sie am Montagabend noch auf der offiziellen Liste gefehlt hatten. Einzig der Effekt blieb aus.
Xavi beharrte zwar darauf, dass alles eine gemeinsame Entscheidung gewesen sei, dem widersprach Deco jedoch öffentlich. Ein Umstand, der nicht unbedingt für eine gefestigte Position des Trainers spricht.
Dem FC Barcelona stehen angespannte Woche bevor. Will man die Gemüter in der Mittelmeer-Metropole etwas beruhigen, braucht es im schwierigen Auswärtsspiel in Valencia (Samstag, 21:00 Uhr im Liveticker) zwingend ein Erfolgserlebnis.
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Quelle: Perform

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