FC Barcelona: Marc Casadó zieht bei Barça die ganz großen Fäden - der heimliche Held unter Hansi Flick

Der FC Barcelona befindet sich zurzeit auf einem Höhenflug sondergleichen. Wie so oft hat der Erfolg viele Gesichter: Hansi Flick, Robert Lewandowski oder Raphinha. Nur allzu häufig wird dabei der Name Marc Casadó außen vor gelassen. Warum? Der unscheinbare Youngster agiert bei Barça eigentlich nur im Schatten der großen Stars - und zieht dort als heimlicher Held unter Flick die Fäden.

Flick nach Clásico: "Lewandowski hat seine Qualität gezeigt"

Quelle: Perform

4:1 gegen den FC Bayern München, 4:0 gegen Real Madrid - der FC Barcelona hat die Gespenster der Vergangenheit zuletzt in eindrucksvoller Manier vertrieben.
Eng verbunden mit diesen Triumphen ist natürlich Trainer Hansi Flick, der die Blaugrana aus ihrer Asche emporsteigen ließ und ihnen neues Leben einhauchte. Platz eins in La Liga und zehn Siege in zwölf Pflichtspielen sprechen eine eindeutige Sprache.
Doch ohne die richtigen Spieler, die seine Philosophie des aggressiven Pressings und der hohen Linie auf dem Rasen bislang so effizient umsetzen, bliebe Flicks Vision eben nur das, was sie ist - eine Vision.
Marc Casadó zählt zu den Stützpfeilern des jüngsten katalanischen Erfolges. Vor der Saison war der 21-jährige Mittelfeldspieler nur wenigen Fans ein Begriff. Unter Flick mausert er sich nach und nach zum heimlichen Helden.

Schattenmann Casadó zieht die Fäden

Es lief die 45. Minute im Estadi Olimpic Lluis Companys als ein weiter und präziser Diagonalball tief in die bayerische Hälfte segelte. Raphinha nahm den Ball mit rechts an, dribbelte weiter und schlenzte ihn schließlich perfekt zum zwischenzeitlichen 3:1 ins rechte Eck.
Barcelona feierte seinen Traumtorschützen - Vorlagengeber Casadó ging dabei ein bisschen unter.
Für den jungen Spanier aber nichts Neues. Immerhin gilt er als der Schattenmann in Flicks System, als Spieler der im Hintergrund die Fäden zieht.
"Er ist unglaublich", schwärmte Flick im Anschluss an den Sieg über seinen ehemaligen Arbeitgeber. "Er ist unfassbar gut in der Verteidigung, auch mit dem Ball am Fuß. Das ist La Masia (die berühmte Talentschmiede des FC Barcelona, Anm. d. Red.). Ich bin sehr glücklich."
Dass Casadó als Sinnbild des aktuellen Höhenfluges gilt, war jedoch alles andere als absehbar.
Immerhin stand er im Sommer noch kurz vor einem Wechsel. Ex-Barça-Coach Xavi traute ihm noch nicht die ganz große Bühne zu, unter Flick sollte ihm aber auch aufgrund einiger Personalsorgen die Chance gegeben werden.
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Marc Casadó ist sich für nichts zu schade

Fotocredit: Getty Images

Casadó nutzt seine goldene Chance

Ilkay Gündogan verließ Barcelona nach nur einem Jahr, die beiden Mittelfeldspieler Frenkie de Jong (Knöchelverletzung) und Marc Bernal (Kreuzbandriss) waren zum Saisonauftakt nicht verfügbar.
"Casadó gilt als stiller Krieger innerhalb der Barça-Struktur", umschreibt Fußball-Experte Adrian Garcia von Eurosport España den Aufstieg des Top-Talents. "Er war kein Star des Nachwuchsteams und er hat sich diese Chance mit harter Arbeit und einem sehr unauffälligen Profil verdient."
Ein Spieler aus der hauseigenen Talenteschmiede La Masia, technisch begnadet und eine eindrucksvolle Arbeitsmoral. Was könnte sich ein Barça-Fan noch wünschen?
Am vergangenen Samstag marschierte Casadó im Clásico in der 53. Minute durchs Mittelfeld und überspielte mit einem einfachen Flachpass acht Real-Spieler. Robert Lewandowski steuerte schließlich alleine auf das Tor zu und stellte trocken auf 1:0. Ein weiterer Casadó-Stein im Blaugrana-Brett.
"Die Barça-Fans bevorzugen einen Spieler aus La Masia anstelle von Frenkie de Jong", unterstreicht Garcia bezüglich der Bedeutung der Herkunft des Spielers. "Casadó ist die Gegenwart von Barça."

Kimmich oder Busquets - Hauptsache kicken!

Wenn ein neuer Stern am Fußballhimmel aufgeht, sind die ersten Vergleiche zu Superstars mittlerweile nicht fern.
So soll Flick in Casadó offenbar einen zweiten Joshua Kimmich gesehen haben, den er einst zwischen 2019 und 2023 selbst bei den Bayern und der deutschen Nationalmannschaft trainiert hatte.
Anfang September reagierte das Mittelfeldjuwel auf die Vergleiche mit dem Champions-League-Sieger von 2020. "Ich habe früher als Sechser gespielt und letzte Saison habe ich angefangen, als Außenverteidiger zu spielen, wie er. Und das ist bei mir hängen geblieben", so Casadó in einem Interview mit "TV3".
In den spanischen Medien werden ihm darüber hinaus Ähnlichkeiten zu einer ehemaligen Barça-Größe nachgesagt. "Casadó wird mit Sergio Busquets verglichen", erklärt Garcia und schiebt nach: "Aber aufgepasst, vor wenigen Monaten war Marc Bernal der 'neue Busquets', dann hat er sich das Kreuzband gerissen."
Vergleiche mit den Größen des Fußballs sind daher mühselig. Kimmich oder Busquets, Hauptsache kicken - so sollte Casadós Devise lauten.
Ohnehin wird der Konkurrenzkampf für den gebürtigen Katalanen wohl schon bald härter.
"Wenn Dani Olmo, Gavi oder Frenkie de Jong auf ihrem höchsten Niveau sind, bleibt Casadó vielleicht nur noch die Bank", gibt Garcia zu bedenken.
Doch dafür müsste das Trio erst zu Topform auflaufen und den Schattenmann höchstpersönlich in den Schatten stellen.
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Quelle: Perform


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