James Rodríguez: Kolumbiens Wandervogel kommt in Madrid nicht in Schwung - Abschied von Rayo Vallecano ein Thema
Publiziert 14/12/2024 um 00:02 GMT+1 Uhr
Der Stern von James Rodríguez schien im vergangenen Sommer ein zweites Mal aufzugehen. Nach seiner phänomenalen Darbietung bei der Copa América 2024 kehrte der ehemalige Starspieler von Real Madrid in die spanische Hauptstadt zurück - jedoch eine Preisklasse tiefer. Bei Rayo Vallecano wagte der 33-jährige Kolumbianer seinen Neuanfang in Europa, der früher vorbei sein könnte, als erwartet.
James Rodríguez steht aktuell bei Rayo Vallecano unter Vertrag
Fotocredit: Getty Images
Die alte Liebe ist noch nicht erloschen. James Rodríguez musste nicht lange nachdenken, antwortete wie aus der Pistole geschossen: "Eine Zehn von zehn." Damit bezog er sich im Interview mit der spanischen "Marca" auf nichts Geringeres als auf seine Zeit bei Real Madrid.
Mittlerweile liegt sein Wirken bei den Königlichen einige Jahre zurück. Trotzdem kehrt der 33-jährige Kolumbianer, dessen Stern einst bei der WM 2014 in Brasilien aufgegangen war, vor dem kleinen Stadtderby zwischen Los Blancos und Rayo Vallecano am Samstag (21:00 Uhr im Liveticker) ins Rampenlicht zurück. Zumindest abseits des Rasens.
Nach seiner Wanderschaft durch die Fußball-Welt mit Stationen in München, England, Katar, Griechenland und zuletzt Brasilien wagte James Ende August den erneuten Sprung nach Spanien. Doch sein Wechsel in das kleine Madrider Stadtviertel Vallecas, die Heimat seines neuen Arbeitgebers Rayo Vallecano, lässt noch die erhoffte Initialzündung vermissen.
Sieben Spiele, 205 Minuten und nur eine einzige Vorlage - noch dazu in der Copa del Rey gegen einen Drittligisten - stehen James bei den Franjirrojos zu Buche. Und der kolumbianische Wandervogel steht erneut vor dem Absprung.
Der alte James blitzt nur kurz auf
Dabei startete sein zweites Abenteuer in Madrid doch so verheißungsvoll, vor allem dank seiner Darbietung bei der Copa América 2024.
Sechs Vorlagen und ein Tor steuerte James auf Kolumbiens Weg ins Finale bei, der zweite Titel nach 2001 war in greifbarer Nähe. Im Finale gegen Argentinien folgte schließlich der Tiefschlag, in der Verlängerung kassierten Los Cafateros das entscheidende Tor durch Lautaro Martínez (0:1).
Doch auch ohne Titelglück kursierte sein Name wieder in der Welt, der alte James blitzte wieder auf - wenn auch nur kurz.
Unter Trainer Iñigo Pérez spielt James seit seinem ablösefreien Wechsel zu Rayo Vallecano nämlich keine Rolle, in La Liga stand er seit seiner Rückkehr nur ein einziges Mal in der Anfangsformation. Kurios: Bei seinem Startelfdebüt gegen Leganés wurde er prompt als Man of the Match ausgezeichnet.
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James Rodríguez hat es in Madrid schwer
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Doch Pérez sah ihn in der Folge nur als Reservisten. In den vergangenen drei Partien schmorte der Offensivspieler jeweils 90 Minuten auf der Bank. Die Renaissance des begnadeten Fußballers ist fehlgeschlagen.
"Das sind Entscheidungen, die ich nicht treffe, die ich nicht kontrollieren kann", kommentierte James seine Rolle beim derzeit Tabellen-12. im spanischen Oberhaus. "Es gibt Trainer, die auf eine bestimmte Weise spielen lassen und bei denen du dann nicht in ihr System passt."
Ein Umstand, mit dem er sich dank seiner Erfahrung abfinden kann. "Das ist total respektabel. Ich bin fast 34 Jahre alt und befinde mich in der reifsten Phase meiner Karriere."
James: Bayern-Duell mit Real "war besonders"
Und doch hätte James nichts dagegen, wenn Pérez am Samstag eine Kehrtwende vollzieht und ihm zumindest ein paar Einsatzminuten gegen Real spendiert. Immerhin ist für ihn das Aufeinandertreffen mehr als nur ein Derby - nämlich ein Wiedersehen mit seinem Lebenstraum.
"Als ich nach Madrid zurückkam, erinnerten sich die Leute mit viel Zuneigung an mich", blickte James auf seine Ankunft Ende August. "Das will heißen, dass ich es gut gemacht habe."
Seine Verbindung zur spanischen Hauptstadt sei eine besondere. "Ein Klub, bei dem ich glücklich war und zeigen konnte, wozu ich fähig bin", schwärmte er. In gewisser Hinsicht steht James auch vor einem persönlichen Derby, wie einst mit dem FC Bayern München.
"Es ist immer schön, gegen Real Madrid zu spielen. Ich hatte mit Bayern in der Champions League schon die Möglichkeit dazu. Das war besonders", erinnerte sich James.
Vor drei Jahren stand er im Halbfinale für den deutschen Rekordmeister zweimal in der Startelf, steuerte als Leihspieler im Hinspiel eine Vorlage bei, eine Woche später traf er beim Aus der Bayern im Estadio Santiago Bernabéu sogar selbst.
James auf dem Abstellgleis - und vor dem Absprung
Doch die Wiederholung jener magischen Nacht ist für James aktuell nicht in Sicht. Auch eine Rückkehr ins Bernabéu, Anfang März ist Rayo Vallecano nämlich zu Gast bei Real Madrid, steht noch in den Sternen.
"Ich bin jemand, der von Tag zu Tag lebt, ich bin nicht jemand, der viel über die Zukunft redet. Ich möchte Tag für Tag weiter trainieren, damit ich mehr spielen kann", ordnete er seine sportliche Situation ein und setzte hinter seinem Verbleib in Madrid ein großes Fragezeichen. "Und wenn nicht, suche ich nach einer anderen Möglichkeit, wo ich spielen kann."
Trainer Pérez ließ die Tür für ein Comeback in der Startelf zumindest einen Spalt offen. "Auf allen Positionen ist die Leistung im Training und die Kontinuität in den Spielen ausschlaggebend dafür, dass man in der Startelf steht", erklärte er jüngst auf einer Pressekonferenz.
"Aber die Position des Zehners ist die komplexeste im Fußball." Eine Aufgabe, die er James offenbar nicht mehr zutraut.
Daher wird der zweimalige Champions-League-Sieger mit einem Abschied in Verbindung gebracht. Im Raum steht ein Winterwechsel zu Lazio Rom, das bereits im Sommer Interesse gezeigt hat, aber auch ein Engagement in Saudi-Arabien.
Mit der Wüste hat James immerhin schon Erfahrung. "Ich war schon acht Monate in Katar und im Fußball weiß man nie", reagierte er auf die Saudi-Gerüchte. Er schob nach: "Im Moment ist es nicht in meinen Plänen, dorthin zu gehen."
Von Kolumbien nach Argentinien, durch halb Europa und an den Persischen Golf, zwei Abstecher nach Brasilien und Spanien - und jetzt noch weiter? Sonderlich überraschend wäre es jedenfalls nicht.
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