Kylian Mbappé stellt Real Madrid vor ein Rätsel - Mitspieler sehnen sich nach Mittelstürmer Joselu
Update 19/04/2025 um 12:01 GMT+2 Uhr
Real Madrid ist im Viertelfinale der Champions League krachend am FC Arsenal gescheitert. Kylian Mbappé erlebte in beiden Duellen Auftritte zum Vergessen, im Rückspiel tauchte der französische Superstar sogar komplett ab. In seiner Debütsaison bei den Königlichen bleibt der 26-Jährige so manches Versprechen schuldig - während sein Ex-Klub ohne ihn zu einer neuen Blüte findet.
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Quelle: Perform
Es war der Schlusspunkt einer Woche des Grauens. Von Pfiffen begleitet stapfte Kylian Mbappé in der 75. Minute im Estadio Santiago Bernabéu vom Platz, nachdem er sich bei einem Foul an Declan Rice am Knöchel verletzt hatte. Ironischerweise sollte es sein einziger Moment im Rampenlicht am Mittwochabend sein.
Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Arsenal (1:2) war der französische Superstar wie nur allzu häufig in den entscheidenden Momenten dieser Saison blass geblieben. In 165 Minuten gegen die Gunners gab der 26-Jährige nur zwei Schüsse aufs Tor ab - ein Königlicher ganz unsichtbar.
Als fehlendes Puzzleteil war Mbappé im vergangenen Sommer gepriesen worden, nach Jahren des öffentlichen Techtelmechtels wurde die Ehe zwischen dem prophezeiten Nachfolger von Cristiano Ronaldo und Los Blancos vollzogen.
Nach dem krachenden Aus in der Königsklasse und seinem üblen Tritt gegen Deportivo Alavés samt Roter Karte am Sonntag muss die Weissagung infrage gestellt werden. Teamintern ist das schon geschehen.
Mbappé und die Frage nach der Neun
Thibaut Courtois redete nicht lange um den heißen Brei herum. Arsenal sei in beiden Duellen stark, organisiert und souverän gewesen, ohne ein Aber kam der zweimalige Welttorhüter jedoch nicht aus.
"Wir schlagen viele Flanken, aber in diesem Jahr haben wir keinen Joselu, keinen echten Mittelstürmer", beklagte er im Interview mit "Movistar Plus+". Damit weckte Courtois Erinnerungen an den mittlerweile nach Saudi-Arabien abgewanderten Angreifer, der in der vergangenen Saison unverhofft zum viel Helden aufgestiegen war.
Der ehemalige Stürmer von Hannover 96 und TSG Hoffenheim stach im Halbfinal-Rückspiel der zurückliegenden Champions League als Joker gegen den FC Bayern München zweimal zu (88./90.+1) und führte die Königlichen so ins Finale. Qualitäten, die Real Madrid nun fehlen.
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Kylian Mbappé (Real Madrid)
Fotocredit: Getty Images
Zusammen ist das offensive Dreiergespann Mbappé, Vinícius Júnior und Rodrygo 470 Millionen Euro wert, die Rolle des Neuners kann jedoch keiner der Hochbegabten. Diese Ansicht teilt auch eine Ikone des Vereins.
"Die Position als Stürmer macht es für Mbappé etwas kompliziert, weil er meiner Meinung nach nicht weiß, wie man als Stürmer spielt", merkte Cristiano Ronaldo Anfang Februar in einem Gespräch mit "El Chiringuito" an. Es sei "nicht seine Position".
PSG blüht ohne Mbappé auf
Der fünfmalige Gewinner des Ballon d'Or kann die schwierige Situation seines Nachfolgers nachvollziehen, immerhin musste auch er sich einst umstellen.
"Anfangs habe ich weit außen gespielt, die Leute vergessen das", so Ronaldo: "Kylian sollte nicht der typische Stürmer sein. Wenn ich er wäre, würde ich mehr oder weniger so spielen, wie Cristiano Ronaldo als Stürmer spielt."
Zwar erzielte Mbappé in 49 Pflichtspielen 32 Tore - sieben davon waren sogenannte Game-Winning-Goals. In den prestigeträchtigen Duellen mit etwa Barcelona, Atlético Madrid, Liverpool und Arsenal bewegte er sich aber unter dem Radar.
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Enrique sieht PSG ohne Mbappé besser: "Zahlen sprechen für sich"
Quelle: Perform
Eine zusätzliche bittere Note: Ausgerechnet in der Saison nach seinem Abgang blüht Paris Saint-Germain auf und greift nach dem ersten Titel in der Champions League der Vereinsgeschichte.
"Ich war mutig, als ich letzte Saison sagte, dass wir in Angriff und Verteidigung eine bessere Mannschaft haben würden", meinte PSG-Trainer Luis Enrique vor knapp zwei Monaten: "Ich sage das auch weiterhin, und die Zahlen belegen das."
Der französische Hauptstadtklub spielt einen deutlich attraktiveren Fußball, die angebliche Abhängigkeit vom abgewanderten Helden fiel letzten Endes doch nicht so schwer ins Gewicht. Paris tanzt noch auf allen drei Hochzeiten und träumt vom Triple - und zwar ohne Mbappé. Es gleicht einer Demütigung.
Mbappé und Real: Wie geht es weiter?
Die Ex findet zu neuer Blüte, der jetzige Lover ist plötzlich nicht mehr so anziehend: Wie geht es also weiter für Mbappé? Die Antwort hängt zum großen Teil vom künftigen Trainer ab.
Carlo Ancelotti sitzt nach der Watschn gegen Arsenal nicht mehr fest im Sattel, sogar eine vorzeitige Trennung steht im Raum. "Vielleicht entscheidet der Klub, mich zu ersetzen. Vielleicht ist es dieses oder nächstes Jahr, wenn mein Vertrag ausläuft", gab der 65-Jährige einen Einblick.
Neuer Trainer, neue Rolle, neues Glück? Mit einem "richtigen" Stürmer wird Real Madrid zurzeit jedenfalls nicht in Verbindung gebracht, vielmehr stehen Spieler Florian Wirtz (Bayer Leverkusen/Offensives Mittelfeld), Nico Paz (Como/Offensives Mittelfeld) oder Dean Huijsen (Innenverteidigung/AFC Bournemouth) bei den Königlichen auf dem Zettel.
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Kylian Mbappé sucht nach seinem alten Ich
Fotocredit: Getty Images
Unter Ancelotti würde Mbappé jedenfalls die ungeliebte Rolle des Neuners weiter ausfüllen - aber mit ordentlich Vertrauen im Rücken.
"Ich würde mir wünschen, dass Mbappé in der Lage ist, das zu erreichen, was Ronaldo bei Real Madrid erreicht hat", so der Italiener. "Ich glaube, dass er das schaffen kann."
Für einen schillernden Abschluss einer bislang enttäuschenden Saison ist es aber noch nicht zu spät. Am 26. April steht das Pokalfinale gegen den FC Barcelona auf dem Programm, den man auch in La Liga sieben Spiele vor Schluss an der Spitze abfangen kann.
Vier Punkte trennen die beiden Erzrivalen, das direkte Duell am 11. Mai könnte vorentscheidend sein. Ein Moment, für den zumindest der alte Mbappé wie geschaffen war.
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Triumph über Bayern: "Lohn für all die Tage"
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