Real Madrid: Star-Puzzle um Kylian Mbappé birgt Explosionsgefahr - Carlo Ancelotti und sein Hochseilakt in Madrid

Die Welt von Real Madrid könnte rosiger nicht sein: Auf den Gewinn der spanischen Meisterschaft und der Champions League in der vergangenen Saison folgte im Sommer die Verpflichtung von Kylian Mbappé. Damit verstärkten die Königlichen ihren ohnehin hochkarätig besetzten Kader mit einem der besten Spieler der Welt. Eine Titelgarantie gibt es für die neue Spielzeit aber nicht.

Carlo Ancelotti steht bei Real Madrid vor einer herausfordernden Saison

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Drei Anwärter auf den Gewinn des Ballon d'Or in der Mannschaft, dazu die Ankunft des nächsten brasilianischen Supertalentes. Und das alles, nachdem man im Vorjahr das Double aus Meisterschaft und Champions League gewonnen hat.
Die Fans von Real Madrid dürften dieser Tage vor Euphorie auf die neue Saison regelrecht brennen. Schließlich startete die Spielzeit direkt mit dem nächsten Titel für die Vereinsvitrine: im UEFA Supercup schlug man Atalanta Bergamo 2:0.
Trotzdem dürfen die Königlichen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen.
Das ernüchternde Unentschieden zum Auftakt der spanischen Liga gegen den RCD Mallorca (1:1) drüfte Warnung genug sein.
Der Ausblick auf die Saison 2024/25 von Real Madrid.

Real Madrid: Das ist neu

Ein Name steht über allem: Kylian Mbappé. Der Superstar wechselte im Sommer nach einer jahrelangen Hängepartie ablösefrei von Paris Saint-Germain in die spanische Hauptstadt, wo er in die Fußstapfen so vieler Weltstars treten soll.
Der Franzose fügte sich bei seinem Pflichtspiel-Debüt im Supercup gegen Bergamo prompt mit dem Tor zum 2:0-Endstand ein und befeuerte so die Sorge der Konkurrenz vor einer unaufhaltsamen Real-Offensive.
Mbappé ist aber freilich nicht der einzige Neuzugang der Königlichen. Mit Supertalent Endrick kam die nächste große Hoffnung des brasilianischen Fußballs für bis zu 60 Millionen Euro von Palmeiras Sao Paulo.
Der Youngster dürfte ähnlich wie Landsmann Vinícius Jr. vor einigen Jahren behutsam im Schatten der Granden aufgebaut und an die erste Mannschaft herangeführt werden.
Zudem kann Ancelotti wieder mit der etatmäßigen Nummer eins im Tor, Thibaut Courtois, rechnen. Weite Teile der vergangenen Saison hatte der Belgier mit einem Kreuzbandriss und einer Meniskusverletzung verpasst.
Neu ist allerdings auch, das Altbewährtes nicht mehr zur Verfügung steht. Mit Kapitän Nacho Fernández (Wechsel nach Saudi-Arabien zu Al-Qadsiah) und dem deutschen Nationalspieler Toni Kroos (Karriereende) verließen zwei wichtige Stützen den spanischen Rekordmeister.
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Toni Kroos beendete seine Karriere nach der Europameisterschaft

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Real Madrid: Die neue Hoffnung

Im Estadio Santiago Bernabéu werden zukünftig alle Augen auf Mbappé gerichtet sein. Trotz einer schwachen Europameisterschaft mit Frankreich gehört der 25-Jährige zweifelsohne zu den besten Fußballern des Planeten. In Madrid weckt er Erinnerungen an glorreiche Zeiten, in denen Luís Figo oder Cristiano Ronaldo als Gesichter des Klubs herhielten.
Allerdings fehlen dem Ligue-1-Torschützenkönig der Jahre 2019 bis 2024 bisher noch die ganz großen internationalen Auszeichnungen auf Vereinsebene oder individueller Natur.
Keine Frage, Mbappé wurde 2018 Weltmeister mit Frankreich, hatte mit vier Toren und einem Assist auch einen erheblichen Anteil am größten Triumph seiner Karriere - den Ballon d'Or oder die Wahl zum FIFA Weltfußballer konnte er bislang jedoch genauso wenig gewinnen, wie die Champions League - trotz bester Voraussetzungen beim steinreichen und bestens ausgestatteten Scheichklub PSG.
In Madrid sollen diese weißen Flecken in seinem Lebenslauf nun eingefärbt werden. Die Madrilenen hatten in den vergangenen zehn Jahren ein regelrechtes Abonnement auf den Triumph in der Königsklasse (sechs Titel) und haben zudem eine Strahlkraft wie kein zweiter Klub auf der Welt. Das könnte den einen oder anderen Stimmberechtigten für individuelle Ehrungen auf die Seite Mbappés ziehen.
Will man Titel gewinnen, gibt es keinen besseren Klub als Real Madrid. Die Voraussetzungen stimmen also. Jetzt muss Mbappé "nur noch" liefern.
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Kylian Mbappé feierte gegen Mallorca sein Liga-Debüt für Real Madrid

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Real Madrid: Das Fragezeichen

Seit seinem Wechsel in die spanische Hauptstadt 2014 war Toni Kroos die Konstante im Mittelfeld.
Während andere Spieler wie Casemiro oder James Rodríguez kamen und gingen oder im Fall von Luka Modric einfach zu alt für ständige Einsätze von Beginn an wurden, war der Deutsche immer da.
Nach einer Dekade mit dem 34-Jährigen steht Real nun ohne den Dauerbrenner da - eine Lücke, die alles andere als leicht zu füllen sein wird.
Natürlich hat Real bereits in den vergangenen Jahren vorgesorgt. Sowohl Eduardo Camavinga als auch Aurélien Tchouaméni konnten hinter Kroos lernen und haben ihr riesiges Potenzial bereits mehrfach unter Beweis gestellt.
Dazu kommt Federico Valverde, der die Rückennummer acht des Deutschen erbte und sich vom Rotationsspieler zu einer festen Größe im Real-Kosmos entwickelte.
Dennoch stellt sich die Frage, ob diese drei tatsächlich in der Lage sein werden, Kroos zu ersetzen. Ein Thema, welches auch Ancelotti umtreibt.
Nach dem Sieg im Supercup erklärte der Italiener mit Blick auf den nun fehlenden Mittelfeldstrategen: "Das erste Spiel ohne ihn ist gut gelaufen, aber wir werden Kroos immer vermissen. Er war ein ganz besonderer Spieler. Einen ähnlichen Spieler zu finden, ist unmöglich. Wir müssen uns anpassen."
Wie genau die Evolution der Mannschaft aussehen soll, muss sich nun zeigen.
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Federico Valverde erbte die Nummer acht von Toni Kroos bei Real

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Real Madrid: Hier ist noch Bedarf

Auch wenn Ancelotti die Kaderplanungen für die Saison 2024/25 jüngst für abgeschlossen erklärte, wirkt die mannschaftliche Breite ausbaufähig.
Klar: Mit Jude Bellingham, Kylian Mbappé, Vinícius Jr., Rodrygo und den Top-Talenten Endrick und Arda Güler hat man in der Offensive deutlich mehr Spieler als Positionen zur Verfügung.
Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Anzahl der Pflichtspiele in der kommenden Spielzeit enorm steigt. Neben dem europäischen und dem spanischen Supercup stehen bei Real 38 Ligapartien, die Copa del Rey (bis zu fünf Einsätze), die Champions League im neuen Format (geht es ins anvisierte Finale mindestens 15 Spiele ) und schließlich die Klub-WM der FIFA auf dem Programm.
Diese Herausforderung gehen die Königlichen mit 23 Profis inklusive zweier Torhüter und dem bald 39-jährigen Luka Modric an.
Ebenfalls bereits beinhaltet sind die Langzeitverletzten David Alaba und Jesús Vallejo, zwei der vier Innenverteidiger neben Antonio Rüdiger und Éder Militao.
Angesichts des sportlichen Anspruches in Madrid, in jedem Wettbewerb um den Titel mitzuspielen, eine eher dünne Personaldecke. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Hälfte aller Defensivkräfte älter als 30 Jahre ist und Pausen somit zunehmend wichtiger werden.
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David Alaba fällt seit Dezember 2023 mit einem Kreuzbandriss aus

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Real Madrid: Das kommt auf Carlo Ancelotti zu

Ancelotti dürfte in seiner insgesamt sechsten Saison bei Real Madrid nicht langweilig werden. Neben der Lücke durch den Abgang von Kroos und möglichen Problemen durch die fehlende Kaderbreite, muss der "Mister" auch noch Mbappé gewinnbringend in die Mannschaft integrieren.
Durch die Verpflichtung des Franzosen ist der Platz in der Startelf, der durch das Fehlen von Kroos freigeworden ist, zumindest theoretisch wieder gefüllt.
Lässt Ancelotti aber sein bisheriges Offensiv-Trio aus Bellingham, Vinícius und Rodrygo zusammen mit Mbappé auflaufen, opfert er einiges an defensiver Stabilität.
Schon beim Unentschieden gegen Mallorca wurde dieses Dilemma offensichtlich und von Ancelotti im Nachgang offen kritisiert: "Wir haben gut angefangen, sind in Führung gegangen. Dann haben wir das zweite Tor verpasst. Uns hat die defensive Balance gefehlt. Wir haben zu viele Konter und Flanken zugelassen. Das war ein Spiel, das wir auch verlieren können. Wir müssen besser verteidigen und eine bessere Balance auf dem Feld haben. Die defensive Balance ist fundamental, weil wir ein offensives Team sind", führte der Italiener aus.
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Carlo Ancelotti war von der Leistung Real Madrids gegen Mallorca nicht begeistert

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Nicht auszuschließen, dass der Trainer taktische Veränderungen vornehmen muss. Naheliegend wäre es, Rodrygo vom Stamm- zum Rotationsspieler zu machen - genügend Einsatzmöglichkeiten dürfte es angesichts der Menge an bevorstehenden Aufgaben geben. Aber ob der Brasilianer diese Degradierung ohne Murren hinnimmt, bliebe abzuwarten.
Die Balance zwischen Offensive und Defensive ist aber nicht die einzige Herausforderung, die sich durch Neuzugang Mbappé ergibt, wie beispielsweise Bellingham jüngst durchblicken ließ.
"Es ist großartig, mit ihm (Mbappé, Anm. d. Red.) und Vini (Vinícius Jr.) zu spielen – aber es ist manchmal etwas schwierig. Du hast immer nur zwei Sekunden, bevor beide mit den Händen winken und den Ball wollen", erklärte der Engländer, der im offensiven Mittelfeld dafür zuständig ist, seine Kollegen in Szene zu setzen - aber eben auch selbst Tore schießen will.
Ancelotti hat alle Hände voll zu tun, die Egos seiner Stürmer zu streicheln, sollte Bellingham sich einmal zu oft für den einen und nicht den anderen oder sogar - Gott bewahre - sich selbst entscheiden.
Schließlich darf auch Real Madrid nur mit einem Ball spielen.
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Quelle: SID


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