Premier League: FC Chelsea im Chaos - Trainer Enzo Maresca steht vor einem unlösbaren Puzzle mit einem Riesen-Kader
VonJan Zesewitz
Update 20/08/2024 um 15:57 GMT+2 Uhr
Der FC Chelsea gewann vor drei Jahren die Champions League. Seitdem steht bei den Blues kein Stein mehr auf dem anderen, der extrem teure Kader befindet sich im dritten Jahr in Folge im Umbruch. Nach einem zwölften und einem sechsten Platz in den vergangenen beiden Premier-League-Spielzeiten hofft man an der Stamford Bridge wieder auf die Champions League - dafür muss Ordnung in das Chaos.
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"Wenn ich daran denke, dass ich 43 Spieler habe, ist das nicht gut", sagte Neu-Trainer Enzo Maresca vor dem Saisonstart gegenüber dem "Telegraph". Der Italiener wurde von Leicester City verpflichtet und hat in diesen ersten Wochen offenbar gemerkt, welche Herkulesaufgabe er sich vorgenommen hat.
Chelsea konnte nicht einmal den ganzen Kader mit auf die US-Tour zur Vorbereitung nehmen, das Team trainiert längst in verschiedenen Gruppen. Kurz nach den Aussagen des Trainers kam mit João Félix ein weiterer Neuzugang dazu, dafür ging Lesley Ugochukwu zum FC Southampton.
Immerhin soll Maresca mehr Zeit bekommen - seit Multimilliardär Todd Boehly den Verein im Mai 2022 übernommen hat, kamen und gingen vier Trainer: Champions-League-Sieger Thomas Tuchel, Graham Potter, Frank Lampard und Mauricio Pochettino.
"Niemand hat zu mir gesagt: 'Enzo, wir müssen unter die ersten Vier kommen'", sagte Maresca: "Sie sagten, dass wir uns Schritt für Schritt entwickeln und konkurrenzfähig sein müssen."
Knapp 1,3 Milliarden Euro hat Chelsea seit Übernahme Boehlys für neue Spieler ausgegeben - und keinen Titel oder eine Top-Vier-Platzierung in der Premier League vorzuweisen. Dass sich das in diesem Jahr ändert, scheinen nicht einmal der Trainer oder die Verantwortlichen zu glauben.
Der Saisonauftakt gegen Manchester City (0:2) sprach nicht unbedingt für eine auf Top-Niveau konkurrenzfähige Mannschaft.
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FC Chelsea: Das ist neu
Wie von den Blues gewohnt, sind in dem aufgeblähten Kader zahlreiche neue Namen vorhanden, einer davon an der Seitenlinie. Maresca kam von Leicester City, mit denen der Italiener in die Premier League aufsteigen konnte - Cheftrainer in einer europäischen Top-Liga war er bisher allerdings noch nicht. Nun soll er mit diesem Kader Pochettino beerben, unter dem die Mannschaft zumindest sanfte Schritte in die richtige Richtung unternommen hat.
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Premier League: Trainer Enzo Maresca muss beim FC Chelsea einen extrem aufgeblähten Kader managen.
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Auf Spielerseite sind die Top-Neuzugänge Pedro Neto, der für 60 Millionen Euro von Wolverhampton kam und João Félix, der diesmal fest von Atlético Madrid verpflichtet wurde. Neto hat als Offensivspieler für Wolverhampton in 135 Pflichtspielen 13 Tore und 15 Assists vorzuweisen, Félix ist mit 24 Jahren bereits einer der Spieler, für die am meisten Transferausgaben hingeblättert wurden - nachhaltig Erfolg hatte er aber bei noch keiner seiner Stationen.
Für das zentrale Mittelfeld wurde außerdem Kiernan Dewsbury-Hall von Leicester City verpflichtet, mit Filip Jorgenson (zuvor FC Villarreal) kam ein weiterer Torwart an die Stamford Bridge. Insgesamt sind es neun Neuzugänge - Leihrückkehrer wie unter anderem Romelu Lukaku nicht mit eingerechnet.
Zu den Abgängen zählen junge Spieler wie die BVB-Leihgabe Ian Maatsen, der für 45 Millionen Euro zu Aston Villa wechselte, Lewis Hall, den es nach Newcastle zog und Omari Hutchinson, der zum Aufsteiger Ipswich Town ging.
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Romeo Lavia war ein Chelsea-Lichtblick bei der Saisonauftakt-Niederlage gegen Manchester City.
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FC Chelsea: Die neue Hoffnung
Im vergangenen Jahr war Cole Palmer der einzige Lichtblick für die Blues, der die Mannschaft fast eigenhändig in den europäischen Wettbewerb schoss. Aufgrund der Unübersichtlichkeit des Kaders sind die Neuzugänge fast nicht einzuschätzen, die neue Hoffnung befand sich daher schon vorher im Kader und ist zweigeteilt.
Zum einen wäre da Christopher Nkunku, der die vergangene Saison nur elf Spiele absolvieren konnte - der Ex-Leipuiger hat nach wie vor das Talent und die Möglichkeiten, das Offensivspiel des Teams mit Palmer auf das erhoffte Level zu heben.
Zum anderen steht mit Romeo Lavia ein weiterer Quasi-Neuzugang im Kader. Der 20-jährige Belgier kam vergangenes Jahr aus Southampton und verpasste die komplette Saison mit verschiedenen Verletzungen. Der defensive Mittelfeldspieler bekam im ersten Premier-League-Spiel gegen Manchester City das Vertrauen Marescas und zeigte starke Ansätze.
Lavia muss auf Basis dieses einen Spiels als Hoffnungsträger Chelseas in der Zentrale herhalten.
FC Chelsea: Das Fragezeichen
An der Stamford Bridge gibt es nicht nur ein Fragezeichen im Kader. Was passiert mit Leihrückkehrern Lukaku und Torwart Kepa Arrizabalaga? Wer soll im 43-Mann-Kader überhaupt Spielzeit bekommen? Wer könnte das Team noch verlassen?
Eine Personalie, die viele dieser Fragezeichen vereint, ist Raheem Sterling. Gegen City war der 29-Jährige nicht einmal auf der Bank zu finden, die öffentliche Beschwerde des Flügelspielers kam prompt.
Vergangenes Jahr war er noch einer der Stammspieler in der Offensive, nun könnte es gar keinen Platz mehr für Sterling geben - jedenfalls so lange Nkunku und Palmer fit bleiben. Mit João Félix kommt ein weiterer Konkurrent auf seiner Position dazu.
Möglich, dass Sterling aus dem Chaos um die Stamford Bridge noch entfliehen will - obwohl er auch in seinem Statement nach der Nichtnominierung von seiner "Verpflichtung" gegenüber Chelsea sprach. Sterling konnte in der Vergangenheit ein Unterschiedsspieler sein, nun steht er sowohl individuell als auch stellvertretend für den Verein als Fragezeichen zum Saisonbeginn.
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Raheem Sterling kann sich aktuell nur auf dem Trainingsplatz zeigen.
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FC Chelsea: Das kommt auf Maresca zu
Die offensichtlichste Antwort ist das Kadermanagement. Die Liste der Spieler, die es nicht in das Aufgebot für das Auftaktmatch gegen Manchester City geschafft haben, ging viral.
Lukaku hat noch keine Rückennummer erhalten, Torwart Kepa ebensowenig, Sterling ist sauer, Mykhaylo Mudryk saß 90 Minuten auf der Bank, vier von sechs Torhütern im Kader haben absolut keine Chance auf Einsatzzeit - es ist kompliziert.
Maresca muss es schaffen, den Kader auf der einen Seite auszudünnen und auf der anderen Seite eine Mannschaft zu finden, die sich einspielen kann und auf sein ballbesitzorientiertes Spiel abgestimmt ist.
Gelingt das, sind die europäischen Plätze für Chelsea erneut möglich - so viel Talent befindet sich auf jeden Fall im Team. Mehr scheint trotz der vielen Ausgaben jedoch unrealistisch.
Für den Italiener bleibt zu hoffen, dass er die versprochene Zeit bekommt: "Wenn ich über die Manager nachdenke, die entlassen wurden, kann ich mich nicht konzentrieren", sagte er vor der Saison: "Was ich sagen kann, ist, dass ich die Vision habe, dass der Verein etwas für fünf oder zehn Jahre sucht."
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