Mit einer der schlechtesten Offensiven Europas: Der FC Getafe zieht in den europäischen Wettbewerb ein - wie haben sie das gemacht?

Mit nur 32 Toren in La Liga in der Saison 2025/26 schoss sich der FC Getafe in den europäischen Wettbewerb. Das Geheimnis der Mannschaft von José Bordalás ist der aggressiv-defensive Spielstil, der ein wenig an das Atlético Madrid von vor zehn Jahren erinnert. Die Statistik spricht gegen das Team, die Effizienz dafür. Wie Trainer und Mannschaft dieses Kunststück vollbracht haben.

Der FC Getafe qualifizierte sich für die Conference League

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Ein Spiel von Getafe ist wohl nicht das, was Menschen unter guter Abendunterhaltung verstehen. Nicht besonders schön anzusehen, kaum spektakulär, viele Tore gibt es nicht zu bejubeln.
"Normale Menschen wollen diese Art des Fußballs nicht anschauen, das war kaum ein Spiel", hatte der frühere Weltklassespieler Xavi schon zu seiner Zeit als Trainer des FC Barcelona über den FC Getafe gesagt.
Mit minimalistischem Defensivfußball hat es Getafe jedoch bis in die europäischen Ränge geschafft und spielt in der kommenden Saison in der Conference League. Eurosport-Spanien-Redakteur Adrian Garcia bezeichnet die Spielweise als "effektiv, zweckmäßig und unkompliziert. Aber keineswegs hässlich oder extrem langweilig."
Über seine Art Fußball zu spielen sagte José Bordalás selbst: ”This is football, Daddy." Dabei ist der Trainer nicht neu dabei, die meisten Spieler auch nicht. Überhaupt ist der Kader einer der günstigsten in der Liga. Wie lautet Getafes Geheimrezept?

Mit negativer Torbilanz nach Europa

Ein wenig kurios ist es schon, wie sich Getafe, der Vorstadtklub Madrids, durch die Saison 2025/26 gehangelt hat. 32 Tore hat die Mannschaft geschossen - nur ein Klub, nämlich Absteiger Real Oviedo, schoss noch weniger (26). Damit stellen sie eine der schlechtesten Offensiven in ganz Europa dar.
Gleichzeitig kassierte das Team von Trainer José Bordalás wenige Gegentore. Mit 38 Gegentreffern stehen nur Barcelona und Real Madrid besser da. Mit einer negativen Torbilanz nach Europa - eine Seltenheit.
Der Fußball erinnert an die einstige Spielweise von Atlético Madrid, die sich vor rund zehn Jahren mit zerstörerischem Defensivfußball an die europäische Spitze spielten. Garcia scheut den direkten Vergleich aber. "Atlético ist ein großer Verein in Europa mit einem eigenen Stil unter Simeone", sagt der Experte.
Getafe hatte einen durchschnittlichen Ballbesitz von 41 Prozent in der vergangenen Saison. Sie setzen auf schnelles Gegenpressing und Tore durch Standards (zwölf gelangen ihnen). Vor allem die defensiven Zweikämpfe und die Luftduelle gewinnen sie häufig.

Trainer Bordalas formt mit kleinem Budget eine Einheit

Große, namhafte Spieler hat Getafe nicht. Laut Eurosport-Reporter Garcia seien die Spieler "von geringem Niveau oder Profil". Stürmer Borja Mayoral spielte einst für Real Madrid und leihweise ein Jahr beim VfL Wolfsburg.
Torhüter David Soria gewann einst die Europa League mit Sevilla und stammt aus der Real-Madrid-Akademie.
Den höchsten Marktwert mit zehn Millionen Euro haben der von Real ausgeliehene Mario Martín und Mauro Arambarri. Letzterer ist der Motor der Mannschaft, zeigt viel Laufbereitschaft und geht im Team voran.
Der komplette Kader ist gerade einmal rund 82 Millionen Euro wert, nur zwei Teams in der spanischen ersten Liga haben einen geringeren Marktwert. Getafes Geheimrezept? "Es ist Arbeit, Disziplin, der Glaube an eine geeinte Mannschaft", sagt Garcia.
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Getafes Trainer José Bordalás.

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Bordalás vor dem Absprung?

Getafes Trainer Bordalás versteht es, aus durchschnittlichen und unterschätzten Einzelspielern eine Mannschaft zu formen und jedem eine klare Rolle zuzuordnen. Von 2016 bis 2021 hatte er Getafe trainiert, seit 2023 wieder. Die emotionale Bindung zum Klub ist hoch.
Für den gesamten Verein ist der 62-Jährige extrem wichtig, da er mit wenigen Mitteln viel erreicht hat und über viele Jahre hinweg einen eigenen, pragmatischen und effizienten Stil geprägt hat.
Doch der aus Alicante stammende Fußballlehrer wird mit vielen Vereinen in Verbindung gebracht. Eurosport-Reporter Garcia sagt: "RCD Espanyol hätte sein neuer Verein sein können, aber Espanyol hat seinen aktuellen Trainer für die nächste Saison bestätigt."
Auch Sevilla könne "ein gutes Ziel" für ihn sein. "Außerhalb Spaniens sehe ich keinen passenden Verein für ihn. Aber natürlich ist er ein großartiger Trainer." Ob er das Märchen in der Conference League fortschreiben wird, wird sich zeigen.
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Quelle: Perform


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