Real Madrid: Xabi Alonso erntet Gegenwind - Klopp-Gerüchte, Zoff mit Vinicius und Kritik am Spielstil sorgen für Unruhe

Xabi Alonso steht bei Real Madrid nach gerade einmal fünf Monaten schon unter Beobachtung. Interne Spannungen mit Stars wie Vinícius Júnior sowie zunehmende Kritik an seinem Spielstil belasten das Team. Gerade zur Unzeit macht rund um das Bernabéu auch wieder der Name Jürgen Klopp die Runde. Bei seinem alten, neuen Klub steht Leverkusens Meistertrainer nun vor der ersten richtigen Bewährungsprobe.

Xabi Alonso steht bei Real Madrid in der Kritik

Fotocredit: Imago

Genau 1980 Kilometer Luftlinie trennen die Farbenstadt Leverkusen von der spanischen Metropole Madrid. Für Xabi Alonso dürfte sich diese Distanz in diesen Tagen jedoch unendlich anfühlen.
Bei Bayer Leverkusen noch gefeierter Held und Meistertrainer weht ihm bei seinem alten, neuen Klub Real Madrid nach gerade einmal fünf Monaten im Amt scharfer Gegenwind entgegen.
Dass dies bei einem Weltklub dieses Ausmaßes vorkommen kann, ist ansich kein Kuriosum - beim Blick auf die Tabelle wirkt es doch etwas überraschend.
Die Königlichen thronen nach zwölf Spieltagen an der Spitze der spanischen Liga - drei Punkte vor dem FC Barcelona, dem Lieblingsrivalen, dem man im Clásico vor wenigen Wochen noch eine empfindliche Niederlage (2:1) beigebracht hat.
Die Kritik an Alonso geht jedoch über sportliche Ergebnisse hinaus - hinter den Kulissen brodelt es.

Alonso? Klopp war angeblich Wunschlösung von Pérez

Am vergangenen Wochenende machte ein Bericht der spanischen "Sport" die Runde, wonach die Zweifel von Real-Präsident Florentino Pérez an Alonso wachsen würden.
Der neue Übungsleiter sei zudem ohnehin nur Plan B gewesen, da Wunschlösung Jürgen Klopp Real eine Absage erteilt hätte.
Bereits im April dieses Jahres hatte sein Berater Marc Kosicke bei "Sky" erklärt: "Jürgen ist sehr glücklich mit seiner neuen Rolle als Head of Global Soccer bei Red Bull."
Auch wenn sich die Vorzeichen kaum geändert zu haben scheinen, sind etwaige Gerüchte alles andere als ein Vertrauensbeweis für Alonso.
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Jürgen Klopp (l.) und Florentino Pérez nach dem Champions League Finale 2022

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Pérez soll Alonso hinterfragen

"Klopp war immer ein Traum für Real Madrid, daher ist nachvollziehbar, dass Pérez ihn bevorzugt. Dass er Alonso hinterfragt, stimmt wahrscheinlich, aber ich glaube nicht, dass sein Job bald zur Debatte stehen wird", erklärt David Orenes von Eurosport Spanien.
Doch warum steht der Katalane überhaupt in der Kritik?
Laut "Sport" erkennt Pérez nach dem Abgang von Carlo Ancelotti keine Weiterentwicklung und vermisst "Modernität" im Spiel der Königlichen.
Wenig hilfreich war das torlose Remis am vergangenen Wochenende bei Rayo Vallecano, bei dem Real besonders offensiv kaum Akzente setzen konnte.
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Jude Bellingham und Real Madrid blieben gegen Rayo Vallecano torlos

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Real vermisst Kroos

Lediglich fünf Schüsse flogen auf das gegnerische Tor, und in Sachen Expected Goals lag man mit einem Wert von 0,98 sogar unter dem des Gegners (1,2).
Für Real geht es damit mit "vielen Zweifeln", wie die "Mundo Deportivo" titelte, und einigen Baustellen in die Länderspielpause.
"Real hat in einigen Spielen gut gespielt, und das hohe Pressing ist bei den Fans beliebt. Doch seit dem Weggang von Toni Kroos zeigt das Team ein anderes Gesicht", sagt Eurosport-Experte Orenes.
In der Tat fehlt Real seit dem Karriereende von Kroos im Sommer 2014 sowie dem Abschied von Luka Modric (AC Mailand) vor Saisonstart ein Taktgeber im Mittelfeld. Auch die Offensive läuft trotz des auf dem Papier guten Saisonstarts noch nicht rund.
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Luka Modric (l.) und Toni Kroos feierten zusammen bei Real Madrid unzählige Erfolge

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Real offenbart jede Menge Baustellen

"Alonso muss die fehlende Kompatibilität zwischen Vinícius Júnior und Kylian Mbappé lösen, im Angriff für mehr Rotation sorgen und den Spielstil je nach Gegner anpassen. Besonders besorgniserregend ist, dass er kaum reagiert, wenn Dinge schieflaufen", bemängelt Orenes.
Alonso selbst ist sich dessen bewusst, dass noch nicht alles perfekt läuft. "Wir wissen, wo wir stehen. Mir ist wichtig, dass wir uns weiterentwickeln, verbessern und eine positive, konstruktive Selbstkritik üben", sagte der 43-Jährige und betonte: "Das ist Real Madrid, und jeder weiß, was das bedeutet."
Und zwar jede Menge Nebengeräusche.

Ärger um Vinícius und wachsende Unzufriedenheit

Zuletzt sorgte Alonsos Zwist mit Vinícius für Schlagzeilen. Der Flügelflitzer reagierte wütend auf seine Auswechslung im Clásico gegen Barça und verweigerte Alonso den Handschlag.
Obwohl Vinícius sich öffentlich entschuldigte, bleibt ein gewisser Beigeschmack. "Der Streit mit Vinícius wirkt sich negativ auf Alonso aus", ordnet Orenes die Situation ein.
Zumal es angeblich auch mit anderen Spielern hinter den Kulissen Ärger gibt. Gleich mehrere Stars sollen sich über ihre Einsatzzeiten und Rollen unter Alonso beschwert haben.
Zudem sei Alonsos Versuch, im Alltag für mehr Disziplin und Ordnung zu sorgen, Berichten zufolge bei seinen Schützlingen nicht gut angekommen.
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Real Madrid: Vinícius Júnior ärgert sich über seine Auswechslung und gestikuliert in Richtung Trainer Axbi Alonso

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Alonso steht vor schwerer Aufgabe

Letztere Maßnahmen stießen zumindest in der Öffentlichkeit auf Zustimmung. "Unter Ancelotti hatten die Spieler zu viel Freiraum und wurden zu nachlässig", sagt Orenes.
Zweifelsohne wartet auf den Ex-Real-Profi eine anspruchsvolle Aufgabe: Nur wenn er die internen Spannungen abbaut, die Offensive stabilisiert und seine taktischen Ideen konsequent durchsetzt, können er und sein Team die hohen Erwartungen erfüllen.
Gelingt ihm dies, könnte Alonso eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben wie im knapp 2000 Kilometer entfernten Leverkusen.
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Zurück im Camp Nou: Barça ist wieder daheim

Quelle: Perform


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