Wechselt Cristiano Ronaldo von Real Madrid zurück zu Manchester United?

Cristiano Ronaldo ist unzufrieden bei Real Madrid. Das hat Gründe. Trainer Carlo Ancelotti wurde geschasst, Vereinsidol Iker Casillas vom Hof gejagt, und Gareth Bale ist der Lieblingsspieler von Präsident Florentino Pérez. Neu-Coach Rafael Benítez wies Ronaldo prompt eine neue Position zu. Wie reagiert der Weltfußballer? Angeblich plant Manchester United eine spektakuläre Rückholaktion.

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Von Cristiano Ronaldo ist bekannt, dass er ein Trainingsweltmeister sein soll. Durch zahllose Extraschichten trimmte er sich zu dem, der er heute ist: ein reicher, berühmter und sagenhaft erfolgreicher Athlet. Gleichermaßen gilt Ronaldo als diven- und gockelhafte Erscheinung, obendrein als einer, der keine Götter neben sich duldet. Und wenn, dann nur solche, die ihm wohlgesonnen sind. Wovon es wiederum wenige gibt.
In diesen Tagen wird ihm schlechte Laune nachgesagt. Das liegt zum einen an dem Mann, der neuerdings mit Trillerpfeife über den Übungsplatz bei Real Madrid stolziert. Und zum anderen an den Methoden, die er dabei anwendet.
Rafael Benítez, der Carlo Ancelotti als Trainer der königlichen Equipe beerbte, soll nicht in der Gunst Ronaldos stehen. Als er beim Training eine Aktion des Portugiesen ahndete, blaffte dieser gemäß "AS" zurück: "Nur die Fouls der Portugiesen werden gesehen." Und als die Profis vom Elfmeterpunkt die Latte treffen mussten, soll der Superstar unter den Superstars gezürnt haben: "Der Ball gehört unter die Latte. Das ist doch scheiße!"
Ronaldo, der Ancelotti-Fan
Benítez genießt in Spanien einen besseren Ruf als in England und Italien, wo er unter anderem für Liverpool, Chelsea und Neapel arbeitete. In den frühen 2000ern wurde er Meister und UEFA-Cup-Sieger mit Valencia, auch bei Real war Benítez schon beschäftigt, zwischen 1986 und 1995 als Juniorentrainer. Nach den aufgebauschten Vorfällen um Ronaldo berichtete der Spanier flugs von einem "ganz normalen Verhältnis. Cristiano ist sehr ehrgeizig, das ist kein Fehler, sondern eine Tugend. Ich würde mir wünschen, dass alle so wären."
Ronaldo wünscht sich vermutlich auch etwas: Carlo Ancelotti als Coach. Nach einer Saison ohne großen Titel twitterte er ein Bild mit dem Italiener, der die Madrilenen 2014 zur ersehnten "La Decima" geführt hatte, dem zehnten Champions-League-Triumph. "Ein großer Trainer und Mensch", schrieb der Fußballvirtuose, "ich hoffe, dass wir nächste Saison wieder zusammenarbeiten."
Zwei Tage später würde Ancelotti gefeuert.
Bale in die Mitte, Ronaldo in den Sturm
"In einer solchen Situation ist die Äußerung Ronaldos rebellisch“, kommentierte die Zeitung "El País" aufgeschreckt, und so kam eines zum anderen. Zwischen Real und Ronaldo soll es kriseln. Was weitere Gründe hat.
Benítez war kaum im Amt, als er Gareth Bale (den Liebling von Präsident Florentino Pérez) in die Zentrale beorderte und damit die Kreise des Weltfußballers einengte. Das machte die Sache nicht eben besser; es geht bei Real Madrid ja mindestens ebenso viel um Politik wie um Sport. Als Benítez den Flügelstürmer Ronaldo in der Sturmspitze testete, erntete er gedämpfte Begeisterung. Immerhin traf der 30-Jährige im Test gegen ManCity kunstvoll ins Tor. Und jubelte sogar.
Zuvor sorgte sein Trainer mit der Aussage für Wirbel, Ronaldo wäre "einer der Besten der Welt". Majestätsbeleidigung? Tage darauf wurde er so zitiert: "Wenn man mit ihm arbeitet, lernt man ihn erst richtig kennen. Er ist der Beste!" Nun ja.
Was sagte van Gaal gleich noch?
Unglaubliche 225 Tore hat der Portugiese in 200 Primera-Division-Einsätzen erzielt, dazu 77 Treffer in 115 Champions-League-Spielen. Seit 2009 ist er bei Real, damals für 94 Millionen von Manchester United eingekauft und bis 2018 gebunden, mit einer festgeschriebenen Ablöse von, ja, tatsächlich: einer Milliarde Euro.
Der unwürdige Abschied von Iker Casillas, Bales Sonderbehandlung, natürlich das Ende Ancelottis und die Inthronisation von Benítez - all das soll Cristiano Ronaldo missmutig stimmen. Mitten hinein in die schwelenden Unruhen platzt ein Bericht der "Manchester Evening News", der von einem United-Vorstoß an seinen Ex-Spieler handelt. Details? Fehlanzeige.
Alles ziemlich vage.
Aber ziemlich spannend.
Hatte nicht Louis van Gaal kürzlich eine "Überraschung" für den Sturm angekündigt…?
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