Frankreichs Top-Stürmer Karim Benzema erhält Rückenwind von Real Madrid in Sextape-Affäre
Es wird ernst für Karim Benzema: Doch bevor sich der französische Fußballverband zur Zukunft des Top-Stürmers in der Nationalelf erklären wird, erhielt der Real-Star Rückenwind - verbal und sportlich: Sowohl Madrid-Präsident Florentino Perez als auch Fußball-Legende Zinedine Zidane sprachen sich für ihn aus. Benzema selbst trumpfte mit einem Doppelpack im Liga-Heimspiel gegen Getafe auf.
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Die Vorfreude auf die Heim-EM sollte in Frankreich eigentlich diese Woche einen großen Schub bekommen.
Am Samstag werden die Gruppen für die EURO 2016 ausgelost (ab 18:00 Uhr im Liveticker) und die "Equipe tricolore" wartet gespannt auf ihre Gegner. Doch zuvor warten die "Bleus" ebenso gespannt auf die Pressekonferenz von Verbandspräsident Noel Le Graet am Donnerstag. Denn der FFF-Boss wird sich dort zur Zukunft von Karim Benzema in der Nationalmannschaft äußern.
Frankreichs bester Angreifer ist in der Sextape-Affäre weiter unter Druck, ihm drohen für seine Verwicklung in den Skandal im Extremfall bis zu fünf Jahre Haft. Bis auf weiteres darf er keinerlei Kontakt zu Nationalelf-Kollege Mathieu Valbuena haben, dem Opfer des Erpressungsversuchs.
Benzema erklärte nun, er habe "eine Nachricht" von Nationaltrainer Didier Deschamps erhalten, "er unterstützt mich" - ebenso wie manche "Spieler aus dem Nationalteam". Deshalb bleibe es sein Ziel, in die Auswahl zurückzukehren, so der 27-Jährige im zweiten Teil seines Interviews mit dem TV-Sender TF1, der am Sonntag ausgestrahlt wurde.
Seine sportliche Klasse bewies Benzema im Derby gegen Getafe im Eiltempo: Zwei Treffer in der Anfangsphase, seine ersten seit Bekanntwerden der Affäre, unterstrichen seine Qualitäten. Angesichts seiner Bedeutung für Real Madrid ist es da wenig überraschend, dass ihm in Madrid der Rücken gestärkt wurde - allen voran durch Präsident Perez:
Damit spielte der Klubchef auf Frankreichs Premierminister Manuel Valls an, der sich gegen eine Rückkehr von Benzema in die Nationalmannschaft ausgesprochen hatte:
Verband vor schwierigem Spagat
Auch Klubikone und Frankreichs WM-Held von 1998, Zinedine Zidane, ergriff Partei für seinen Landsmann. Am Sonntag nutzte er die Pressekonferenz nach dem Spiel der von ihm trainierten Madrider Reserve, um seine Sicht der Situation darzulegen.
Der Verband steht also vor der schwerwiegenden Entscheidung, ob er sein Aushängeschild Nationalmannschaft bei der Heim-EM mit den bestmöglichen Chancen ins Rennen schicken will - oder ob nicht Erfolg um jeden Preis, sondern auch das Image der so oft von Skandalen belasteten "Equipe tricolore" eine Rolle spielen sollen.
Benzema selbst ist durch das Bekanntwerden der Abhörprotokolle eines Telefonats mit seinem engen Freund Karim Zenati nicht nur juristisch massiv unter Druck geraten. Der Kindheitsfreund des Fußballers, den er einst bei dessen Entlassung aus einer mehrjährigen Haftstrafe am Gefängnistor abholte, sitzt weiter in Untersuchungshaft. Die lockere Unterhaltung der beiden über die Kontaktaufnahme mit Valbuena im Trainingscamp der "Bleus" warf ein schlechtes Licht auf den angeblich als wohlgesonnenen Vermittler handelnden Benzema.
Seine mühsamen Erklärungsversuche im Verhör, dessen Wortlaut inzwischen ebenfalls in den Medien präsentiert wurde, überzeugten weder die Vernehmer noch einen großen Teil der Öffentlichkeit von der Unschuld des 81-fachen Nationalspielers. Dennoch bleibt dieser verhalten optimistisch:
Ob Benzema jedoch beim nächsten geplanten Testspiel der Franzosen am 25. März 2016 im Stade de France gegen die Niederlande auflaufen wird, scheint aktuell fraglicher denn je.
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