Imago

Toni Kroos kämpft bei Real Madrid um seinen Platz

In der Kritik: Kroos kämpft um seinen Platz

25/09/2015 um 12:48

Als gefeierter Weltmeister wechselte Toni Kroos 2014 zu Real Madrid - in dieser Saison muss sich der Deutsche in Spanien vermehrt Kritik anhören. Unter Carlo Ancelotti war der Spielmacher im vergangenen Jahr kaum aus dem Mittelfeld wegzudenken. Neu-Trainer Rafael Benítez setzt dagegen seltener auf den ehemaligen Münchener. Kroos muss um seinen Platz in der Mannschaft kämpfen.

Nach dem knappen 1:0 (0:0)-Sieg in der Liga gegen den FC Granada wurde Kroos in den spanischen Medien hart kritisiert. "El Mundo Deportivo" nannte den Deutschen sogar "eine unmögliche Schnarchnase". Kroos sei völlig außer Form und zu langsam. Die Zeitung mutmaßte, er habe sich immer noch nicht richtig in Spanien eingelebt.

Vor etwas mehr als einem Jahr waren die Lobeshymnen auf den 24-Jährigen noch überschwänglich. Die "Marca" schrieb damals: "Er ist der Chef des Mittelfeldes von Real Madrid. Er war genial. Toni Kroos ist die beste Nachricht von Real in den vergangenen 4000 Jahren. Was für eine Klasse!"

Kroos mit weniger Einsatzzeit

Zusammen mit Luka Modric bildete er in der Saison 2014/15 ein geniales Duo, das aus dem Mittelfeld der "Königlichen" heraus das Spiel gestaltete. In 55 Saisonspielen bereitete der Deutsche 15 Treffer seiner Teamkollegen vor und schoss zwei Tore selbst. In diesem Jahr musste Kroos schon häufiger auf der Bank Platz nehmen. In der Liga spielte er in den bisherigen fünf Spielen nur zweimal über die volle Distanz. Weitere zwei Male wurde er nach einer knappen Stunde ausgewechselt.

Die spanischen Medien halten diese kürzeren Einsätze als Indiz dafür, dass Benítez einen anderen Spielertypen für das zentrale Mittelfeld bevorzugt. Der Spanier wolle lieber einen kämpferischen Sechser neben dem Künstler Modric, behauptet etwa die "Marca". Besonders Casemiro soll diesem Wunschbild entsprechen. Der junge Brasilianer kehrte erst vor dieser Saison vom FC Porto zurück.

Vor kurzem zeichnete die "International Federation of Football History and Statistics" (IFFHS) Kroos noch als den besten Spielmacher 2014 aus - knapp vor Superstar Lionel Messi und Teamkollege Rodríguez. 60 Experten und Journalisten waren an der Abstimmung beteiligt. Die Auszeichnung macht deutlich, was zur Zeit die Hauptproblematik ist: Kroos spielt auf der falschen Position.

Kämpfer Casemiro sammelt Pluspunkte

Auch der spanische Eurosport-Journalist Jorge Ordas meint zur Situation des Mittelfeldakteurs: "Aktuell spielt Kroos auf einer für ihn unpassenden Position, zwischen der Verteidigung und Modric bzw. James Rodríguez. Er muss sich daran noch gewöhnen. Casemiro hat auf dieser Position schon einige Minuten gespielt und war besser als Kroos. Das liegt aber einfach daran, dass es zu ihm passt." Der 23-Jährige könne auf Dauer dennoch zum Problem für Kroos werden, denn er sei eine härtere Konkurrenz als in der vergangenen Saison der zu Juventus Turin abgewanderte Sami Khedira. Eine zukünftige Rolle als Ersatzspieler sei nicht auszuschließen.

Benítez selbst spielt die kürzeren Spielzeiten des Mittelfeldstars herunter. Er wolle seinem Spieler nur die nötige Regeneration geben: "Ich weiß, wie wichtig er letzte Saison für die Mannschaft war und wie schwierig es für ihn war, durchzuspielen. Der Schlüssel ist die Dosierung. Ich will, dass er frisch bleibt."

Die Anzeichen mehren sich allerdings, dass Kroos in dieser Spielzeit noch häufiger mit einem Platz auf der Bank vorlieb nehmen muss.

0
0