Zinédine Zidane ist als neuer Trainer von Real Madrid eine einmalige Ausnahme in der Sportgeschichte

Zinédine Zidane ist als neuer Trainer von Real Madrid eine einmalige Ausnahme in der Sportgeschichte: Noch nie ist ein so unerfahrener Coach direkt zum Chef bei einem der größten Klubs des Fußballs befördert worden. Damit gehen die "Königlichen" ein großes Risiko ein, denn grandiose Ballkünstler sind längt nicht immer auch herausragende Trainer, wie ein Blick in die Geschichte zeigt.

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Einzigartig, einmalig, in einer eigenen Liga - was für viele Experten den genialen Fußballer Zinédine Zidane ausmachte, gilt nun auch für seine Trainerkarriere.
Diesmal aber unter umgekehrten Vorzeichen. Denn noch nie gab es einen Real-Coach, bei dem der Unterschied zwischen Erfolgen und Erfahrungen auf dem Platz so extrem von jenen auf der Bank abwich. Als Spieler hat "Zizou" alles gewonnen, als Trainer noch kein Erstligaspiel gecoacht.
Die einstige Nummer 5 im weißen Trikot der "Galaktischen" ist ein "UFO" - ihn auf den Chefposten zu heben eine Mischung zwischen Verzweiflungstat und genialem Schachzug von Präsident Florentino Perez. Vom Verantwortlichen des Reserveteams und ehemaligen Co-Trainer unter Carlo Ancelotti rückt Zidane auf jenen Platz, für den er sich noch vor wenigen Monaten nicht reif fühlte.
Von den absoluten Giganten des Fußballs ist noch niemand ein solcher Schritt erfolgreich geglückt. Blickt man auf die Trainerkarrieren der absoluten Ikonen, mit denen Zidane sportlich in einer Liga rangiert, wird seine Ausnahmestellung - und das damit verbundene Risiko - deutlich: Ob Diego Maradona, Johan Cruyff oder Franz Beckenbauer - keiner von ihnen übernahm als erste Trainerstelle auf hohem Niveau gleich einen der allergrößten Vereine des Planeten.
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Franz Beckenbauer wurde 1990 Weltmeister als Trainer der deutschen Nationalmannschaft

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Alfredo di Stefano etwa, die Real-Ikone schlechthin, hatte schon 15 Jahre Erfahrung an der Seitenlinie gesammelt, bevor er sich 1982 daran wagte, im Santiago Bernabeu das Zepter zu übernehmen. Nimmt man auf die Vorgänger und Nachfolger von Zidane in der Liste der Weltfußballer (der Franzose gewann den Ballon d'Or 1998), sucht man ebenfalls vergebens nach "Vorbildern", die so wie der 43-jährige Welt- und Europameister von "0 auf 1000" in ihrer Trainerlaufbahn durchstarteten.
Während Cruyff sich bei Ajax Amsterdam für den Platz beim FC Barcelona empfehlen und entwickeln konnte, nahmen Michel Platini, Marco van Basten und Franz Beckenbauer den Weg über die jeweilige Nationalmannschaft, um das Handwerkszeug zu lernen (wobei nur der "Kaiser" dabei einen Titel holte - und dabei nicht einmal einen Trainerschein besaß...). Über Lothar Matthäus als Trainer wollen wir hier lieber gleich ganz schweigen.
Wobei - ein Vorbild für Zidane findet sich schon, auch wenn diesem der "Ballon d'Or" und Titel mit der Nationalelf fehlen. Doch vom Trainer der 2. Mannschaft wurde 2008 ein gewisser Josep Guardiola in Barcelona zum Nachfolger von Frank Rijkaard befördert. Es war der Beginn eines Weges, der wie kaum ein anderer von Titeln gesäumt ist.
Die Trainer von Real Madrid in der Übersicht (seit 1999):
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