Eurosport

Thomas Tuchel packt bei Paris Saint-Germain an - das sind seine Baustellen

Tuchel packt bei PSG an - das sind seine Baustellen

18/05/2018 um 09:01

Thomas Tuchel soll Paris Saint-Germain noch mehr Glanz verleihen. Keine leichte Aufgabe schon zum Start, denn Baustellen gibt es für den Trainer reichlich. Der Frust nach dem frühen Achtelfinal-Aus in der Champions League sitzt bei den Bossen noch tief. Neymar und Kylian Mbappé bleiben, die Ansprüche sind höher als je zuvor in der französischen Hauptstadt.

Hinzu kommt die für Tuchel fremde Sprache, die er allerdings schon gut beherrschen soll. Momentan belegt er laut "Süddeutsche Zeitung" noch einen Intensivkurs in Belgien. Über allem schweben die hohen Ansprüche an den Coach. In der kommenden Saison soll nicht schon wieder im Achtelfinale der Champions League Schluss sein. Zeit, für Tuchel in Paris anzupacken - auf diesen Baustellen…

Staff:

Aus dem Trainer-Team von Noch-Coach Unai Emery wird keiner bleiben. Offen ist lediglich noch, ob Torwarttrainer Javi Garcia (kam letzten Sommer) bleibt. Co-Trainer Zoumana Camara soll die B-Mannschaft übernehmen. Tuchel bringt Arno Michels, Rainer Schrey (Fitness) und Benjamin Weber (Video) mit, wünscht sich aber noch einen weiteren Assistenten. Gerüchte gibt es seit längerem um Zsolt Löw (RB Leipzig), Peter Zeidler (Sochaux) ist aus dem Rennen. Er wird Chefcoach beim FC Sankt Gallen in der Schweiz.

Transfers:

Der Kader ist noch nicht komplett - das Hauptaugenmerk bei der Suche nach Verstärkungen liegt offenbar auf einem Linksaußen und einem defensiven Mittelfeldspieler. Heiße Kandidaten sollen laut "Le Parisien" Julian Weigl (Borussia Dortmund) und Max Meyer (FC Schalke 04) sein, zudem bringt die "Mundo Deportivo" Sergio Busquets vom FC Barcelona ins Spiel. Aber auch ein Rechtsverteidiger und ein Torhüter (Gianluigi Donnarumma?) könnten noch kommen.

Erschwerend ist, dass die UEFA aus Gründen des Financial Fairplay genau hinschauen wird, welche Schritte PSG auf dem Transfermarkt unternimmt. Um nur so viel auszugeben, wie Einnahmen vorhanden sind, muss Tuchel eventuell über einen Verkauf von Angel di Maria oder Julian Draxler nachdenken. Dabei muss er auch einen gemeinsamen Nenner mit Sportdirektor Antero Henrique finden.

Laut "ESPN" war Tuchel nicht dessen bevorzugter Trainer. Henrique und Nasser al Khelaifi wollten lieber Antonio Conte (FC Chelsea), Massimiliano Allegri (Juventus), Mauricio Pochettino (Tottenham Hotspur) oder Andre Villas-Boas (vertragslos). Tuchel war hingegen der Wunschkandidat von PSG-Besitzer Tamim bin Hamad Al-Thani, dem Kronprinz von Katar.

Video - 200-Millionen-Mann für Tuchel: Schlägt PSG bei Barça zu?

01:51

Kabine/Stars:

Generell ist es auch an der Zeit, den arrivierten Spielern wie Javier Pastore, Layvin Kurzawa, Thiago Silva oder di Maria wieder neue Motivation einzuhauchen und gleichzeitig Spieler aus dem Unterbau zu fördern. Timothy Weah und Yacine Adli beispielsweise sind vielversprechende Talente, die Spielzeit brauchen.

Neymar möchte gerne bei Real Madrid spielen

Neymar möchte gerne bei Real Madrid spielenSID

Spielstil:

Tuchel wurde auch geholt, weil sich Al-Thani für PSG einen attraktiven Stil wünscht. Laurent Blanc installierte in seiner Amtszeit ein auf Ballbesitz ausgelegtes 4-3-3, was okay war, aber für internationale Ambitionen irgendwann nicht mehr reichte. Emery, immerhin mit dem FC Sevilla dreifacher Europa-League-Sieger, sollte mehr Impulse generieren, spielte aber zu viel auf Sicherheit.

Tuchel ist ein Taktik-Fuchs, hat kreative Lösungen parat und ist, wie er in Dortmund bewiesen hat, in der Lage, den Spielern ein klares Konzept mitzugeben. Für das internationale Ziel, das da "mindestens Halbfinale in der Königsklasse" lautet, ist das auch dringend nötig.

Video - Trapp oder Donnarumma bei PSG: Welche Rolle spielt Tuchel?

01:35
0
0