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PSG plötzlich am Scheideweg: Warum sich Tuchel eine große Chance bietet
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Publiziert 03/07/2019 um 16:20 GMT+2 Uhr
Thomas Tuchel hatte die ganz große Transferoffensive von PSG in diesem Sommer angekündigt. Die großen Namen scheinen jedoch bisher nicht nur einen Bogen um Paris zu machen, die vorhandenen Stars pochen mehr oder minder auch auf einen Abgang. Womit sich die Frage stellt: Wie soll das PSG der nächsten Saison aussehen? Bietet der Transfersommer möglicherweise sogar die große Chance für Tuchel?
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Der 3. August 2017 ist ein geschichtsträchtiger Tag. Vielleicht keiner, der es in den Geschichtsunterricht in den Schulen schaffen wird, aber eben doch ein Tag, der zumindest die Sport-Welt zum Beben gebracht hat. Der Wechsel von Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain wurde an eben jenem Tag offiziell verkündet - die Ablöse stolze 222 Millionen Euro. Rekord!
Neymar schwärmte damals:
Doch Neymar reichte PSG noch nicht. Am 31. August 2017 folgte Mega-Talent Kylian Mbappé. Per Leihe. Die Ablösesumme ein Jahr später: 180 Millionen Euro.
PSG sendete innerhalb eines Monats eine Botschaft an die Konkurrenz aus Barcelona, Madrid und München. Und diese Botschaft lautete: Wir wollen ganz nach oben. Dafür geben wir jede nötige Summe aus.
Neymar will weg, Mbappé auch?
Jetzt, rund zwei Jahre später, ist der Tenor ein gänzlich anderer. Neymar will und wird höchstwahrscheinlich zu Barça zurückkehren. Den Klubverantwortlichen soll er klar gesagt haben:
Und: Auch Mbappé sorgte für reichlich Unruhe, als er im Mai plötzlich seinen Abgang thematisierte:
Alles Aussagen, die bei PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi auf Unverständnis stoßen, ihn aber möglicherweise auch zu einem Umdenken in der Vereinsführung bewegt haben. Lag der Fokus in den vergangenen Jahren vor allem darauf, die ganz dicken Fische an Land zu ziehen, soll nun das "Projekt" Priorität haben, wie Al-Khelaifi gegenüber "LÉquipe" betonte.
Neymar möchte zurück zu den Katalanen? Soll er doch! Nur die Ablösesumme muss stimmen. Doch mit wem möchte PSG dann eigentlich in der kommenden Saison in der Champions League wieder oben angreifen?
PSG Stand jetzt: Viele Abgänge, ein Neuer
Ob Barcelona, Real Madrid oder Manchester United - in den vergangenen drei Jahren strich der Scheich-Klub jedes Mal im CL-Achtelfinale vorzeitig die Segel. Sicher, die Namen der Gegner haben es in sich. Nur leider interessiert das in Katar schon lange niemanden mehr.
Unter Ex-BVB-Coach Tuchel soll nun der nächste Angriff auf den Henkelpott erfolgen. Die Aussichten scheinen allerdings eher so mittelprächtig. Im Werben um Frenkie de Jong zog man den Kürzeren, Matthijs de Ligt wird wohl ebenfalls nicht kommen.
Stattdessen muss PSG den Abgang von Dani Alves, Adrien Rabiot, Gianluigi Buffon und sehr wahrscheinlich auch den von Neymar verkraften.
Dagegen steht auf der Haben-Seite bisher nur der Transfer von Pablo Sarabia vom FC Sevilla für 18 Millionen Euro. Ein Transfer-Coup, keine Frage, ob Sarabia aber der nächste "Big Name" bei den Parisern werden kann, ist doch eher fraglich.
Allerdings ist die Waage zwischen einer neuen Chance und einem Scheitern des PSG-Projekts dicht beieinander.
Neymar-Abgang als Segen für PSG
Denn, sind wir mal ehrlich: Wirklich gerissen hat Neymar bei PSG nichts. Im Gegenteil: Ständiger angeblicher interner Stunk gegen einige Mitspieler (allen voran Edinson Cavani), leidige Elfmeterdiskussionen und Diva-Gehabe, Neymar soll zahlreichen Berichten zufolge nicht unter die Kategorie pflegeleicht fallen. Das dem so ist, ließ auch sein Boss Khelaifi mehr als nur vage durchblicken:
Ein Abgang, zumal für viel Geld, könnte sich daher sogar als Segen für Tuchel und seine Mannen herauskristallisieren. Im Gegenzug dürfte Philippe Coutinho und/oder Ousmane Dembélé den Weg an die Seine finden. Ersterer soll sogar schon einem Wechsel zugestimmt haben.
Zudem brächte ein Neymar-Verkauf Paris im Kampf gegen das Financial Fairplay wieder in ruhigere Gewässer und offene Planstellen wie das zentrale Mittelfeld könnten mehr als adäquat besetzt werden. Gehandelt werden hier unter anderem Lazios Sergej Milinkovic-Savic, Allan vom SSC Neapel oder auch Lucas Paqueta vom AC Mailand.
Alles teure Unterfangen, bei einem Neymar-Abgang aber plötzlich kein Problem mehr.
Ähnlich sieht es auf der Torhüter- sowie der Außenverteidigerposition aus. Gianluigi Donnarumma und David de Gea sollen auf der Liste stehen, gerade bei einem Verkauf von Kevin Trapp wäre ein weiterer Keeper unabdingbar.
Auf den Außen dürfte erneut Dortmunds Raphael Guerreiro ein Thema werden, auch Julian Weigl gilt als Wunschspieler von Tuchel.
Das neue Gesicht heißt Kylian Mbappé
Also ja, der Kader von PSG gleicht noch einer einzigen Baustelle, kann aber mit wenigen Handgriffen zu einem echten "Big Player" für die Königsklasse gewandelt werden. Dafür braucht es allerdings einen Neymar-Verkauf und eben neue Spieler.
Ohnehin dürfte man in Paris mit Mbappé als neuem Gesicht des Klubs planen - seinen Abgangsgedanken zum Trotz. So versicherte Al-Khelaifi gegenüber "France Football":
Ob Mbappé bei diesem Plan mitspielt, wird auch davon abhängen, mit welchem Ergebnis Khelaifi und Kollegen dieses Sommertransferfenster verlassen.
Paris Saint-Germain steht wieder einmal am Scheideweg. Doch es könnte sich als die ganz große Chance für den Verein und Thomas Tuchel herausstellen. Ganz ohne Neymar.
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