PSG: Thomas Tuchel und Paris stehen vor großem Problemhaufen
Paris Saint-Germain nimmt drei Monate nach dem Saisonabbruch in der Ligue 1 das Training wieder auf. Die Ziele für den Saisonabschluss sind groß - zwei nationale Titel sowie die internationale Krone in der Champions League sind noch zu vergeben. Angesichts der vielen Probleme, die der Restart für PSG mit sich bringt, eine kaum lösbare Aufgabe für Trainer Thomas Tuchel.
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Es war klar, dass es nicht einfach werden würde.
Die Ligue 1 machte kurzen Prozess und erklärte die Saison Anfang März inmitten der Corona-Krise während des laufenden 28. Spieltags für beendet. Ein Schritt, den die anderen Top-5-Ligen in Europa (Premier League, La Liga, Bundesliga, Serie A) vermeiden konnten.
Mit der Serie A startete der Ligabetrieb in Italien erst vor wenigen Tagen (20. Juni) erneut, auch in Spanien (11. Juni) und England (17. Juni) rollt der Ball inzwischen wieder, während die Bundesliga ihre Saison am kommenden Samstag bereits beenden wird (Restart war am 16. Mai).
Für die Topklubs ihrer Verbände ist die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in mehrfacher Hinsicht wichtig. Zum einen wegen der TV-Gelder, zum anderen weil noch wichtige internationale Wettbewerbe anstehen, für die sich die Teilnehmer in Form bringen müssen. Am besten funktioniert das mit Spielen auf Wettkampfniveau.
Pokalfinals als Generalprobe für die Champions League?
Thomas Tuchel und Paris Saint-Germain bleibt diese Möglichkeit aufgrund des Saisonabbruchs verwehrt. Die einzige Chance, sich auf höchstem Niveau auf die Königsklasse vorzubereiten, bietet sich PSG lediglich in zwei Pflichstpielen - in den Pokalfinals.
Am 24. Juli findet das Finale im Coupe de France gegen die AS Saint-Etienne auf dem Plan, zwischen dem 25. Juli und 3. August soll laut LFP-Generaldirektor Didier Quillot das noch nicht genau terminierte Endspiel im Coupe de la Ligue gegen Olympique Lyon stattfinden.
Ein erheblicher Nachteil im Kampf um die Champions-League-Krone, um die der von Investoren geführte Klub seit Jahren kämpft.
Ab dem 12. August wird die Königsklasse in Form eines Finalturniers in der portugiesischen Metropole Lissabon im K.o.-Modus zu Ende gespielt. PSG setzte sich im Achtelfinale gegen Borussia Dortmund durch, steht also bereits unter den besten acht. Drei Spiele würden demnach für den wichtigsten Titel im Vereinsfußball reichen - doch angesichts der widrigen Umstände glaubt in Frankreich kaum einer daran.
Zumal die fehlende Matchpraxis nicht das einzige Problem der Pariser ist.
PSG: Allerhand Probleme zum Neustart
Am Montag (22. Juni) nahm PSG nahm das Training wieder auf, von voller Mannschaftsstärke war aber keine Rede.
Mit Edinson Cavani und Thomas Meunier fehlten zwei altgediente Stammkräfte. Beide wollen ihren Vertrag bei den Parisern nicht verlängern und sehen daher keinen Grund, nach der dreimonatigen Corona-Pause das Training mit dem alten Team wiederaufzunehmen.
Während Leonardo den Abgang des uruguayischen Rekordtorschützen bereits bestätigte, soll Rechtsverteidiger Meunier übereinstimmenden Medienberichten zufolge bereits bis 2024 beim BVB unterschrieben haben. Fakt ist: Beide Spieler lehnten eine vom Verein angebotene Verlängerung um zwei Monate ab, bevorzugen laut "RMC" eine Vorbereitung mit ihrem neuen Team statt einer Champion-League-K.o.-Phase mit PSG.
Ebenfalls abtrünnig waren Adil Aouchiche und Tanguy Kouassi, der vor einem Wechsel zum FC Bayern München steht und wohl ebenfalls nicht mehr ins Training zurückkehren wird. Auch der ehemalige BVB-Verteidiger Abdou Diallo fehlte zuletzt wegen Rückenschmerzen.
Tuchel stockt mit Nachwuchsspielern auf
Keine einfache Situation für Tuchel, dem in Lissabon ein schwieriges Personalpuzzle droht.
Immerhin sind die Verantwortlichen zuversichtlich, dass mit Layvin Kurzawa und Thiago Silva, deren Verträge jeweils am 30. Juni auslaufen, zwei Verteidiger für zwei weitere Monate im Verein bleiben. Ebenfalls sei laut "L’Équipe" eine kurzfristige Verlängerung mit Eric Maxim Choupo-Moting angedacht.
Doch das Personalkorsett bleibt eng geschnürt. Trotzdem tauchten mit Innenverteidiger Timothée Pembele (17), Stürmer Arnaud Kalimuendo (18) und Torhüter Denis Franchi (17) zum Trainingsstart am Montag gleich drei Youngster aus dem eigenen Nachwuchs auf, die auch zum Champions-League Kader im August gehören könnten.
Jobgarantie als Trostpflaster?
Es ist eine Hercules-Aufgabe für Tuchel, die Saison nach dreimonatiger Pause erfolgreich zu beenden. Ein Trostpflaster dürfte jedoch sein, dass etwaiges Scheitern, anders als sonst üblich bei vom maximalen Erfolg getriebenen Topklubs wie PSG, in diesem Jahr nicht zur Entlassung führen dürfte.
So gab Sportdirektor Leonardo Mitte Juni bekannt, dass es für den Deutschen auch in der kommenden Saison als Trainer des französischen Serienmeisters weitergehen werde: "Er hat noch ein Jahr Vertrag und er wird in der nächsten Saison auf der Bank sitzen", sagte der 50 Jahre alte Brasilianer in einem Interview der französischen Zeitung "Le Journal du Dimanche".
Er mache "eine gute Arbeit, die Ergebnisse sind gut", befand der 50-Jährige und stellte auch eine Fortführung der Zusammenarbeit über die kommende Spielzeit hinaus in Aussicht. "Eine Verlängerung?" Sie hätten Zeit, darüber nachzudenken, so Leonardo.
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