Lionel Messi, Sergio Ramos und Christophe Galtier verlassen PSG: Der Scheich-Klub bleibt sich treu

Mit Lionel Messi und Sergio Ramos sagen zwei Superstars Paris Saint-Germain nach zwei Jahren au revoir. Zudem steht die Entlassung von Trainer Christophe Galtier nach nur einer Saison unmittelbar bevor, seine Nachfolge ist offenbar bereits geregelt. PSG räumt nach einer erneut unbefriedigenden Saison auf, doch die Scheich-DNA des Klubs lässt grundsätzliche Veränderungen nicht zu.

Trennung im Sommer: Galtier bestätigt Abgang von Messi

Quelle: Perform

In den letzten sieben Tagen wurde Spieler, Trainer und Fans von Paris Saint-Germain emotional ordentlich durchgeschüttelt. Vergangenen Samstag wurde nach einem 1:1 in Straßburg die zehnte französische Meisterschaft in den letzten zwölf Jahren gefeiert.
Einen Tag später ereilte den Klub die schreckliche Nachricht von Torhüter Sergio Rico, der bei einem Reitunfall eine Hirnblutung erlitt, in ein künstliches Koma versetzt wurde und seitdem um sein Leben kämpft.
Am Donnerstag verkündete PSG-Trainer Christophe Galtier den Abschied von Lionel Messi am Saisonende und am Freitag sagte Sergio Ramos via Instagram au revoir, Paris! Zudem berichtete - ebenfalls am Freitag - die Zeitung "L'Equipe", dass Galtiers Aus als Coach beschlossene Sache sei.
Es ist das turbulente Ende einer turbulenten Saison für PSG. Mehr als der Meistertitel sprang (einmal mehr) nicht heraus. In der Champions League spielte Paris durch das Achtelfinal-Aus gegen den FC Bayern (einmal mehr) keine Rolle und im nationalen Pokalwettbewerb war ebenfalls bereits im Achtelfinale Schluss.

Messi, Neymar, Mbappé: lustlose Stars sorgen für Skandale

Schlagzeilen produzierte PSG durch zahlreiche lustlose Auftritte und Skandale seiner Superstars. Der verletzte Neymar spielte ein Pokerturnier in Monaco, während seine Kollegen in Straßburg den Meistertitel klarmachten. Kylian Mbappé soll im Herbst 2022 Galtier aufgefordert haben, Neymar nicht mehr einzusetzen. Messi schwänzte nach einer Ligapleite eine Trainingseinheit für einen Shopping-Trip nach Saudi-Arabien und wurde daraufhin vorübergehend suspendiert.
Eigentlich hätte am Samstag im letzten Heimspiel gegen Clermont die Meisterparty stattfinden sollen, doch es passt zur Saison der Pariser, dass die Sause abgesagt wurde, auch wenn der Grund ein trauriger ist: Sergio Rico. "Uns ist nicht zum Feiern zumute. Wir sind in Gedanken bei Sergio und senden ihm, seiner Frau, seiner Mutter und allen, die ihm nahestehen, alle Energie, die wir haben", sagte Galtier.
Von seiner bevorstehenden Entlassung will der Coach hingegen nichts wissen. Laut "L'Equipe" geht er weiter davon aus, eine zweite Chance zu bekommen. Doch Galtier hat keine Argumente auf seiner Seite. Für die Klubbesitzer zählt nur der Gewinn der Champions League, Geduld ist ein Fremdwort in Paris. Thomas Tuchel wurde wenige Monate nach dem Finaleinzug in der Königsklasse gefeuert, Mauricio Pochettino konnte sich trotz zwei Titeln in eineinhalb Jahren auch nicht halten. Warum sollte es Galtier da anders ergehen ...
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Angeblich alles andere als gute Freunde: Neymar (l.) und Kylian Mbappé

Fotocredit: Getty Images

Luis Enrique offenbar Nachfolger von Christophe Galtier

Messi weg, Ramos weg, Galtier weg - bei Paris Saint-Germain hat das Großreinemachen begonnen. Statt Hochachtung erntet der neureiche Klub Spott quer durch Europa. "PSG ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Der Klub ist nur stark im Milliardenversenken", schrieb die spanische Zeitung "Marca" nach dem Champoins-League-K.o. gegen die Bayern.
Als Nächstes darf sich offenbar Luis Enrique an der Seine versuchen. Verschiedene Medien berichten am Samstag, dass der Spanier kommende Woche als neuer Trainer vorgestellt werden soll. Ein harmonisches Umfeld findet Enrique nicht vor. Es soll in letzter Zeit mächtig gekracht haben zwischen dem Management und den Klubeigentümern, heißt es in der "L'Equipe". Der mächtige Sportdirektor Luis Campos könnte der Nächste sein, der seinen Job verliert.
Immerhin kann Enrique wohl weiter auf Mbappé bauen. Der 24-Jährige hat sich kürzlich zu PSG bekannt. Der Kader wird in der Saison 2023/24 auch ohne Messi und Ramos mit großen Namen gespickt sein. Es ist davon auszugehen, dass der Klub erneut auf dem Transfermarkt wildern wird - für den Traum Champions-League-Sieg.

Hernández, Asensio, Silva - neue Stars im Anflug

Bayern-Verteidiger Lucas Hernández soll sich bereits mit PSG einig sein; die Münchner sind laut "Sky" bereit, den Franzosen für 60 Millionen Euro Ablöse ziehen zu lassen. Mit Gabriel Magalhaes vom FC Arsenal hat Paris einen zweiten Abwehrspieler im Auge. Zudem steht Marco Asensio vor einem Wechsel zu PSG. Real Madrid bestätigte am Samstag den Abschied des 27 Jahre alten Mittelfeldspielers.
Fehlt aber noch der neue Superstar. Es gehört zur Scheich-DNA des Klubs, den nächsten Mbappé, Neymar, Messi oder Ramos zu holen. Zuletzt fiel häufiger der Name Bernardo Silva. Der Brasilianer sucht nach sechs Jahren bei Manchester City angeblich eine neue Herausforderung.
Ob Galtier oder Enrique, Ramos oder Hernández, Messi oder Silva, mit oder ohne Luis Campos - es wird sich nichts Grundlegendes ändern bei Paris Saint-Germain. Spieler und Trainer kommen und gehen, Nachhaltigkeit gibt es nicht. Der Erfolg soll eingekauft werden und wenn es die aktuelle Belegschaft nicht schafft, wird sie eben ausgetauscht.
Richtig spannend dürfte es rund um den Kader in einem Jahr werden. Die Verträge von Mbappé und Neymar laufen 2025 aus, beide würden nur bei einem Verkauf 2024 noch Geld einbringen. Vielleicht haut Mbappé aber auch schon 2024 ablösefrei ab. Der Stürmerstar hat offenbar nicht vor, seine einseitige Option auf eine Vertragsverlängerung zu ziehen.
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Real Madrid oder Saudi-Arabien? Benzema äußert sich kryptisch

Quelle: Perform

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