Nizza-Oldie Dante wird zum PSG-Schreck: Warum der Ex-Münchner mit 38 Jahren im vierten Frühling ist
Dante spielte drei Jahre lang für den FC Bayern München, gewann mit dem deutschen Rekordmeister unter anderem die Champions League. Seit seinem Abgang aus Deutschland zum OGC Nizza ist es ruhiger um den Brasilianer geworden. In dieser Saison sorgt der mittlerweile 38-Jährige aber für mächtig Furore – vor allem das Starensemble von Paris Saint-Germain hat mit dem Oldie mächtig Mühe.
Dante weiß in Nizza zu überzeugen
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Eigentlich war Dante gar nicht als Schütze für das Elfmeterschießen im Achtelfinale des Coupe de France gegen Paris Saint-Germain vorgesehen. Weil aber nach fünf Schüssen noch keine Entscheidung gefallen war, fasste sich der Kapitän des OGC Nizza als siebter Schütze schließlich doch ein Herz.
Dante lief beim Spielstand von 5:5 (auf beiden Seiten war jeweils ein Elfer verschossen worden) an und setzte tatsächlich zum lässigen Panenka an. Die Kugel schlug, nach sanftem Chip, in der Mitte des Gehäuses ein. Hinter keinem Geringeren als dem frischgebackenen Gewinner der Lev-Yashin-Trophäe (quasi der Ballon d’Or für Torhüter) und Europameister Gianluigi Donnarumma. Dante Bonfim Costa Santos, der eiskalte Vollstrecker.
Im Anschluss an den Brasilianer schnappte sich das 18-jährige Paris-Juwel Xavi Simons das Kunstleder – und scheiterte an Nizzas Torwart Marcin Bulka, der erst im Sommer auf Leihbasis von PSG an die französische Riviera gewechselt war. Simons‘ Fehlschuss war gleichbedeutend mit dem Viertelfinal-Ticket für Nizza, bei den Spielern von Le Gym brach grenzenloser Jubel aus.
Bei allen? Nein, ehe Elfer-Held Dante sich seinen Teamkollegen widmete, ging er zum Pariser Pechvogel und spendete dem Youngster tröstende Worte. Im Moment des Triumphes zunächst an den Verlierer denken - eine große, sportliche Geste des Routiniers.
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Dante (r.) tröstete PSG-Youngster Xavi Simons
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Grund zum Feiern hatte Dante aber nicht bloß aufgrund der schlichten Tatsache, dass Nizza das Starensemble aus der Hauptstadt bezwungen hatte, das mit Schwergewichten wie Lionel Messi, Marco Verratti und dem eingewechselten Kylian Mbappé angetreten war, auch seine Leistung dürfte beim ehemaligen Münchner für Verzückung gesorgt haben.
Dante gegen Pariser Starensemble zweimal eine Wand
Während der regulären Spielzeit, an deren Ende ein torloses Remis zu Buche stand, verbuchte Dante eine Zweikampfbilanz von 100 Prozent, brachte 92 Prozent seiner Pässe an den Mann und musste kein einziges Mal auf ein Foulspiel gegen seine namhaften Kontrahenten zurückgreifen. PSG, das vor Saisonbeginn in beispielloser Art und Weise auf dem Transfermarkt zugeschlagen hatte, scheint dem 13-maligen Nationalspieler zu liegen.
Bereits im letzten Duell mit Paris avancierte Dante zum Schreck für Messi, Mbappé und Co. In der Ligue-1-Partie Anfang Dezember sprang im Prinzenpark ebenfalls ein 0:0 für Nizza heraus, die Statistiker zählten zehn klärende Aktionen (Bestwert mit Abstand), sechs Balleroberungen und drei wichtige Blocks, zudem gewann der Innenverteidiger 60 Prozent seiner direkten Duelle.
Dabei stehen die Leistungen gegen den Top-Favoriten auf die Meisterschaft nur sinnbildlich für das, was Dante in seinem mittlerweile sechsten Jahr für Nizza abliefert. In der laufenden Saison verpasste der Lockenkopf lediglich ein Saisonspiel, in nur einer weiteren Partie wurde er eingewechselt. Die restlichen 20 Begegnungen absolvierte er über die volle Distanz, hielt den Laden mit seinem kongenialen Abwehr-Partner Jean-Clair Todibo weitestgehend dicht.
Nizza kämpft um Champions-League-Teilnahme
Mit Ausnahme des 0:3 gegen Racing Strasbourg (das einzige Spiel, in dem Dante nicht in der Startelf stand) kassierte Nizza in der aktuellen Spielzeit nie mehr als zwei Gegentore, zuletzt fuhr die Mannschaft von Trainer Christophe Galtier mit einem Torverhältnis von 11:3 fünf Liga-Siege in Serie ein. Derzeit rangieren die Südfranzosen mit 42 Zählern auf Platz zwei hinter Klassenprimus PSG und kämpfen somit um die Champions-League-Qualifikation.
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Dante und sein Abwehr-Kollege Jean-Clair Todibo
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Man könnte allein anhand der Zahlen konstatieren, dass Dante sich im vierten Frühling seiner erfolgreichen Karriere befindet. Dante bestätigte den statistischen Eindruck unlängst in einem Interview mit "Sport1", machte deutlich, wie sehr er trotz fortgeschrittenen Fußballeralters im Saft steht. "Ich bin total glücklich, wie es gerade läuft – mit dem Klub und bei mir persönlich", sagte er.
Angesprochen, ob der Je-älter-desto-besser-Vergleich zwischen ihm und gutem Rotwein angemessen sei, erklärte er: "Der Vergleich ist gar nicht so verkehrt. In meinem Alter willst du als Fußballer nur eine Sache, nämlich jede Sekunde auf dem Rasen genießen. Ich bin bereit. Viel zu machen, damit das auch so bleibt. Ich arbeite viel für den Erfolg. Noch konsequenter als früher."
Dante denkt nicht an Karriereende
Aufgrund seiner aktuellen Form denke er gar nicht ans Aufhören, "mindestens noch ein Jahr" wolle Dante weiterspielen. Er sagte: "Ich bin topfit und habe keine körperlichen Probleme. Ich will so lange spielen, wie mein Körper es zulässt. Ich bin noch nicht am Ende und will meine Karriere weiter genießen."
"Genießen" dürften die Nizza-Fans ihren Liebling wohl auch in der kommenden Saison. Dante verriet, dass die Signale für eine Vertragsverlängerung über den Sommer hinaus da seien. Der neue PSG-Schreck könnte dem Glamour-Klub von der Seine also auch in Zukunft Mühe machen.
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