Paris Saint-Germain - Ousmane Dembélé tritt aus dem Schatten der Superstars: Der Bad Boy ist gereift
Ousmane Dembélé galt stets als schludriges Talent und wurde immer wieder wegen seiner Lebensweise und aufgrund von zahlreichen Disziplinlosigkeiten mit Kritik konfrontiert. Mittlerweile scheint der einstige BVB- und Barcelona-Bad-Boy, der jahrelang im Schatten der ganz großen Namen stand, bei Paris Saint-Germain gereift zu sein. Dembélé geht in Abwesenheit der Stars voran – und wie!
Enrique feiert PSG-Star Dembélé: Wie in einem Videospiel
Quelle: Perform
Plötzlich blitzte sie noch einmal auf, die alte Eigenwilligkeit, die Ousmane Dembélé während seiner gesamten Karriere begleitet hatte.
"Es gibt ein Problem mit dem Engagement des Spielers für die Mannschaft", erklärte PSG-Trainer Luis Enrique Anfang Oktober mit Blick auf Dembélé, den er kurz zuvor aus dem Champions-League-Kader für das Duell mit dem FC Arsenal gestrichen hatte.
Der Offensivmann habe seine "Verpflichtung gegenüber der Mannschaft" nicht respektiert, dementsprechend wurde er suspendiert. Das für gewöhnlich gut informierte Medium "RMC Sport" versuchte damals, Enriques kryptische Begründung in verständlichere Worte zu gießen.
Enrique sei mit Dembélés Eigensinnigkeit im Ligaspiel gegen Stade Rennes nicht einverstanden gewesen, eine daraus resultierende Auswechslung habe dieser dann nicht besonders professionell aufgenommen. Eine von vielen Kontroversen in den vergangenen Jahren, ein neues Kapitel im Wälzer namens Dembélé-Verfehlungen.
Dembélé fiel immer wieder negativ auf
2017 versuchte Dembélé mittels Trainingsstreik einen Transfer von Borussia Dortmund zum FC Barcelona zu erzwingen, was eine Suspendierung zur Folge hatte. Nach seinem erfolgreichen Wechsel fiel der Franzose auch bei den Katalanen immer wieder negativ auf. Aufgrund von Verspätungen und anderen Undiszipliniertheiten wurde er mehrfach auf die Tribüne verbannt.
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Der große Durchbruch gelang Ousmane Dembélé in Barcelona nie
Fotocredit: Getty Images
Maßnahmen, die nie fruchteten. Doch die jüngste Enrique-Bestrafung schien ihr Ziel nicht verfehlt zu haben. Ganz im Gegenteil: Sie war – glaubt man dem Spanier – sogar eine Art Initialzündung: "Meine beste Entscheidung war, ihn gegen Arsenal in London nicht spielen zu lassen", sagte Enrique zuletzt auf einer Pressekonferenz: "Dafür haben mich alle kritisiert. Den Rest hat Dembélé alleine gemacht."
Mit besagtem "Rest" war eine enorme Leistungssteigerung seither gemeint, besonders im neuen Jahr spielt der einstige Dortmunder wie entfesselt auf. Acht Tore in der Liga sowie sechs Treffer in der Champions League stehen im noch jungen 2025 mittlerweile zu Buche.
31 Spiele, 24 Tore
Insgesamt steuerte er in der laufenden Spielzeit in 31 Pflichtspielen 24 Tore bei. "Wenn Sie Ousmane sehen, müssen sie fragen, was er an Weihnachten gegessen hat", scherzte Enrique und schob nach: "Er ist aktuell voller Selbstvertrauen."
Dembélé sei dieser "Typ von Spieler, den auf der PlayStation früher alle gewollt haben", schwärmte Enrique weiter: "Er war schon letzte Saison gut, aber im Jahr 2025 ist er noch besser." Doch woher rührt die Formstärke wirklich? Die Suspendierung wird es nicht gewesen sein.
Viel mehr tragen diverse Faktoren dazu bei, dass Dembélé derzeit in der Form seines Lebens ist, von der renommierten Sportzeitung "L’Équipe" sogar unlängst als momentan "bester Spieler der Welt" geadelt wurde. "Er spielt seit gut zwei Monaten eine andere Position, mehr im Zentrum", sagt Julien Pereira von Eurosport aus Paris.
Dementsprechend komme er aus deutlich aussichtsreicheren Winkeln zum Abschluss als auf der rechten Außenbahn. Dembélé selbst erklärte bezüglich seiner veränderten Rolle bei "Canal+": "Ich bin viel näher am Tor, wenn ich die falsche Neun spiele. Sobald ich einen Spieler ausgespielt habe, bin ich vor dem Tor und habe diese Klarheit, um zu treffen."
Dembélé wird seine Probleme los
Neben dem Umstand, dass der einstige BVB-Bad-Boy dieser Tage zentraler spielt, sieht Pereira noch einen weiteren entscheidenden Grund für die steigende Formkurve: "Schon als er nach Paris gekommen ist (im Sommer 2023, d. Red.), hat er sein Benehmen grundlegend geändert, er hat seine Essensgewohnheiten und seine Lebensweise insgesamt umgestellt", weiß Pereira: "Kurz gesagt: Er ist die Probleme, die ihn in Dortmund und Barcelona begleitet haben, losgeworden."
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Fühlt sich sichtlich wohl bei PSG: Ousmane Dembélé
Fotocredit: Getty Images
Dembélé strahlt heller denn je. Womöglich auch, weil er mit 27 Jahren erstmals nicht im Schatten der ganz großen Namen steht (in Barcelona kickte er an der Seite von Lionel Messi, bei PSG ein Jahr lang mit Kylian Mbappé). In dieser Saison ist er womöglich der namhafteste Spieler seines Teams – und scheint sich in der Rolle des Anführers zu gefallen.
"Wenn der Ballon d’Or basierend auf allem, was wir 2025 gesehen haben, jetzt schon vergeben werden würde, müsste er wahrscheinlich an Dembélé gehen", schrieb die spanische "Marca" kürzlich. Bis die begehrte goldene Kugel überreicht wird, gehen jedoch noch einige Tage ins Land.
Für Dembélé geht es vordergründig ohnehin um andere Dinge: Form konservieren und Konstanz einkehren lassen – und vor allem darum, die Schludrigkeit vollumfänglich aus seinem Leben zu verbannen.
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