Paris Saint-Germain hält sich auf dem Transfermarkt zurück: Champions-League-Sieger setzt auf Kontinuität statt Größenwahn

Eurosport bei Google

Während die Konkurrenz auf dem Transfermarkt wildert, geht Paris Saint-Germain einen anderen Weg. Der Champions-League-Sieger verkauft teure Reservisten, hält den Kern seiner Erfolgsmannschaft zusammen und arbeitet im Hintergrund gezielt an Verstärkungen. Mit Weltklasse, aufstrebenden Talenten und dem Traum vom dritten Königsklassen-Triumph in Serie setzt PSG auf Kontinuität statt Größenwahn.

Luis Enrique führte PSG zu zwei CL-Titeln in Folge

Fotocredit: Getty Images

Paris bei Nacht und dann noch dieses Monstrum. Ein Lamborghini Urus, Neuwert ab 260.000 Euro bis - je nach Ausstattung - rauf zu 700.000, hatte es einer Gruppe junger Autofreaks angetan. Der Beifahrer filmte das schnittige 800-PS-Gefährt auf der Fahrbahn nebenan, der Abend hatte sich für die Jungs beim Anblick der Luxuskarosse schon rentiert.
Doch dann ließ der Lamborghini-Fahrer das Fenster runter und lächelte seine "Verfolger" freundlich an - es war Bradley Barcola.
Auf dem Video, das auf Social Media viral ging, hört man die Insassen schreien vor Begeisterung. Auf Tuchfühlung mit einem Star von Paris Saint-Germain fernab der großen Fußballstadien - das kommt selten vor.
Doch wie lange cruised Barcola nächtens noch durch Paris? Der Flügelspieler kokettiert mit einem Wechsel zum FC Liverpool, laut der "L'Equipe" sind sich Spieler und Verein über Gehalt und Vertragslaufzeit einig. Knackpunkt ist jedoch die Ablösesumme, hier liegen die Reds und PSG noch weit auseinander.

160 Millionen Euro Einnahmen, 0 Euro Ausgaben

Dass sich der Champions-League-Sieger aber überhaupt auf Verhandlungen einlässt, zeigt, dass Barcola nicht unverkäuflich ist. Der 23-Jährige wäre schon der fünfte Spieler aus dem Kader der letzten Saison, der PSG verlässt. Für Goncalo Ramos, Randal Kolo Muani, Kang-in Lee und Nohan Kamara hat der Verein bereits über 160 Millionen Euro an Ablösesummen eingenommen.
Dem gegenüber stehen (noch) null Euro auf der Ausgabenseite - ungewöhnlich für einen Klub, dessen Trainer den Henkelpott-Hattrick als Ziel für die neue Saison ausgegeben. Während die internationale Konkurrenz ihre Kader nachschärft und mitunter auch vor hohen dreistelligen Beträgen keinen Halt macht - Chelsea gab für Morgan Rogers 138 Millionen aus - , hält man in Paris die Füße still.
Aus gutem Grund meint Julien Pereira, Fußball-Experte von Eurosport Frankreich. "Paris lässt sich Zeit und hat ohnehin keinen Grund zur Eile. Das entspricht nicht mehr der Vereinspolitik, und die öffentlich geäußerte Absage an eine Verpflichtung von Yan Diomande verdeutlicht dies perfekt. PSG ist selbstbewusst genug, um besonnen und klug zu handeln", sagte Pereira.

Pariser Ansatz: Vertrauen statt Transferoffensive

PSG verfolgt einen anderen Ansatz: Vertrauen statt Transferoffensive. Der französische Serienmeister hat den Kern seiner Erfolgsmannschaft zusammengehalten. Matvey Safonov, Marquinos, Nuno Mendes, Achraf Hakimi, Willian Pacho, Vitinha, Joao Neves, Désiré Doué, Ousmane Dembélé und Khvicha Kvaratskhelia haben allesamt Verträge bis mindestens 2028, einzig das Arbeitspapier von Fabian Ruiz läuft 2027 aus.
Von den genannten Spielern sind nur Marqunios (32) und Ruiz (30) älter als 29, Neves und Doué mit gerade mal 21 noch lange nicht am Leistungslimit angelangt. PSG kombiniert folglich aktuelle Weltklasse mit weiterem Wachstumspotenzial.
"Die Spieler, die den Verein verlassen haben, gehörten nicht zum Stammpersonal. Und sie wurden - oder werden in Kürze - durch Spieler ersetzt, die wohl noch talentierter sind", sagt Julien Pereira und spielt dabei auf das Transfergeschick der PSG-Bosse an: "Der Verein hat bereits die Verpflichtungen mehrerer Spieler unter Dach und Fach gebracht, ohne diese offiziell bekannt zu geben."
Dies gilt laut Pereira für Lucas Digne von Aston Villa, der als Ersatz für Nuno Mendes vorgesehen ist, sowie für Flügelspieler Maghnes Akliouche von der AS Monaco, der wie Désiré Doué fungieren wird. Digne war Stammverteidiger der Franzosen bei der WM 2026, Akliouche brachte es auf einen Kurzeinsatz im Gruppenspiel gegen den Irak (3:0).
picture

Spektakel beim Fußballtennis: Maghnes Akliouche (vorne) und Désiré Doué

Fotocredit: Getty Images

Weltmeister Torres vom PSG-Interesse geschmeichelt

Mit dem 21-jährigen Belgier Mika Godts von Ajax Amsterdam hat PSG laut Transferexperte Fabrizio Romano einen weiteren entwicklungsfähigen Flügelspieler ins Visier genommen und führt demnach bereits Gespräche mit Ajax.
Zudem soll PSG an einem echten Blockbuster-Deal basteln. Ferran Torres, Spaniens Siegtorschütze im WM-Finale, fühlt sich beim FC Barcelona nicht genug wertgeschätzt und liebäugelt mit einem Wechsel an die Seine. "Was Barça tun muss? Zeigen, dass sie mich wirklich lieben, dass sie gekommen sind, um zu verhandeln”, ließ Torres im Interview mit "NBC" durchblicken.
Das kolportierte Interesse von PSG schmeichelt Torres. "Von solchen Teams gewollt zu werden ist immer schön. Ich habe einen Vertrag mit Barcelona, aber es ist wahr, dass im Fußball nie vorherzusehen ist, was passieren könnte", sagte der Stürmer.

Mayulu und Férnandez scharren mit den Hufen

Unabhängig von potenziellen Neuzugängen tummeln sich im PSG-Kader weitere Talente, deren Durchbruch in der kommenden Saison erwartet wird. Dazu gehören Senny Mayulu (20, zentrales Mittelfeld) und Pedro Férnandez (18, offensives Mittelfeld).
Nach zwei Triumphen in Serie jagt PSG den dritten Champions-League-Titel in Folge und damit einen Platz in einer Reihe mit den größten Dynastien der europäischen Fußballgeschichte. Selbst ohne neue Spieler wäre der Mannschaft von Erfolgstrainer Luis Enrique dieser Coup zuzutrauen.
PSG überlässt in diesem Sommer der Konkurrenz die Bühne auf dem Transfermarkt und zieht im Hintergrund gezielt die Fäden, um die Mannschaft noch besser zu machen. Der Weg zum Champions-League-Titel 2027 führt erneut über Paris Saint-Germain.
picture

Vinicius über Mourinho: "Möchte das ich bin, wie ich war"

Quelle: Perform


Mehr als 2 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung