Manchester United nach Pleite gegen Galatasaray historisch schlecht: Trainer Erik ten Hag am Pranger

Manchester United kassiert in der Champions League gegen Galatasaray die nächste Pleite und steht nach zehn Pflichtspielen in dieser Saison historisch schlecht da. Die Spieler müssen beißenden Spott ertragen, Teammanager Erik ten Hag verliert zunehmend an Reputation. Es herrscht das blanke Chaos bei den Red Devils, weil mittlerweile selbst die einfachsten Dinge nicht mehr funktionieren.

Erik ten Tag ist Trainer von Manchester United

Fotocredit: Getty Images

In der 77. Minute hatte André Onana seinen "großen" Auftritt. Der Torhüter von Manchester United spielte den Ball nach einem Rückpass unverschämt in den Fuß Mateus Martins. Der Gala-Angreifer hatte das 3:2 für seine Mannschaft auf dem Schlappen, ehe er von Casemiro umgesenst wurde. Klarer Fall: Elfmeter für die Gäste und Gelb-Rot für Casemiro.
Mauro Icardi ließ United mit seinem Fehlschuss vom Punkt noch einmal davonkommen, die Szene steht aber sinnbildlich für das, was Manchester United in dieser Saison abliefert. Die Red Devils schlagen sich durch absurde Fehler immer wieder selbst.
Die Entstehung zum entscheidenden 2:3 macht da keine Ausnahme. Galatasaray genügte ein Verlegenheits-Kopfball aus der eigenen Hälfte, damit Icardi den Ball ungestört annehmen und alleine auf Onana zulaufen konnte.
"Das ist die Champions League, das ist kein Schulfußball", wetterte United-Legende Rio Ferdinand bei "TNT Sports". "Wir haben erfahrene Spieler im Mittelfeld und in der Defensive. Und dann rutscht dir da in der Mitte der Ball durch. Das hat man dir als Kind schon gesagt: Dort bist du am verwundbarsten. Du musst die Gefahr antizipieren können. Da muss man konzentriert sein - und wir schlafen ein. Wir werden manchmal aufgeschnitten wie ein heißes Messer durch Butter. Das ist peinlich", ergänzte Ferdinand.

Schlechtester Saisonstart seit 57 Jahren

Die Pleite gegen Gala war die sechste im zehnten Pflichtspiel der laufenden Saison. Das passierte United zuletzt 1966. Erstmals überhaupt verloren die Engländer die ersten beiden Gruppenspiele in der Königsklasse, erstmals überhaupt kassierten sie dabei sieben Gegentore.
In den Medien werden bereits Untergangsszenarien diskutiert. Das Boulevard-Blatt "Sun" gab dem legendären Old Trafford kurzerhand einen neuen Namen: Aus dem "Theatre of Dreams" wurde das "Theatre of Screams". Laut "Telegraph" steht Manchester United "am Abgrund" und der "Guardian" sieht "ten Hags Imperium am Ende".
Dabei sollte nach jahrelanger Tristesse in der Zeit nach Sir Alex Ferguson unter Trainer ten Hag eine neue erfolgreiche Ära eingeleitet werden. Immerhin erreichte der Niederländer in seiner ersten Saison Tabellenplatz drei in der Premier League und holte mit dem Ligapokal einen Titel.
Er wurde nach dem Rauswurf von Cristiano Ronaldo als "harter Hund" geachtet, der sich auch nicht von den größten Namen auf der Nase herumtanzen lässt. Doch ten Hag steht immer mehr in der Kritik, die "lächerlichen, kindischen Fehler" (Sun) werden auch ihm angekreidet.

Ferdinand gesteht: "Ich bin am Boden zerstört"

Auch unter ten Hag ist Manchester nicht in der Lage, über einen längeren Zeitraum vernünftige Spiele abzuliefern. Gegen Galatasaray funktionierte das Offensivspiel und löste in "TNT Sports"-Experte Paul Scholes sogar Begeisterung aus. Auch Ferdinand war nach dem beiden Treffern von Rasmus Højlund "überglücklich", um im nächsten Moment mit dem "Kopf in den Händen" dazusitzen.
"Ich habe eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. In der einen Minute sitze ich hier und denke: 'Nun, wir sehen aus wie eine Mannschaft, die ihr Potenzial gezeigt hat und der man etwas Positives abgewinnen kann'. Dann saß ich da und war verzweifelt, weil die Defensivspieler einfach in der Mitte herumhängen. Dieses Abwehrverhalten ist pure Naivität. Ich bin am Boden zerstört", so Ferdinand.
Auch Scholes schoss sich auf die Verteidigung ein. "Es war so viel offen. Victor Lindelöf und Raphael Varane waren so weich und schwach", sagte der langjährige United-Spieler.
Manchester hat gerade in der Abwehr mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Links musste Sofyan Amrabat aushelfen, weil Luke Shaw und Tyrell Malacia lange ausfallen. Auch Innenverteidiger Lisandro Martinez muss nach einer zweiten Fuß-OP drei Monate pausieren.
Ten Hag will das jedoch nicht als Entschuldigung gelten lassen. "Okay, wir haben vielleicht eine leicht unausgeglichene linke Seite, aber die Fehler, die wir machen, können wir einfach nicht machen", sagte er.
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Normalität im Old Trafford: Die Gegner (wie hier Galatasaray) feiern

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United-Fans verlieren die Geduld

Unter ten Hag erlebt der englische Rekordmeister einen ähnlich alarmierenden Absturz wie vor zwei Jahren unter Publikumsliebling Ole Gunnar Solskjaer. Damals war United in einen Negativstrudel geraten und war nicht mehr in der Lage, sich daraus zu befreien.
Der Coach machte nach der Pleite gegen Istanbul klar, dass er Rückschläge einkalkuliert hätte. "Die letzte Saison lief hervorragend. Besser, als wir erwarten konnten. Aber auch bei diesem Projekt wussten wir, dass es Lücken geben würde", so ten Hag. Die Probleme seien nicht wegzudiskutieren, man werde da aber "gemeinsam wieder herauskommen. Ich, der Vorstand, die Mannschaft - wir alle zusammen."
Bei der Vereinsführung hat er dem Vernehmen nach noch Rückendeckung. Das gilt aber zumindest in Teilen nicht mehr für die Fans. Binnen vier Tagen wurde United im Old Trafford mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet und die abfälligen Gesten einiger Zuschauer in Richtung ten Hag waren unübersehbar.

Antony feiert überraschendes Comeback

Zumal ten Hag auch seinen anerkannten Ruf als Hardliner aufs Spiel setzt. Am Dienstagabend feierte Antony kurz vor Schluss ein überraschendes Comeback. Der Brasilianer war infolge des Vorwurfs der schweren häuslichen Gewalt gegen seine Lebensgefährtin vom Verein suspendiert und Ende vergangener Woche begnadigt worden, obwohl die polizeilichen Ermittlungen gegen Antony andauern.
"Manchester United hat den Pfad der Normalität längst verlassen", schrieb der "Kicker". Es wird höchste Zeit, dass sie ihn zumindest sportlich wiederfinden. Am Samstag gastiert der FC Brentford in Manchester (16:00 Uhr im Liveticker).
An die "Bees" hat United jedoch keine guten Erinnerungen. Im August 2022 lagen die Red Devils in Brentford nach 35 Minuten 0:4 zurück. Eine dritte Heimniederlage innerhalb einer Woche kann sich Manchester United nicht erlauben. Schon gar nicht Erik ten Hag.
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Quelle: Perform

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