Hinter dem jüngsten Klub der MLS steht eine klare Idee. Die Eigentümer um David Beckham haben mit dem spanischen Vereinsnamen Club Internacional de Fútbol Miami bewusst ein Zeichen gesetzt für Weltoffenheit, für verschiedene Kulturen, für Diversität. Es sei "eine Ehre, unseren Fans den neuen Namen und das Logo präsentieren zu können", erklärte Beckham. Auf ein sportliches Zeichen des Teams aus Florida wartet der amerikanische Fußball dagegen noch immer.

Zunächst setzte es zwei Niederlagen in der längst unterbrochenen regulären Saison gegen den Los Angeles FC und DC United. Es folgten drei weitere Pleiten gegen Orlando City, Philadelphia Union und den New York City FC beim "MLS is Back Tournament" in Disney World.

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Damit schied Miami nach der Gruppenphase vorzeitig aus und verpasste damit die Chance, sich ein Ticket für die Teilnahme an der CONCACAF Champions League zu sichern. Besonders bitter: Alle fünf Partien gingen mit je einem Tor Unterschied verloren.

Von Panik will Beckham indes nichts wissen. "Manchester United, Real Madrid, La Liga und die Premier League wurden auch nicht an einem Tag erbaut", schrieb der 45-Jährige auf seiner Facebook-Seite.

Es sei nun "wichtig, sich an das zu erinnern, was man bereits erreicht" habe. "Geduld ist eine Tugend."

Miami schon im Krisenmodus

Doch auch Beckham kann nicht in Abrede stellen, dass Inter schon viereinhalb Monate nach dem ersten Pflichtspiel der Vereinsgeschichte in den Krisenmodus geschaltet hat. Trainer Diego Alonso gab bereits nach der jüngsten 0:1-Niederlage gegen New York Durchhalteparolen heraus. "Wenn der Weg holprig wird, dann gehen ihn nur noch die Harten", so der Uruguayer. Man folge einer "klaren Richtung und einer Verpflichtung."

MLS: Miami (Pizarro) gegen Newy York City (Ring)

Fotocredit: Getty Images

Kapitän und Torhüter Luis Robles, der einst beim 1. FC Kaiserslautern und beim Karlsruher SC zwischen den Pfosten stand, warnte bei "Sport1" davor, sich durch die Rückschläge vom Kurs abbringen zu lassen. "Enttäuschungen kommen vor im Leben, aber Mutlosigkeit ist eine Einstellungssache - und als Leader dieser Mannschaft werde ich nicht zulassen, dass wir diese Einstellung übernehmen."

Der 36-Jährige dürfte damit allen Beteiligten aus dem Herzen sprechen, denn es kommt Großes zu auf Inter Miami. Da ist kurzfristig die für Ende August oder Anfang September geplante Fortsetzung der regulären MLS-Saison und langfristig der für 2022 anberaumte Umzug ins neue Stadion, den Miami Freedom Park. Und ganz nebenbei arbeiten die Klub-Chefs hinter den Kulissen daran, den Kader titeltauglich zu machen.

James, Rakitic, Cavani? Beckham kündigt "große Namen" an

"Wir haben darüber gesprochen, dass wir große Namen ins Spiel bringen. Wir haben auch darüber gesprochen, dass wir großartige Stars aus Europa anziehen werden", verriet Beckham, der 1999 die Champions League mit Manchester United gewann, gegenüber "CNN".

Zuletzt sorgte eine Meldung des argentinischen TV-Senders "TNT Sports" für Aufsehen, wonach Miami eine Verpflichtung von Starstürmer Radamel Falcao anstrebe, der derzeit bei Galatasaray unter Vertrag steht. Daneben tauchten Gerüchte um Transfers von Reals James Rodríguez, Chelsea-Star Willian, Manchester-City-Profi David Silva und PSG-Angreifer Edinson Cavani auf.

Spruchreif ist noch immer nichts, dass der Kader aber eine Blutauffrischung braucht, steht fest.

Beckham lockt Star-Trio aus Spanien

Der Name Beckham könnte dabei helfen. "Vielleicht ruft er mich ja an", scherzte Barça-Star Ivan Rakitic im Interview mit "ESPN" und ließ durchblicken, dass er sich einen Wechsel in die MLS durchaus vorstellen könne. Und auch 222-Millionen-Euro-Mann Neymar kokettierte bereits mit einem Miami-Transfer. "Ich habe David gesagt, dass ich eines Tages dort spielen werde. In ein paar Jahren wird Beckham mein Präsident sein", erzählte der Brasilianer beim Youtube-Sender "Otro".

"Direkt im ersten Jahr um die Meisterschaft spielen"

Die Realität aber sieht (noch) anders aus. Gegen den New York City FC wurde nur allzu deutlich, dass es Mittelfeld-Neuzugang Rodolfo Pizarro, der im Februar für knapp elf Millionen Euro von CF Monterrey aus Mexiko kam, an gleichwertigen Mitstreitern im Spiel nach vorne mangelt.

Somit wird es schwer, das ambitionierte Ziel der Premieren-Saison zu erreichen. "Wir wollen direkt im ersten Jahr um die Meisterschaft spielen", betonte Offensivspieler Jerome Kiesewetter. Der Berliner lief in der Bundesliga zweimal für den VfB Stuttgart auf und heuerte im November 2019 in Miami an. Bislang setzte ihn Coach Alonso allerdings erst einmal über 22 Minuten ein.

Eine Bilanz, die genauso ausbaufähig ist wie die Ergebnisse der Mannschaft. Blenden lassen wird sich aber niemand vom kapitalen Fehlstart der MLS-Novizen aus Miami, schließlich ist von Klub-Boss David Beckham das Zitat überliefert: "Whatever I do, I want to be the best."

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