Marco Reus von Los Angeles Galaxy über die Belastung durch viele Spiele in Deutschland: "Ignorierst du mit Tabletten"
Publiziert 15/10/2024 um 15:10 GMT+2 Uhr
Marco Reus fühlt sich in den USA offenbar sehr wohl. Vielleicht sogar wohler als zuletzt in Deutschland. Denn schließlich verriet der Ex-Dortmunder in einem Podcast, dass ihm die Anzahl der Spiele in Europa mehr und mehr besorgt hätten: "Irgendwann holt sich der Körper, was er braucht." In der MLS, wo er seit August bei Los Angeles Galaxy unter Vertrag steht, sei "viel auf Show ausgerichtet".
Marco Reus spielt seit kurzem bei Los Angeles Galaxy.
Fotocredit: Getty Images
Das neue Leben in Kalifornien sei für den Mittelfeldspieler und seine Familie "immer noch ein bisschen surreal", verriet Reus im Podcast "TOMorrow Business, Stars & Lifestyle".
Es sei ein "sehr großer Schritt" für ihn, seine Frau und die beiden Kinder gewesen. In der Show-Metropole Los Angeles könne sich der frühere Nationalspieler aber "als Privatperson viel offener entfalten".
In den USA "interessiert es niemanden", wer er sei. In Deutschland hingegen wurde der Star von Borussia Dortmund häufig erkannt.
Und noch etwas anderes schien ihm an Deutschland, an der Bundesliga immer weniger zu gefallen: "Es ist aus Spielersicht sehr, sehr problematisch aufgrund der Spielanzahl", erklärte Reus. "Es sind mittlerweile verschiedene Spieler, die sich geäußert und ihre Angst zum Ausdruck gebracht haben."
Reus über Schmerzen: "ignorierst du mit Tabletten"
Schmerzen und körperliche Beschwerden würden heruntergespielt, auch angeschlagen würde man weiter trainieren und spielen: "Das ignorierst du mit Tabletten."
"Irgendwann holt sich der Körper das, was er braucht. Das kenne ich natürlich auch", führte Reus weiter aus.
Der heute 35-Jährige hatte in seiner Karriere immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. So verpasste er beispielsweise die Weltmeisterschaft 2014 kurzfristig wegen eines Außenbandrisses im rechten Sprunggelenk.
"Es ist unmöglich 60, 70 Spiele verletzungsfrei zu machen", gab der Offensivkünstler weiter zu Protokoll. Einen Streik sehe er allerdings nicht als Lösung. "Ich glaube, das ist auch der falsche Weg."
Reus fordert "Tacheles"
Stattdessen warb er für eine offene Kommunikation: "Das kannst du nur aufhalten, indem du Tacheles redest."
Reus hat seine Konsequenzen gezogen. In der US-Profi-Liga MLS sei "viel auf Show ausgerichtet". Es werde "nicht so krass Wert auf Professionalität gelegt. Es ist auf eine andere Art und Weise professionell."
Und für Reus scheint dieses Maß genau richtig.
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