Olympia 2024: DFB-Frauen feiern Triumph im Bronze-Match gegen Spanien - Horst Hrubesch emotional verabschiedet

Die DFB-Frauen haben ihr Ziel bei den Olympischen Spielen in Paris erreicht: Im "kleinen Finale" sichern sie sich in einem engen Spiel die Bronzemedaille gegen Spanien. Nach schwierigen Jahren mit dem Vorrunden-Aus bei der WM meldet sich die Mannschaft zurück und bereitet Trainer Horst Hrubesch einen perfekten Abschied. Ann-Kathrin Berger wird in letzter Minute zur Heldin.

Elfmeter-Heldin Berger: "Wusste, dass ich den halten werde"

Quelle: Eurosport

Die Torhüterin parierte einen Elfmeter der Spanier in der neunten Minute der Nachspielzeit. Es war die letzte Aktion des Spiels und sicherte Deutschland das 1:0. "Ich hab nichts gedacht, nichts gefühlt, nur den Ball angeguckt und gewusst, dass ich den halten werde", sagte Berger nach dem Spiel am Eurosport-Mikrofon.
Die 33-Jährige ist eine der Protagonistinnen dieses Medaillenlaufs. Überraschend ernannte der scheidende Trainer Berger zur Nummer eins für das Turnier anstelle von Merle Frohms. Sie zahlte das Vertrauen zurück, avancierte gegen Spanien zur Matchwinnerin und hielt im Viertelfinale im Elfmeterschießen zwei Versuche vom Punkt und verwandelte den entscheidenden selbst.
"Ich verdanke dem Mann einfach alles - die ganzen Emotionen, die ich hier bei Olympia fühlen durfte, die Höhen und Tiefen und natürlich auch die Medaille", sagte Berger über Hrubesch. "Er hat mir die Kraft gegeben und den Push, dass ich mich nochmal weiterentwickeln möchte und der Welt auch zeigen konnte, was ich drauf habe."
Die andere Matchwinnerin war Giulia Gwinn. In der 65. Minute verwandelte sie den entscheidenden Elfmeter zur 1:0-Führung, nachdem sie zuvor selbst gefoult wurde. Von der Entscheidung der Schiedsrichterin erfuhr sie als letzte: "Ich wurde komplett aus dem Weg geräumt, ich wusste nicht, wo vorne und hinten ist und für wen gepfiffen wurde. Dann konnte ich mich sammeln und wollte den Elfmeter auch unbedingt schießen."
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Highlights: Gwinn und Berger besorgen Bronze für Deutschland

Quelle: Eurosport

Ein emotionaler Abschied in Paris

Die Mannschaft ist in diesen zwei Wochen bei Olympia zusammengewachsen, in den Interviews kommt heraus, dass etwas entstanden ist, was in den Jahren zuvor beim DFB-Team gefehlt hat. Hrubesch und sein Team haben großen Anteil daran.
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Hrubesch: "Macht ja keinen Sinn, solche Endspiele zu verlieren"

Quelle: Eurosport

"Ich war nicht die einzige, die das heute unbedingt wollte", sagte Gwinn. "Elfmeter sind etwas, womit ich helfen kann. Auch für das Trainerteam wollten wir es, sie haben lange mit uns zusammengearbeitet und viel dafür getan hat, dass wir hier Erfolg haben konnten. Wir haben als Mannschaft so gut zusammengefunden, hatten eine tolle Zeit in Frankreich. Das ist jetzt ein Superabschluss für alle."
Dieser Abschluss erfolgt mit einer Siegerehrung in Paris. Für die Mannschaft noch einmal die Chance, an der Hauptstätte der Spiele zu sein und die Atmosphäre auch im Olympischen Dorf aufzusaugen.
Auch für Hrubesch, für den nicht nur dieses Kapitel, sondern wohl seine gesamte Trainerkarriere endet. "Ich habe vorher zu den Mädels gesagt, dass es ja keinen Sinn macht, so ein Finale zu verlieren", sagte der 73-Jährige.

Hrubeschs Trainer-Karriere endet

Und mit dieser Einstellung ging das Team in die Partie. "Was die Spielerinnen geleistet haben, ist wirklich sensationell. Auch ein Kompliment an die Vereine und Verbände und an die Spielerinnen selbst, die sich auch eigenständig in so eine gute Verfassung gebracht haben", sagte Hrubesch.
Für die Frauen-Auswahl des DFB war die Trainerbesetzung ein Segen, wenn man den Spielerinnen zuhört. "Er kann eine harte Nuss sein", sagte Berger. "Man merkt, dass er selber Fußball gespielt hat. Man kann Gelassenheit von ihm lernen, aber auch Ehrgeiz und dass Fußball Spaß machen muss. Er hat uns gezeigt, dass wir an uns glauben müssen und von Minute eins bis 120 alles reinhauen müssen. Er kam zu einer Zeit, zu der wir nicht gut drauf waren, und jetzt haben wir eine Bronzemedaille."
Nun geht er, aber womöglich wird er dem Fußball noch erhalten bleiben: "Ich bin kein Typ, der alles fallen lässt und gar nichts mehr macht. Aber in dieser Funktion sicherlich nicht mehr."
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