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Premier-League-Check: Manchester City, Arsenal, Liverpool, Chelsea und Tottenham im Vergleich
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Publiziert 27/10/2016 um 23:29 GMT+2 Uhr
In der Premier League trennt Tabellenführer Manchester City und den Fünften Tottenham gerade mal ein Punkt. Dazwischen tummeln sich Arsenal, Liverpool und Chelsea. Doch wer hat am Ende die Nase vorn? Eurosport.de nimmt gemeinsam mit Kollege und Premier-League-Experte Ben Snowball aus England die Top Five der Liga unter die Lupe und wagt einen Blick in die Glaskugel.
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Fotocredit: Eurosport
Manchester City (Platz 1, 20 Punkte, 20:9 Tore)
Stärken:
Fakt ist, dass Manchester City derzeit schwächelt. Die 0:1-Niederlage im zugegebenermaßen wenig bedeutungsvollen League Cup gegen den Stadtrivalen United bedeutet für Pep Guardiola das sechste Spiel in Folge ohne Sieg - Negativrekord.
Dennoch hat der Spanier den breitesten Kader der Premier League und weiß mit Sergio Agüero den effektivsten Knipser sowie mit Kevin De Bruyne den besten Kreativspieler in seinen Reihen.
Dazu kommt die Akribie, die Guardiola bereits in München auszeichnete. Kleine Gegner gibt es für ihn nicht. Ob Ingolstadt oder Dortmund, Ob Hull oder Arsenal, es wird sich bis ins kleinste Detail mit jedem Gegner beschäftigt. Das mag für seine Spieler manchmal anstrengend und nervtötend sein, macht Guardiola aber zum idealen Coach auf der Jagd nach einem Meistertitel.
Schwächen:
Die Defensive macht Sorgen. Der als neuer Abwehrchef geholte John Stones leistet sich immer wieder haarsträubende Fehler, Keeper Claudio Bravo – ohnehin nach Marc-André ter Stegen nur Guardiolas zweite Wahl - blieb bisher den Beweis schuldig, ein Upgrade zum ins Turiner Exil gejagten Publikumsliebling Joe Hart zu sein. Die Viererkette offenbart regelmäßig Nachholbedarf.
Nun gäbe es da ja einen gewissen Vincent Kompany. Kapitän und Abwehrchef der Citizens in den vergangenen Jahren. Doch den mag Guardiola irgendwie nicht so wirklich leiden. Der Belgier könnte sich in die Reihe prominenter Pep-Opfer einreihen.
Ohnehin ist die Beziehung des Trainers zu seinen Spielern wie bei all seinen Stationen ein viel diskutiertes Thema. Auch sein Verhältnis zu Agüero soll nicht das Beste sein. Der Argentinier passe nicht in das System Guardiolas.
Dieses System, das haben die letzten Spiele offenbart, muss sich ohnehin noch finden. Sowohl in Barcelona als auch bei Bayern fand Guardiola eine Mannschaft vor, die seiner Vorstellung vom Fußball schon weitestgehend entsprach. In Manchester muss er an deutlich mehr Stellschrauben drehen.
Spiele gegen den Rest der Top 5:
Tottenham – Manchester City 2:0
Das sagt Ben Snowball:
Eurosport-Prognose:
Trotz der derzeitigen Schwächephase geht der Titel nur über die Citizens. Guardiola hat einen ausgezeichneten Kader, der gerade in der Offensive unglaubliche Möglichkeiten bietet. Überwirft er sich nicht mit seinem Team, wird er zum ersten Trainer, der in Spanien, Deutschland und England den Titel holt.
FC Arsenal (Platz 2, 20 Punkte, 19:9 Tore)
Stärken:
Mit Petr Cech steht bei den Gunners trotz seines Alters nach wie vor einen der besten Torhüter der Premier League zwischen den Pfosten. Dazu ist das Mittelfeld um den derzeit in Topform agierenden Mesut Özil das wohl spielstärkste der Liga. Das Duo Laurent Koscielny und Shkodran Mustafi findet in der Innenverteidigung immer besser zusammen.
Im Vergleich zu City oder Chelsea muss sich das Team weder an einen neuen Trainer, noch ein neues System, noch an viele Neuzugänge gewöhnen. Coach Arsène Wenger geht in sein 20. Jahr bei Arsenal und kennt die Liga in und auswendig.
Zudem scheint dem ewigen Talent Theo Walcott, der schon an sieben Treffern direkt beteiligt war, endlich der dauerhafte Durchbruch zu gelingen.
Schwächen:
Immer wenn es darauf ankommt, ist Arsenal nicht da. Seit Jahren zieht sich dieses Problem durch die Mannschaft, es fehlt der absolute Killerinstinkt einer Topmannschaft.
In der vergangenen Saison schwächelten City, United, Chelsea und Co. und verabschiedeten sich vorzeitig aus dem Meisterrennen. Der Weg schien frei für die Gunners. Meister wurde am Ende aber bekanntlich Leicester. Auch weil Arsenal immer wieder in den entscheidenden Momenten Big Points liegen ließ.
Am Wochenende hatte Wengers Team an dessen Geburtstag die Möglichkeit die Tabellenspitze zu übernehmen, kam aber vor heimischem Publikum nicht über ein enttäuschendes 0:0 gegen den 17. Middlesbrough hinaus. Typisch Arsenal, möchte man sagen.
Spiele gegen den Rest der Top 5:
Arsenal – Liverpool 3:4
Arsenal – Chelsea 3:0
Das sagt Ben Snowball:
Eurosport-Prognose:
Diese Saison könnte nach langer Zeit mal wieder mit einem Happy End für die Fans der Gunners gekrönt werden. Mesut Özil hat noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht, auch andere eminent wichtige Spieler (Cazorla, Koscielny, Walcott, Mustafi) befinden sich auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Sollte Pep Guardiola bei City an seiner Menschenführung scheitern, ist Arsenal der erste Kandidat auf den Titel. 13 Jahre nach der legendären Saison ohne Niederlage könnte es in Wengers Jubiläums-Jahr – womöglich seinem letzten – wieder mit dem ganz großen Wurf klappen.
FC Liverpool (Platz 3, 20 Punkte, 20:11 Tore)
Stärken:
Dem Powerfußball Jürgen Klopps haben auch auf der Insel nur wenige Teams etwas entgegenzusetzen. Gerade die Top-Teams haben mit Liverpools Pressingmaschine zu kämpfen. Die Reds haben schon früh in der Saison Spiele gegen Arsenal, Tottenham und Chelsea in den Knochen. Die Bilanz: sieben Punkte.
Liverpool hat auf dem Papier nicht das beste Team, doch Klopp gelingt es immer wieder, das Beste aus seinen Spielern herauszuholen. Das gilt insbesondere für die Offensive, die sehr variabel agiert. Schon sechs Spieler haben wettbewerbsübergreifend in zwölf Spielen drei oder mehr Tore erzielt.
Dazu kommt, das Liverpool in dieser Saison international nicht vertreten ist. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil angesichts der vielen Spiele in England und dem enorm kräfteraubenden Stil Klopps.
Schwächen:
Die Defensive der Reds wirkt nach wie vor nicht sattelfest, auch wenn mit Loris Karius nun zumindest das Problem auf der Torhüter-Position ausgemerzt wurde. Neuzugang Joel Matip hat sich noch nicht vollends akklimatisiert. Die Alternativen für den Ex-Schalker und den Abwehrchef Dejan Lovren sind aber wie auf allen Positionen in der Viererkette rar gesät.
Dazu fehlt Liverpool ein wirklicher Weltklasse-Stürmer der Marke Agüero oder Chelseas Diego Costa, der Tore garantiert. Bisher gelingt es Klopp, dieses Manko durch die bereits angesprochene Variabilität in der Offensive zu kompensieren. Ob es ausreicht, sich die gesamte Saison auf Tore offensiver Mittelfeldspieler zu verlassen, darf aber bezweifelt werden.
Ein weiteres Problem der vergangenen Saison war die fehlende spielerische Reife der Reds gegen selbst auf Konter spielende und sich einigelnde Teams. Ein Problem, mit dem Klopp auch in seinen letzten Tagen in Dortmund zu kämpfen hatte.
Gerade gegen vermeintlich kleine Teams fehlen seinen Mannschaften oftmals die Ideen den Riegel zu knacken, was zu einigen ärgerlichen Punktverlusten führt. So auch zu beobachten bei der 0:2-Niederlage gegen Burnley in dieser Spielzeit.
Spiele gegen den Rest der Top 5:
Arsenal – Liverpool 3:4
Tottenham – Liverpool 1:1
Chelsea – Liverpool 1:2
Das sagt Ben Snowball:
Eurosport-Prognose:
Die Meisterschaft kommt noch zu früh für Klopps Team. Es fehlt die letzte Souveränität gegen die vermeintlich Kleinen der Liga. Immerhin: Die Reds qualifizieren sich wieder für die Champions League. Und Klopp macht’s wie beim BVB und holt im dann im dritten Jahr den Titel.
FC Chelsea (Platz 4, 19 Punkte, 19:9 Tore)
Stärken:
Mit Antonio Conte steht seit dieser Saison eines der größten Taktik-Genies unserer Zeit an der Seitenlinie. Der Italiener vertraute zu Beginn der Spielzeit auf ein 4-1-4-1-System und startet mit drei Siegen perfekt in die Saison. Es folgten allerdings drei spielerisch ernüchternde Auftritte, die allesamt in einer Niederlage mündeten.
Folglich wechselte Conte auf seine von Juventus und der italienischen Nationalelf bekannnte Dreierkette, ließ im 3-4-3 agieren – und gewann die letzten drei Spiele.
Das lag zu einem großen Teil an drei Spielern: Eden Hazard, Diego Costa und N’Golo Kanté. Der Belgier Hazard, in der letzten Saison ein Totalausfall, nähert sich immer mehr seiner Bestform, die ihn 2015 zum besten Spieler der Premier League machte. Auch Diego Costa hat sein Tief überwunden und war an neun der 19 Treffer der Blues direkt beteiligt.
Kanté ist derweil das so wichtige Bindeglied zwischen Defensive und Offensive. Der Franzose glänzt im Vergleich zu seiner Zeit bei Leicester weniger als Abräumer und Zerstörer, stattdessen ordnet und gestaltet er das Offensivspiel. Dies gelingt ihm von Woche zu Woche besser.
Schwächen:
Im Vergleich zur Konkurrenz fehlt Chelseas Kader die Tiefe, gegen die aktuelle Top 5 der Liga war bislang nichts zu holen.
Die Dreierkette in der Defensive hat in den letzten Partien funktioniert, wirkt aber nicht wie der Weisheit letzter Schluss. Linksverteidiger Cesar Azpilicueta, der nur 1,78 Meter groß ist, agiert plötzlich als zentraler Innenverteidiger zwischen Rückkehrer David Luiz und Gary Cahill. Diese beiden wiederum verkörpern kein herausragendes Niveau in der Premier League. Luiz gilt schon seit längerer Zeit als überschätzt. Als Backup steht John Terry parat, der mit inzwischen 35 seine beste Zeit weit hinter sich hat.
Offensiv ist das Spiel zu sehr von Diego Costa und dessen Durchschlagskraft abhängig. Der Spanier hat eine enorme Präsenz, schmeißt sich in jeden Zweikampf und öffnet seinen Mitspielern so wichtige Räume. Michy Batshuayi, sein potenzieller Ersatz, blieb bislang stets den Beweis schuldig, Costa ersetzen zu können.
Da dieser immer wieder zu Undiszipliniertheiten neigt und allein in der vergangenen Saison sieben Spiele wegen diverser Sperren verpasste, könnte dies zu einem entscheidenden Problem für die Blues werden.
Spiele gegen den Rest der Top 5:
Chelsea – Liverpool 1:2
Arsenal – Chelsea 3:0
Das sagt Ben Snowball:
Eurosport-Prognose:
Chelsea wird dank Antonio Conte und der individuellen Klasse in der Offensive bis zum Ende in der Spitzengruppe bleiben. Für den Titel ist der Kader aber gerade im Abwehrbereich zu dünn besetzt. Die Blues werden am Ende die Champions League knapp verpassen.
Tottenham Hotspur (Platz 5, 19 Punkte, 13:4 Tore)
Stärken:
Tottenhams Defensive ist kaum zu knacken. Erst vier Gegentore haben die Spurs bislang zugelassen und sind das einzige noch ungeschlagene Team in der Premier League.
Pochettino setzt auf irrsinniges Angriffspressing, um den Gegner so weg vom eigenen Tor zu halten und bei Balleroberung blitzschnell auf Gegenangriff umzustellen. Pures Gift für Ballbesitz-Teams wie City, das mit 0:2 das Nachsehen hatte. Springt dabei noch ein Tor heraus, ist Tottenham auch in der Lage, einen Vorsprung zu verwalten. Das Team zieht sich dann weiter zurück und behält die Ruhe.
Kommt doch mal ein Ball gefährlich nahe vor das Tor, steht mit Toby Alderweireld, der derzeit angeschlagen ist, und Jan Verthongen eines der stärksten und eingespielten Innenverteidiger-Duos der Liga parat.
Schwächen:
Die Verletzung von Topstürmer Harry Kane schmerzt. Erst 13 Tore gelangen den Spurs in neun Partien.
Ex-Bundesliga-Spieler Heung-Min Son ist mit bislang vier Treffern erfolgreichster Schütze, kann aber sicherlich nicht als Torjäger bezeichnet werden und wartet mittlerweile auch schon drei Spiele auf den nächsten Grund zum Jubeln.
Zudem kostet der intensive Stil, den Coach Pochettino spielen lässt mächtig Substanz. Schon in der vergangenen Saison ging Tottenham am Ende einer langen Saison ein wenig die Luft aus. Im Gegensatz zu Liverpool oder Chelsea müssen sich die Spurs auch Woche für Woche auf internationalem Parkett beweisen.
Spiele gegen den Rest der Top 5:
Tottenham – Liverpool 1:1
Tottenham – City 2:0
Das sagt Ben Snowball:
Eurosport-Prognose:
Den Spurs fehlt die offensive Durchschlagskraft für den Titel. Dennoch werden sie bis zum Ende in der Spitzengruppe bleiben und sich am Ende vor Chelsea erneut für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren.
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