Krise bei Manchester United: Unter José Mourinho ist trotzdem kein Platz für Bastian Schweinsteiger

Die Chancen für Bastian Schweinsteiger, erstmals von Trainer José Mourinho in den Kader von Manchester United berufen zu werden, waren wohl nie größer als aktuell. Trotz der zuletzt schwachen Leistungen und zahlreichen Personalsorgen denkt der Coach nicht daran, den Ex-Nationalspieler zu berücksichtigen. Ein Comeback bleibt derzeit utopisch, ein Abschied wird immer wahrscheinlicher.

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Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem nicht über die Zukunft von Bastian Schweinsteiger gesprochen wird. Bekommt er unter Trainer José Mourinho, der vor nicht allzu langer Zeit keine Zweifel daran ließ, nicht mit dem Weltmeister zu planen, eine unverhoffte Chance bei Manchester United? Oder ist die Tür endgültig geschlossen, die vermeintliche Begnadigung nur der viel zitierte Sturm im Wasserglas?
Zugegeben, die jüngsten Entwicklungen rund um seinen Noch-Arbeitgeber schaffen einen hervorragenden Nährboden für Spekulationen. Am Donnerstagabend musste sich das Starensemble in Istanbul gegen Fenerbahce mit 1:2 geschlagen geben und wirkte dabei zum wiederholten Male in der noch jungen Spielzeit beängstigend ideen- und kraftlos.

Die Nerven liegen blank

"The Special One", der vor der Saison mit medialen Fanfaren im Old Trafford vorgestellt wurde, wütete im Anschluss an die Partie: "In der Anfangsphase war es, als würden sie ein Champions-League-Finale spielen und wir ein Vorbereitungsspiel - das ist die Realität." Neben dem blutleeren Auftritt seiner Schützlinge dürften dem 53-Jährigen weitere Faktoren Kopfzerbrechen bereiten. Rekordeinkauf Paul Pogba musste bereits nach einer halben Stunde verletzt vom Feld, Star-Angreifer Zlatan Ibrahimovic entging später nur knapp einer Roten Karte.
Die Nerven beim englischen Rekordmeister, der im Sommer 185 Millionen Euro in die Hand genommen hatte, um im Premier-League-Titelkampf und auf internationalem Parkett endlich wieder konkurrenzfähig zu sein, liegen blank. Rang acht in der Liga, Tabellenplatz drei in einer qualitativ durchschnittlichen Europa-League-Gruppe sowie verletzungsbedingte Engpässe im Mittelfeld sprechen eine deutliche Sprache.
Durch Pogbas Verletzung und die Tatsache, dass der etatmäßige Regisseur Ander Herrera im kommenden Ligaspiel aufgrund einer Gelbsperre pausieren muss, hätte die Möglichkeit bestanden, Schweinsteiger erstmals in dieser Saison in den Kader zu berufen. Von diesbezüglichen Gedankenspielen will Mourinho nichts wissen. "Es ist noch viel zu früh für ihn. Er hat drei- oder viermal mit der Mannschaft trainiert. Er ist nicht in der Lage, auf diesem Niveau zu spielen", verriet er auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Begegnung mit Swansea City.

Schweinsteiger "nicht die Antwort auf die Krise"

Wird in der deutschen Presse häufig suggeriert, die ManUnited-Fans würden sich den Ex-Münchner zurückwünschen, nimmt Alex Chick, Redakteur bei Eurosport England, die Stimmung im Königreich anders wahr: "Klar, er darf wieder bei den Profis mittrainieren. Vielleicht wird er sogar aufgrund von Verletzungen, Sperren und Schwächephasen einiger Mannschaftskollegen zum Zug kommen, aber die Anhänger sind nicht der Meinung, dass Schweinsteiger die Antwort auf die Krise ist."
Generell wird in den britischen Medien nicht davon ausgegangen, dass Mourinho von seinen Prinzipien abrückt. Vielmehr berichtete die "Sun" am Freitag darüber, dass die United-Verantwortlichen "auf einen Klub hoffen, der ihnen den Spieler im nächsten Transferfenster aus den Händen nimmt". Einen potentiellen Abnehmer gäbe es demnach allerdings noch nicht. Weiter heißt es, dass der Verein bereit sei, dem 32-Jährigen eine Abfindung in Höhe von elf Millionen Euro zu zahlen, um ihn so von der Gehaltsliste zu streichen.

Neue Ausgangslage, sollte Mourinho gehen

Die Situation bleibt verzwickt: Sollte sich Mourinho mit diesem luxuriös besetzten Kader weitere Ausrutscher erlauben, wird es nicht mehr lange dauern. bis er - trotz seiner Reputation - infrage gestellt wird. Solange der Portugiese an der Seitenlinie steht, wird der 121-fache Nationalspieler keine große Rolle spielen.
Ergeben sich bis zur Winterpause elementare Veränderungen, womit ausschließlich die unwahrscheinliche Entlassung des Coaches gemeint ist, werden die Karten neu gemischt. Ob Schweinsteiger diesen langen Atem aufbringt, ist unwahrscheinlich. Die Zeichen stehen auf Abschied.
Ein Abschied, der unrühmlicher nicht sein könnte.
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