Krisengipfel statt Titelkampf: Brisantes Duell zwischen Manchester United und dem FC Chelsea
Eurosport bei GoogleWas ist nur mit der Premier League los? Manchester United gegen Chelsea, das Duell des Meisters gegen den Rekordmeister - ist kein Topspiel mehr, dafür ein Krisengipfel. Auf der roten Seite kämpft Louis van Gaal um seinen Trainerposten, auf der blauen geht es tatsächlich darum, den Abstand zu den Abstiegsplätzen (!) zu vergrößern.
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Louis van Gaal also. Der Trainer ist zum Gesicht der United-Misere geworden, der Hauptverantwortliche für die vier historischen Pflichtspiel-Niederlagen in Serie. Der Niederländer polarisiert, verbal und auch durch seine Entscheidungen.
Schweinsteiger zurück
Vor der Partie gegen Stoke verließ er die Pressekonferenz nach weniger als fünf Minuten. Van Gaal fühle sich angegriffen und erklärte, er sei "nur hier, weil es die Liga so will". Große Verwunderung herrschte dann beim Spiel, als der Teammanager Klub-Ikone Wayne Rooney auf die Bank setzte. "Ich denke, es war die richtige Entscheidung, sonst hätte ich es nicht getan", erläuterte der 64-Jährige. Zustimmung bekam er von Ex-Profi und TV-Experte Alan Shearer, der Rooneys Degradierung als "großes Statement" wertete.
In der Tat ist Rooney einer der Profis, an denen die United-Probleme deutlich werden. Ganze zwei Törchen gelangen dem Stürmerstar bislang in der Liga, die Mannschaftsbilanz steht bei ebenso schwachen 22 Treffern.
United-Stars spielen um van Gaals Job
Dass die Rückkehr von Bastian Schweinsteiger, dessen Drei-Spiele-Sperre endet, zur Initialzündung wird, ist stark zu bezweifeln. Der Mittelfeldspieler stand aufgrund seiner Leistungen selbst häufig in der Kritik und konnte die großen Erwartungen bislang nicht erfüllen.
Dennoch kämpfen der Weltmeister und seine Teamkollegen heute auch um den Job ihres Trainer van Gaal. Experte Shearer hat allerdings wenig Hoffnung. "Die Spieler wollen einfach nicht. Es war eine erbärmliche Vorstellung in der ersten Halbzeit gegen Stoke", so der 45-Jährige.
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Van Gaal reagierte darauf mit der bemerkenswerten Aussage, dass ihn "der Klub nicht feuern oder entlassen" müsse. "Manchmal mache ich das selbst." Soweit ist es freilich noch nicht, es gilt aber als sicher, dass bei einer Niederlage gegen Chelsea die Ära van Gaal in Manchester endet.
"Innerhalb von 48 Stunden eine Lösung"
Der FC Chelsea hat das gerade erst hinter sich. Nach neun Niederlagen in 15 Partien musste José Mourinho gehen, Guus Hiddink springt nun bis zum Saisonende ein. Dass der amtierende Meister nach 18 Spieltagen als Tabellen-15. gegen den Abstieg kämpft, ist eine Sensation der negativen Art. Auch das 2:2 am Boxing Day zuhause gegen Watford hat nicht dazu beigetragen, Aufbruchstimmung zu verbreiten.
"Es war wichtig, dass die Mannschaft nachdem 1:2-Rückstand gut reagiert hat, vor allem gegen ein defensives und sehr gut organisiertes Watford". Hiddink, das ist sein Job, versucht das Positive in den Vordergrund zu stellen. Allerdings fehlt dem Niederländer der zweifache Torschütze Diego Costa - der gegen Watford seine fünfte Gelbe Karte sah - in Manchester. "Wirklich schade nach so einer guten Leistung, wir müssen nun innerhalb von 48 Stunden eine Lösung finden."
Van Gaal unter Druck, Mourinho in den Startlöchern?
Freunde des spektakulären Offensiv-Fußballs sollten aber ohnehin keine großen Erwartungen an die Partie (ab 18:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) haben. In den vergangenen drei Duellen der beiden Premier-League-Schwergewichte in Old Trafford kamen ganze drei Treffer heraus.
Dazu muss van Gaal fürchten, bei einer Niederlage seinen Job ausgerechnet an den jüngst bei Chelsea vor die Tür gesetzten Mourinho zu verlieren.
Es wird dieses Mal ein ganz spezieller Klassiker in Old Trafford - nur vom "Theatre of Dreams" kann man da im Moment wirklich nicht sprechen.
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