Marcus Rashford wie im Rausch, Mesut Özil bastelt am Vorlagen-Rekord

Im Old Trafford, dem "Theatre of Dreams", lebt ein 18 Jahre alter Teenager gerade seinen Traum für Manchester United. Marcus Rashford stieg wie Phönix aus der Asche auf und versetzt die United-Fans in lange nicht erlebte Ekstase. Bei Arsenal stach Mesut Özil heraus - positiv wie negativ. Was beim Spitzenspiel des 27. Spieltags in der Premier League auffiel.

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Er ist der Mann der Stunde bei Manchester United. Wie aus dem nichts zauberte Trainer Louis van Gaal am vergangenen Donnerstag in der Europa League den Teenager Marcus Rashford aus dem Hut. Der schlaksige Stürmer erlebte einen Abend wie im Märchen und erzielte beim 5:1 gegen den FC Midtjylland zwei Treffer. Nur eine Eintagsfliege, sagten nicht wenige. Denkste!
Beim Spitzenspiel gegen den FC Arsenal warf van Gaal den 18-Jährigen ins kalte Premier-League-Wasser. Und Rashford bastelte weiter an seinem ganz persönlichen Märchen. Wieder traf der Engländer doppelt, binnen drei Minuten. Beim 1:0 nutzte er einen kapitalen Patzer von Gabriel eiskalt aus, beim 2:0 nickte er nach einer Flanke wie ein alter Hase gekonnt ein.
Doch das sollte es an diesem Nachmittag noch nicht gewesen sein. Der immer anspielbare Unruheherd im United-Angriff legte zur Krönung seiner Gala-Vorstellung das zwischenzeitliche 3:1 durch Herrera mit viel Übersicht auf. Rashfords Bilanz nach zwei Partien bei den Profis: vier Tore, ein Assist.
Wie einst Thomas Müller beim FC Bayern könnte Louis van Gaal nun bei Manchester United den nächsten No-Name zum Big Player machen. Die Anlagen dafür besitzt Marcus Rashford allemal.

Özil mit Licht und Schatten

Auf Seiten der "Gunners" spielte nur einer von zwei Weltmeistern. Kapitän Per Mertesacker musste auf der Bank Platz nehmen, Gabriel Paulista ersetzte den langen Deutschen aber in keinster Weise gleichwertig. Beim 0:1 patzte der Mertesacker-Vertreter entscheidend, beim 0:2 begleitete er Torschütze Rashford mit höflichem Sicherheitsabstand. Weshalb Kapitän "Merte" in einem so wichtigen Spiel nur die Zuschauerrolle blieb, weiß wohl nur Trainer Arsène Wenger.
Mesut Özil, Weltmeister Nummer zwei, erlebte einen Auftritt mit Licht und Schatten. In der ersten halben Stunde sah man den "alten" Özil, der in großen Spielen regelmäßig untertaucht und nur durch gestenreiches Reklamieren von angeblichen Foulspielen an seiner Person in Erscheinung tritt.
Bei Gefühlsfußballer Özil kann wie so oft eine Aktion vieles ändern. In der 40. Minute flankte Arsenals Spielmacher einen Freistoß punktgenau auf den Kopf von Welbeck - eine Kombination, die schon beim Last-Minute-Sieg gegen Leicester vor einer Woche bestens funktionierte.
Es war zugleich Özils 18. Torvorlage in dieser Saison. Noch drei Assists und der Deutsche hat den Premier-League-Rekord von Thierry Henry geknackt! In elf zu verbleibenden Partie erscheint das absolut realistisch.
Im Anschluss riss Özil das Arsenal-Spiel stärker an sich und setzte seine Mitspieler mit feinen Pässen in Szene. In der 69. Minute brachte er sein Team auf 2:3 heran, als er sehenswert und überlegt per Aufsetzer sein fünftes Saisontor erzielte.
Genutzt hat es am Ende nichts mehr. Arsenals Titelchancen sind mit fünf Punkten Rückstand auf Leicester City derzeit eher theoretischer Natur.
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