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Warum der FC Arsenal auch in dieser Saison nicht englischer Meister wird
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Publiziert 09/04/2016 um 18:07 GMT+2 Uhr
2:0. 2:3. 3:3. Das Remis bei West Ham United war ein Erfolg der Moral für den FC Arsenal, aber gleichzeitig ein Resultat wie eine Niederlage. Das rassige London-Derby diente als bestes, schlechtestes (Bei-)Spiel für die These, dass Arsenal erneut an der ersten Meisterschaft seit 2004 scheitert. Mesut Özil traf zwar, doch Mann des Tages war ein ganz anderer. Was uns auffiel.
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1. Özil fehlt der Punch, Mertesacker fehlt ganz
"Übrigens", sagte der Sky-Kommentator in der 56. Minute, "falls sie Özil suchen, das ist der mit den blauen Schuhen". Es ist nicht zu behaupten, dass Mesut Özil ausschließlich aufgrund seiner Fuß-Farbe aufgefallen wäre. Und doch war's eher eine So-lala-Leistung des Regisseurs vom FC Arsenal, als dass er die Seinen bei West Ham United vorangetrieben hätte.
In der Nachspielzeit, beim letzten Versuch der Gäste, das 3:3 (2:2) noch in einen dringend nötigen Sieg zu verwandeln, schaufelte Özil einen Freistoß in die Arme von Keeper Adrián. Mit dem Remis sind Arsenals ohnehin minimale Meisterchancen vermutlich hinüber, vor dem London-Derby hatte Özil das schon befürchtet. "Man muss ehrlich zugeben, dass wir es selbst verpatzt haben", meinte er da, was wiederum Arsène Wenger verstimmte. "Wir müssen daran glauben, egal ob wir nur eine Chance von einem Prozent haben", bekrittelte der Arsenal-Coach und gab die Parole aus:
Bei zehn Punkten Rückstand auf Leicester City heißt es nun ziemlich sicher: nie. Daran änderte auch Özils erste Torbeteiligung seit Ende Februar nichts, ein Flachschuss brachte die "Gunners" in Front (18. Minute). Beim 2:2 ließ sich der Deutsche locker überlaufen, und überhaupt fehlte gegen West Hams bullige Speerspitze Andy Carroll (1,93 m) ein Konterpart. Per Mertesacker (1,98 m) hätte so einer sein können, doch Arsenals zweiter Weltmeister saß 90 Minuten auf der Bank - zum sechsten Mal in den vergangenen neun Premier-League-Partien. We call it Trend.
2. Carroll! Carroll! Carroll!
Ob Mertesacker den "Man oft he Match" tatsächlich hätte kontrollieren können (oder eindämmen in seinem Drang), ist natürlich eine Frage für den Hypothesen-Baukastensatz. Am 2. Januar stand Carroll letztmals in der Startelf, beim 2:0 über den FC Liverpool schoss er eines von lediglich vier Toren in der Spielzeit. Bis Samstag.
Da verwertete der Brite binnen kurzem drei Vorlagen (44./45.+2/52.), zweimal durch wuchtige Kopfstöße, einmal mit einem Scherenschlag, der diesem hüftsteifen Hünen nun wahrlich nicht zugetraut worden wäre. Schon in der Anfangsphase legte er einen zu Unrecht aberkannten Treffer per Fallrückzieher vor. Sachen gibt's, die gibt's gar nicht.
3. Symbol einer Saison
Trotz oder wegen Carroll: Wohl kein Spiel dient als geeigneteres Symbolbild der Arsenal-Saison als jenes. Nach Özils Führung erhöhte Alexis Sanchez (35.), die Wenger-Elf dominierte und schien gerüstet für den Schlusssprint in Richtung Leicester. Binnen drei Minuten stellte West Ham auf 2:2, dann komplettierte Carroll seinen Hattrick, zuvor wurde ein weiteres "Hammers"-Tor wegen Fouls aberkannt (50.).
Arsenal war willig und gallig, und nach 70 Minuten vollendete Laurent Koscielny einen der wütenden Angriffe, 3:3. Ein Erfolg der Moral, ja, aber halt ein Remis, das wie eine Niederlage wirkte. Im Arbeitsjahr 2015/16 waren die Londoner lange Spitzenreiter, sie hatten auch bei West Ham lichte Momente, etwa über Talent Alex Iwobi, der zum Sanchez-Tor servierte.
Allerdings dürfte es mit der ersten Meisterschaft seit 2004 erneut nichts werden; zu groß sind die Ausschläge und Schwankungen. Während der Saison. Und während einzelner Partien. 2:0. 2:3. 3:3. Als Beleg der These war West Ham das beste, schlechteste (Bei-)Spiel.
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