FC Southampton: Was macht eigentlich Pierre-Emile Höjbjerg?

Pierre-Emile Höjbjerg spielt seit Sommer 2016 für den FC Southampton in der Premier League. Der jüngste Bundesliga-Debütant der Bayern sucht nach seinem verpassten Durchbruch in München nun bei den "Saints" sein Glück. Im League-Cup-Finale gegen ManUnited saß Höjbjerg aber nur auf der Bank. Während seiner Zeit bei Bayern München wurde der 21-jährige Däne zum FC Augsburg und Schalke 04 verliehen.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Pierre-Emile Höjbjerg saß wieder einmal im legendären Wembley-Stadion. Dort, wo er schon 2013 während des Champions-League-Finals zwischen Bayern München und Borussia Dortmund auf der Bank Platz genommen hatte. Damals nahm er mit zarten 17 Jahren neben dem heutigen Liverpool-Star Emre Can Platz und bewunderte den Triumph der Bayern hautnah mit. Ein kurzer Einsatz blieb ihm, wie Can, verwehrt.
Und nun, während des League-Cup-Finals zwischen FC Southampton und Manchester United, blieb ihm wieder nur die Zuschauerrolle. Diesmal gewannen die anderen. Zlatan Ibrahimovic köpfte die "Red Devils" kurz vor Schluss zum Sieg.
Höjbjerg schaute beim Konzert der Großen wieder nur zu, dabei war er nach der schwierigen Zeit bei den Bayern doch auf der Suche nach einem Verein, der dem einstigen Bayern-Juwel und Pep-Schützling die lang ersehnte Spielpraxis bescheren sollte.

"Fühle mich endlich wieder wie ein Fußballer"

Derzeit sitzt Höjbjerg als zentraler Mittelfeldspieler im 4-3-3-System von Trainer Claude Puel hinter Oriol Romeu, Kapitän Steven Davis und James Ward-Prowse fest. Vor allem Letzterer wurde ihm im Kampf um einen Stammplatz in den letzten Wochen regelmäßig vorgezogen.
Trotzdem kommt Höjbjerg bereits auf 31 Einsätze in dieser Saison und damit auf mehr Pflichtspielauftritte, als bei all seinen anderen Stationen. In Augsburg hatte er im ersten halben Jahr 2015 nur ein halbes Jahr Halt gemacht, überzeugt und den Verein völlig überraschend mit in die Europa League geführt. Höjbjerg absolvierte 16 von 17 Bundesligapartien. Zu einer Verlängerung der Leihe kam es trotzdem nicht.
Bei Schalke, seiner zweiten Leih-Station, brachen schwere Zeiten an. Erst am 13. Spieltag, beim 1:3 gegen die Bayern, kam er das erste Mal über die vollen 90 Minuten zum Einsatz. Als seine Zeit in Gelsenkirchen ablief, hing er in der Luft. Schalke wollte ihn nicht mehr, bei den Bayern war seine Perspektive unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti und der enormen Konkurrenz mehr als ungewiss. Das Leih-Modell à la David Alaba (TSG Hoffenheim) oder Toni Kroos (Bayer Leverkusen) führte bei Höjbjerg nicht zum entsprechendem Erfolg.
Und so wagte er den Sprung in die Premier League. Kurz nach seiner Vorstellung bei Southampton sagte er: "Ich bin glücklich hier zu sein, und fühle mich endlich wieder wie ein Fußballer."

Endlich am richtigen Ort?

Eine Aussage, die deutlich macht, wie verunsichert er während der schwierigen Zeit bei Bayern und der Leihe nach Gelsenkirchen war. In München pendelte er lange zwischen der U19, der U23 und den Profis. Bei den zwei Leihen war er mehr Wanderarbeiter, als vollwertiges Mitglied. Mit dem "Southern Daily Echo" sprach Höjbjerg kurz vor dem League-Cup-Finale über seine bisherige Zeit im Süden Englands:
In Southampton scheint er nun glücklich und zufrieden mit seiner Entwicklung: "Mein Spiel ist schneller geworden, auch präziser, weil in der Premier League ein höheres Tempo und mehr Perfektion erforderlich ist."
Doch auch bei den "Saints" steht Höjbjerg mit einer stolzen Ablöse von 15 Millionen Euro und als Stammspieler der dänischen Nationalmannschaft unter gewissem Druck. Der Zug zum Tor und seine Abschlussstärke haben noch deutliches Entwicklungspotential. 26 mal versuchte er sein Glück, blieb aber bislang ohne Treffer für seinen neuen Verein.

Jüngster Bundesliga-Debütant der Bayern

Wir springen zurück in das Jahr 2012, als sich Höjbjerg dafür entschied seinen Vertrag bei Bröndby IF nicht zu verlängern und sich dazu entschloss eines der vielen Angebote aus England, Holland, Italien und Deutschland anzunehmen. Letztendlich fiel die Wahl auf Bayern München. Wohl auch wegen seines Beraters Sören Lerby, der einst selbst in München spielte (83-86) und später sogar für ganze 17 Partien Trainer der Bayern war (91/92).
Der körperlich und technisch starke Höjbjerg spielte zunächst bei der Reserve in der Regionalliga Bayern. Sein damaliger Trainer Mehmet Scholl kam aus dem Schwärmen gar nicht heraus:
Am 13. April 2013 kam er mit 17 Jahren gegen den 1. FC Nürnberg (4:0) zu seinem Bundesliga-Debüt, als jüngster FCB-Spieler aller Zeiten. 20 Minuten vor Schluss wurde er für Xherdan Shaqiri eingewechselt.
In seiner ersten Saison gewann Bayern die Champions League. Die Konkurrenz mit Javi Martínez, Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos war enorm. Dann kam Pep Guardiola und brachte seinen Lieblingsspieler Thiago mit. Später kam auch noch Xabi Alonso hinzu.
Bei Bayern war sein Weg damit versperrt. In Southampton scheint er nun sein Glück und den richtigen Ort für seine Entwicklung gefunden zu haben.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung