Eurosport.de ordnet in einer Serie die Lage rund um die europäischen Top-Klubs ein und blickt auf die kommende Transferphase voraus.

In Teil sieben der Serie fällt der Blick diesmal auf Jürgen Klopp und den FC Liverpool.

Serie A
Ein Lukaku allein reicht nicht: Der Inter-Rebuild droht zu stocken
31/03/2020 AM 06:41

Die große Transfer-Frage: Es geht um Tiefe

Was fügt man einem Team hinzu, das schon alles hat? Einem Team, das in der Premier League drauf und dran ist, die erfolgreichste Saison der Geschichte zu spielen und das nur einen Sommer zuvor die Champions League gewonnen hat? Der FC Liverpool gilt für viele als derzeit komplettestes Team der Welt. Dennoch: Stillstand bedeutet Rückschritt - Jürgen Klopp wird daher keineswegs auf der faulen Haut sitzen, wenn sich das Transferfenster wieder öffnet.

In erster Linie geht es darum, den Kader in der Tiefe zu verbessern. Klar ist: Liverpool hatte in der laufenden Saison nicht mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen. Was aber passiert, wenn sich auf der Linksverteidigerposition Andrew Robertson verletzen würde? Auch Virgil van Dijk in der Innenverteidigung oder Georgino Wijnaldum wären nur schwer zu ersetzen, von der Sturmreihe um Sadio Mané, Roberto Firmino und Mo Salah ganz zu schweigen.

Dort wurde im Winter immerhin schon Vorarbeit geleistet und mit Takumi Minamino ein neuer Herausforderer für den linken Flügel verpflichtet. Wenn man sehr kleinlich ist, könnte man anmerken, dass auch der rechte Flügel noch einen ambitionierten Backup vertragen könnte.

Lange Rede kurzer Sinn: Das Gerüst steht, jetzt müssen gezielte Reize gesetzt werden, um für den Fall schwerer, langwieriger Verletzungen gewappnet zu sein. Denn diesen Makel kann man den Reds noch anheften.

Transferziel Nummer eins: Timo Werner

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der FC Liverpool die Fühler nach Timo Werner von RB Leipzig ausgestreckt hat. Genauso offensichtlich ist auch, dass es den deutschen Nationalspieler weg aus Sachsen in die große Fußballwelt zieht - und Liverpool scheint derzeit ganz oben auf der Liste der 23-Jährigen zu stehen: "Wir haben dort den besten Trainer der Welt mit Jürgen Klopp. Es sprechen viele Sachen dafür, dass ich mit meiner Spielweise da vielleicht gut hinpassen würde”, hatte Werner Anfang Februar gegenüber "Sky" gesagt.

Auch Klopp bezog bereits vielsagend Stellung: meint: "Was ich sagen kann: Ich bevorzuge es, wenn Spieler, die über uns reden, positiv über uns reden. Und nicht etwa sagen: Das ist der letzte Klub, zu dem ich gehen würde. Von diesem Gesichtspunkt her ist es natürlich schön. Aber mehr gibt es dazu nicht zu sagen.”

Firmino hat in dieser Saison nicht oft genug getroffen (8), insbesondere zuhause an der Anfield Road (0). Doch der Brasilianer bietet mehr, als nur Scorerpunkte. Er zieht die Verteidiger aus der Kette und schafft Möglichkeiten für Mané und Salah, die freigewordenen Räume zu nutzen. Gut möglich also, dass Klopp plant, Firmino mehr im Mittelfeld einzusetzen und mit Werner ein neues Puzzlestück zur Offensive hinzuzufügen.

Medienberichten zufolge hat Liverpool schon erste Schritte unternommen, um den Transfer in die Wege zu leiten. Ein Vertrag bis 2025 soll dem Vernehmen nach bereits vorliegen, erste Gespräche seien im Gange. Es spricht alles dafür, dass Werner ab der kommenden Saison an der Merseyside für Kloppo auf Torjagd gehen wird.

Große Namen, die zur Debatte stehen: Lovren und Shaqiri

Man muss ehrlicherweise zugeben: Dejan Lovren und Xhedran Shaqiri sind nicht die allergrößten Namen des FC Liverpool. Beide zählen eher zum erweiterten Kreis, stehen regelmäßig im Kader, aber unregelmäßig auf dem Rasen. Sollten einer der beiden oder gar beide den Verein verlassen, wäre das zu verkraften.

Während Lovren immerhin in 14 Spielen zum Einsatz kam spielte der Ex-Münchner Shaqiri gerade einmal 256 Minuten. In den vergangenen acht Ligaspielen schaffte er es nicht einmal mehr in den Kader. Die Zeichen stehen eindeutig auf Abschied. Es gibt bereits Gerüchte über einen Wechsel in die italienische Hauptstadt zur Roma, aber auch eine mögliche Rückkehr zum FC Basel geistert durch die Gazetten.

Lovren hingegen, der in der Rückrunde ein einziges Mal in der Liga zum Einsatz kam - ausgerechnet bei der 0:3-Niederlage gegen den FC Watford - soll ebenfalls in Rom begehrt sein - allerdings bei Lazio. Laut "Gazzetta dello Sport" ist der LFC bereit, mit der Ablöseforderung für den 30-Jährigen unter die 20-Millionen-Euro-Grenze zu gehen.

Und was ist eigentlich mit … Adrian?

Mit Allison Becker haben die Reds einen der besten Torhüter der Welt in ihren Reihen. Wenn dieser jedoch fehlt, wird es in großen Spielen schnell eng. So geschehen im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Atlético Madrid. Adrian ersetzte seinen brasilianischen Kollegen und kassierte in der Nachspielzeit drei Gegentore. Mit einem unbedrängten Fehlpass direkt in die Füße von Joao Félix leitete der 33-Jährige das Ausscheiden ein und zog den Zorn der Fans auf sich.

So ein bisschen erinnert die Situation an Loris Karius, der im Champions-League-Finale 2018 gegen Real Madrid zwei Mal folgenschwer patzte und damit seine Zeit beim FC Liverpool besiegelte. Adrian droht nun dasselbe Schicksal. Vertraglich ist der Spanier noch bis 2021 an Liverpool gebunden, es ist aber alles andere als ausgeschlossen, dass Klopp auf der Torhüterposition noch einmal nachbessert.

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